Mo. 16.01.2017 / 19:00

sonderprogramm HFF – MOONJOURNEY

Ein syrisches Mädchen mit dem Vater auf der Flucht.

Michael Lauterbach spielt vor den Vorstellungen Filmmusik im Theaterfoyer. Der Landsberger Musiker studiert Filmmusik-Komposition an der Hochschule für Musik bei Gerd Baumann.

Der Social-Spot zeigt in 3 Min. die Geschichte eines sechs Jahre alten syrischen Mädchens, das mit seinem Vater flüchten muss. Um ihr die Angst zu nehmen, erzählt der Vater seiner Tochter, es handele sich um eine Reise zum Mond. So wird der Öltransporter zur Rakete, die Wüste zum Planetengestein und das Mittelmeer zum Weltall, das beide scheinbar schwerelos durchqueren. Doch die Illusion wird nicht von Dauer sein…

Mo. 16.01.2017 / 19:30

SONDERPROGRAMM HFF – DAS LANGSAME UND DAS IMMERWÄHRENDE

Ein Film über die Ausweglosigkeit der Freiheit.

Auf einem verlassenen Feldweg verunglückt der Notar-Assistent Franz mit seinem Motorrad. Ein junger Mann, der am Unfallort auftaucht, hilft dem Verletzten. Aber der Fremde ist nicht, was er vorgibt zu sein. Für Franz beginnt eine surreale Odyssee. Was hat es mit dem jungen Mann und seiner Komplizin auf sich? Franz versucht, aus seinem Gefängnis zu entkommen. Doch seine Flucht wird zu einer ewigwährenden Schleife, an deren Ende immer wieder ein neuer Anfang wartet, das Vergangene wird zur Gegenwart. Ein Film über Gefangenschaft, Flucht und die Grenzen unseres Denkens. Wir tauchen ein in eine monochrome Welt des Unausweichlichen. Der Film ist ein „Film 01“, also der erste Übungsfilm im Rahmen des Studiums.

Mo. 16.01.2017 / 20:00

Sonderprogramm HFF – VOICE MAIL

Ein Journalist wittert die ganz heiße Story.

Ein junges Mädchen – Lilly – ist spurlos verschwunden. Der ehrgeizige Jungredakteur Stefan sieht seine Chance gekommen: Titelseite! Doch Lillys Mutter weigert sich, mit der Presse zu sprechen. Stefan muss abwägen und entscheiden, wie weit er als Journalist zu gehen bereit ist, um an detaillierte Informationen zu kommen. Dabei setzt er eine Spirale von Ereignissen in Gang, die nicht mehr aufzuhalten sind. Ein hochspannender Moral-Diskurs.

Mo. 16.01.2017 / 20:45

Sonderprogramm HFF – INVENTION OF TRUST

Der Film kreist vielschichtig um Datenkraken aus dem Netz und kriminelle Geschäfte.

Der junge Gymnasiallehrer Michael Gewa erhält eine rätselhafte Nachricht: Das Unternehmen „b.good“ hat seine Internet- und Handydaten gekauft und stellt ihm aufgrund seines digitalen Fingerabdrucks ein Rating aus – über seine persönlichen und beruflichen Fähigkeiten sowie über seine Beziehung. Nachdem er das Angebot ausschlägt, das Rating gegen einen monatlichen Beitrag privat zu halten, entsteht schnell ein Flächenbrand. Michael Gewa muss bei seinen Freunden, Kollegen und Schülern um seinen Ruf kämpfen und für sich selbst um das verletzte Vertrauen in seine Mitmenschen. Der Film ist ein so genannter „Film 02“, Alex Schaads zweiter Übungsfilm im Rahmen seines Regie-Studiums an der HFF. Dafür erhielt er im Oktober den Studenten – Oscar in Gold!

Di. 17.01.2017 / 19:00

Sonderprogramm HFF – LA BESTIA

Fünf Flüchtlinge berichten von ihrer Sehnsucht und ihrer Furcht.

Michael Lauterbach spielt vor den Vorstellungen Filmmusik im Theaterfoyer. Der Landsberger Musiker studiert Filmmusik-Komposition an der Hochschule für Musik bei Gerd Baumann.

Sie faucht und stöhnt, sie rast und bahnt sich ihren Weg: „La Bestia“, die Bestie. So nennen die Flüchtlinge den Güterzug, mit dem sie von Zentralamerika aus ganz Mexiko durchqueren. Sie haben ihre Familien, ihre Freunde, ihre Heimat verlassen, um in die USA zu gelangen. „La Bestia“ ist das einzige Transportmittel, das sie dafür Nutzen können. Es ist für diese Reise ihre größte Chance und gleichzeitig die größte Gefahr. In vielen Regionen herrschen Kartelle und verlangen Wegzoll in den Zügen. Eine Weigerung, eine unachtsame Bewegung, ein falscher Schritt – und man stürzt vom Zug. Nicht selten in den Tod. Der Film begleitet Francisco, Lupe und die Dreiergruppe Maribel, Josue und Oman auf ihrer Reise.

