Mo. 22.10.2018 / 20:00

FOXTROT

Ein tiefgreifendes Nachdenken über den palästinensisch-israelischen Konflikt.

© NFP marketing & distribution Foto Giora Bejach

Ein Klopfen an der Tür verändert das Leben des wohlsituierten Tel Aviver Architekten Michael und seiner Frau Dafna. Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes Jonathan, der gerade seinen Militärdienst leistet, wirft Leben, Psyche und Ehe des Paares aus der Bahn. Getrieben von tiefer Trauer und Verständnislosigkeit entwickelt sich in Michael ein Sturm aus rasender Wut, geprägt von Unsicherheiten und Traumata. Doch plötzlich nimmt die Geschichte eine unvorhersehbare Wendung, die das Schicksal der ganzen Familie in eine neue Richtung lenkt. Neben den Elementen des Antikriegs-Dramas und einer Tragikomödie beinhaltet der Film auch Elemente eines Familiendramas, ist dabei aber durchgehend mit einem speziellen Humor und einer gewissen Satire gespickt. Von der internationalen Kritik gefeiert und mit zahlreichen Auszeichnungen auf den internationalen Filmfestivals (Venedig, Toronto, Sundance) prämiert, wurde der Film zunächst sehr umstritten aufgenommen, vor allem in Israel, erhielt aber im Laufe der Rezeption die hochverdiente Anerkennung.

Di. 23.10.2018 / 20:00

SONDERVERANSTALTUNG – KÖNNTE NICHT MEHR BESSER SEIN

Ein Film von Mirjam Kendler & Fabian Exter Eine Produktion in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Landsberg / gefördert von Aktion Mensch

© Mirjam Kendler

Theater mit einem ganz besonderen Ensemble – auch jenseits der Bühne. Wünsche und Träume entstehen… Ein feinfühliger Dokumentarfilm, der die Herzen berührt ohne sentimental zu sein – der Mut macht und positiv stimmt. Der Zuschauer bekommt einen ungefilterten Einblick in die Lebenswelten der einzelnen Darsteller. Uwe (52) und Fabian (30) stehen im Mittelpunkt. Fabian, der sich so souverän auf der Bühne bewegt und ganz natürlich vor der Kamera steht, malt beeindruckende Bilder und schreibt Gedichte, aber kommt bei der Bedienung eines Fahrkartenautomaten an seine Grenzen. Der Film zeigt, wie die Proben den beiden und weiteren Schauspielkollegen der „Lebenshilfe“, zu mehr Selbstvertrauen verhelfen und wie es „einen puscht und Lebensfreude gibt“, wie Uwe es formuliert. Uwe hatte vor zehn Jahren einen lebensverändernden Unfall. Er erzählt seine Geschichte und wir erleben seinen grenzenlosen Optimismus – könnte nicht mehr besser sein – eben…

Eintritt Frei, Spenden sind erwünscht.

Mo. 29.10.2018 / 20:00

IN DEN GÄNGEN

Eine Supermarkt-Tragikomödie über den menschlichen Mikrokosmos zwischen den Regalen.

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Der wunderbare Film erzählt von einer zarten Liebe, die in dem geschützten Kosmos eines Großmarkts, inmitten einer Atmosphäre von familiärer Freundschaft und Zugehörigkeit, gedeiht und außerhalb des Marktes keine Chance hätte. Christian ist neu im Großmarkt. Schweigend taucht er in das unbekannte Universum ein: die langen Gänge, die ewige Ordnung der Warenlager, die surreale Mechanik der Gabelstapler. Bruno, der Kollege aus der Getränkeabteilung, nimmt sich seiner an, zeigt ihm Tricks und Kniffe, wird ein väterlicher Freund. Und dann ist da noch Marion von den Süßwaren, die ihre kleinen Scherze mit Christian treibt. Als er sich in sie verliebt, fiebert der ganze Großmarkt mit. Doch Marion ist verheiratet – nicht sehr glücklich, wie es heißt. Plötzlich ist sie krankgeschrieben. Christian fällt in ein tiefes Loch. Sein altes, elendes Leben droht ihn wieder einzuholen. Der Film öffnet den Blick für die Lebenswelt eines einfachen Angestellten in der Provinz. In streng komponierten Bildern entfaltet sich eine Choreografie von Menschen und Dingen, Realität, Sehnsucht und Traum. Alltägliches verwandelt sich in magischen Realismus, der über die zarte Liebesgeschichte hinaus vorsichtig auf das Prinzip Hoffnung verweist.

Di. 30.10.2018 / 20:00

Drei Farben: BLAU

In Zusammenarbeit mit dem Hospiz- und Palliativverein Landsberg e.V.

© DR MK2

Drei Farben: BLAU ist der erste Teil der Spielfilm-Trilogie (Drei-Farben-Trilogie) des großen polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski über die Schlagworte der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – benannt nach den drei Farben der Flagge: Blau, Weiß, Rot. Das Thema des ersten Films der Trilogie ist die Freiheit. Der Film beginnt mit einem schweren Verkehrsunfall. Die allein Überlebende Julie, die dabei ihre einzige Tochter und ihren Mann, einen berühmten Komponisten, verliert, versucht danach nicht, sich mit der Situation zurechtzufinden und ihre Trauer zu bewältigen. Sie scheitert an einem Suizidversuch. Anschließend bricht sie radikal mit dem bisherigen Leben, versucht vor der eigenen Erinnerung zu flüchten und baut sich eine vollkommen neue Existenz auf. Die Freiheit, die die Protagonistin wählt, indem sie sich von allen Dingen des vorherigen Lebens trennen möchte, führt nicht zum gewünschten Ziel. Erst als sie sich auf die Vergangenheit einlässt, Kontakt zu einem alten Freund aufnimmt und an der unvollendeten Komposition ihres Mannes weiterarbeitet, gelingt es ihr, sich von ihrem Schmerz zu befreien. Der Film wurde in den Jahren 1993/94 mit vielen wichtigen Hauptpreisen für die Regie, das Drehbuch, die Kamera, die Musik und die Hauptdarstellerin Juliette Binoche für ihre Darstellung gewürdigt.

Mi. 31.10.2018 / 18:00

Drei Farben: WEISS

Das Thema des zweiten Teils der Drei-Farben-Trilogie ist die Gleichheit.

© DR-MK2

Die Beziehung zwischen Karol, einem polnischen Friseur, und der schönen