Di. 17.01.2017 / 19:30

Sonderprogramm HFF – BORDERLAND BLUES

US-mexikanisches Grenzland, Arizona 2015. Hier zu leben bedeutete schon zu der Zeit ein Leben mit dem Zaun. 670 Meilen erstreckt er sich über die Landesgrenze zu Mexiko. Mit dem Zaun kamen die Drohnen, die Straßensperren und Überwachungstürme – und die Toten. Über 300 Menschen sterben jedes Jahr auf ihrer Flucht durch die Wüste in die USA. Die Grenzbewohner reagieren darauf sehr unterschiedlich: Die einen verlangen eine noch bessere Grenzsicherung, die anderen fordern vor allem mehr humanitäre Hilfe. Der Film dokumentiert die komplexe Lebensrealität der Region. Er folgt Ranchern, Menschenrechtsaktivisten und der paramilitärischen Organisation. Und er zeigt auch das Innere der weltweit größten Messe für Sicherheitstechnologien in Phoenix/Arizona.

Mi. 18.01.2017 / 20:00

Sonderprogramm HFF – DIE ANGST DES TORMANNS BEIM ELFMETER

Der legendäre Debüt-Film von Wim Wenders nach seinem Studium an der HFF.

Der Film basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Peter Handke. Wim Wenders las das Manuskript seines Freundes Peter Handke bereits vor der Veröffentlichung des Buches und entschloss sich, einen Film daraus zu machen. Dabei hielt er sich genau an die Buchvorlage: Der Torwart Josef Bloch wird wegen eines Fouls vom Platz gestellt. Er zieht danach ziellos durch Wien und trifft in einem Kino die Kassiererin Gloria, mit der er die Nacht verbringt. Am nächsten Morgen bringt er sie um, fährt zu einer Freundin ins Burgenland – und wartet dort auf die Polizei. Das psychologische Krimi-Drama fand nach der Erstaufführung 1972 bei den Kritikern große Anerkennung und wurde auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem Großen Preis der Filmkritiker ausgezeichnet. Kommerziell  erfüllten sich die Erwartungen jedoch nicht. Auf der Berlinale 2015 wurde eine restaurierte, digitalisierte Fassung gezeigt, die auch bei uns heute zur Aufführung kommt.

WIM WENDERS – Kurzbiografie

Wim Wenders, geboren am 14. August 1945 in Düsseldorf als Sohn des Chirurgen Heinrich Wenders, studierte nach dem Abitur mehrere Semester Medizin und Philosophie in München, Freiburg und Düsseldorf. Es folgte ein einjähriger Aufenthalt in Paris, wo er sich vergeblich an der Filmhochschule IDHEC bewarb. Mehr Erfolg hatte er an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und nahm dort 1968 als einer der ersten ein Studium auf. Mit seinem HFF-Abschlussfilm SUMMER IN THE CITY legt Wenders 1971 seinen ersten abendfüllenden Spielfilm vor. Im gleichen Jahr gründete er außerdem mit zwölf weiteren Filmemachern den „Filmverlag der Autoren“. Mit seinem Debütfilm DIE ANGST DES TORMANNS BEIM ELFMETER setzt Wim Wenders seine Zusammenarbeit mit Peter Handke fort, die bereits 1969 mit einem Kurzfilm begonnen hatte. Der große künstlerische Durchbruch gelingt dem Regisseur zwei Jahre später mit ALICE IN DEN STÄDTEN. 1975/76 entsteht IM LAUF DER ZEIT, danach 1977 DER AMERIKANISCHE FREUND nach einem Roman von Patricia Highsmith, der das Interesse von Francis Ford Coppola weckt. Er bietet Wenders die Regie der Film-Noir-Hommage HAMMET an. Unstimmigkeiten unterbrechen wiederholt die Dreharbeiten, daher kommt der Film erst 1982 in Cannes erstmals zur Aufführung. In den Herstellungspausen inszeniert Wim Wenders DER STAND DER DINGE, der 1982 in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wird. 1984 erhält PARIS, TEXAS in Cannes die Goldene Palme. Auch sein nächster Film DER HIMMEL ÜBER BERLIN feiert große Erfolge und avanciert zu einer Art Berlin-Kultfilm, dem 1992 IN WEITER FERNE SO NAH folgt. BUENA VISTA SOCIAL CLUB von 1997 wir ein Welterfolg. DON´T COME KNOCKING erhält 2005 den Europäischen Filmpreis. 2011 stellt Wenders mit dem Dokumentarfilm PINA eine Hommage an Pina Bausch vor, der auch mit dem Deutschen und Europäischen Filmpreis ausgezeichnet wird und eine Oscar-Nominierung erhält. Auf den Filmfestspielen in Cannes 2014 hatte der neue Dokumentarfilm THE SALT OF THE EARTH Weltpremiere: Es gab frenetischen Applaus und den Spezialpreis der Sektion „Un Certain Regard“. 2015 folgte das Meisterwerk EVERYTHING WILL BE FINE und 2016 – wieder nach einer Erzählung seines Freundes Peter Handke – DIE SCHÖNEN TAGE VON ARANJUEZ. Wim Wenders war auch als Fotograf international erfolgreich. Er ist Ehrendoktor der Theologie an der Sorbonne in Paris, Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, Vorsitzender der European Film Academy und seit 1993 Professor an der HFF München. 1990 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 1991 den Murnau-Preis. Wim Wenders ist mit der Fotografin Donata Wenders verheiratet und lebt in Berlin.

Mo. 23.01.2017 / 20:00

WILD

Eine Liebesgeschichte von animalischer Radikalität.

Die Sehnsucht einer Außenseiterin nach einem instinktgesteuerten Leben. Menschenfrau liebt Wolf: Das ist der Film WILD, mit dem die Regisseurin Nicolette Krebitz auf dem SUNDANCE-FESTIVAL großes Aufsehen erregt hat. Welche rätselhafte Chemie verbindet dieses merkwürdige Leinwandpaar? Die Außenseiterin Ania lebt ein zurückgezogenes Leben in einem Plattenbau. Sie hat einen eintönigen Job in einer IT-Firma und wird dort von einem tyrannischen Vorgesetzten schikaniert. Eines Tages begegnet sie auf dem Heimweg einem Wolf und ist davon so fasziniert, dass sie das Tier einfängt und in ihrer Wohnung hält. Dort beginnt Ania ihre Instinkte frei auszuleben und peu à peu erfüllt sich ihre Sehnsucht nach persönlicher Befreiung. Nicolette Krebitz´ Filmdrama WILD ist ein Ausbruch, ein Vorschlag zum anderen Leben – und zum anderen Kino. Robert Redford widmete der Regisseurin auf seinem Festival bewundernde Elogen für diesen ungewöhnlichen Spielfilmbeitrag aus Deutschland.

Di. 24.01.2017 / 20:00

CAFÉ BELGICA

Eine nostalgische Hymne auf das hedonistische Nachtleben.

Durchzechte Partynächte filmisch festzuhalten, führt gelegentlich zu Katerstimmung. Den Zuschauer beschleicht dann das dumpfe Gefühl, nicht dabei gewesen zu sein, das Gezeigte sei überzogen vulgär oder leblos und fad. Hätte man doch besser selbst gefeiert! Nicht so bei CAFÉ BELGICA, dem Spielfilm von Felix Van Groeningen, der dafür auf dem letzten SUNDANCE INDEPENDENT FILMFESTIVAL den Preis für die Beste Regie erhielt. Sein Film ist in jeder Hinsicht ein sinnlicher Rausch. Die pulsierende Musik hallt lange nach (der exzellente Soundtrack stammt von dem Duo SOULWAX), der Freiheitstrieb der Protagonisten ist ansteckend, die Ekstase sowieso, und am Ende hat man das Gefühl, man kann all das riechen: den Schweiß, den Rauch, den Alkohol, den Sex. Das zügellose Rock´n´Roll-Drama dreht sich um die Geschwister Jo und Frank, die gemeinsam den heruntergekommenen Club zur ersten Adresse für erlebnishungrige Nachtgestalten aufmotzen. Das “Café Belgica“ ist das Zentrum der Story, in dem der Regisseur Van Groningen seine mitreißende Geschichte über Bruderzwist und bürokratische Hürden, über Erfolg, Versagen und Verzeihen erzählt. Willkommen im “Café Belgica“!

Mi. 25.01.2017 / 20:00

SONITA

Das intensive Porträt einer jungen Rapperin gegen die Zwangsheirat.

Sonita ist 19 Jahre alt, stammt aus Afghanistan und flüchtete mit ihrer Familie vor den Taliban in den Iran. Hier lebt sie als illegale Migrantin ohne Rechte, offizielle Schulbildung und Papiere. Sonita hat Talent und möchte Sängerin werden. Im Iran ist es verboten, als Solo-Künstlerin zu singen. Trotzdem sucht sie in Teheran nach einem Studio, um ihren ersten Song über Kinderarbeit aufzunehmen. Dabei wird die Dokumentarfilmerin Rokhsareh Ghaem Maghami auf Sonita aufmerksam und folgt ihr mit der Kamera, um ihre Lebensumstände und ihren Kampf um Selbstverwirklichung zu dokumentieren. In ihrem spärlichen Zuhause im Teheraner Ghetto verfolg Sonita mit Zuversicht und positiver Energie ihr Ziel, eine berühmte Rapperin zu werden. Doch liegt ein dunkler Schatten über ihrer Zukunft: die verarmte Familie plant, sie an einen ihr fremden Ehemann in Afghanistan zu verkaufen. Doch davor kann die Dokumentarfilmerin Sonita bewahren und vermittelt ihr die Möglichkeit, trotz Verbot ein Musikvideo aufzunehmen und auf YouTube zu stellen. Es wird ein furioser Aufruf gegen die Zwangsarbeit und für die Selbstbestimmung muslimischer Frauen. Der Song erhält weltweite Aufmerksamkeit, die das Leben von Sonita entscheidend verändern wird. Der Film erhielt auf dem letzten Sundance Filmfestival den Großen Preis der Jury und den Zuschauerpreis.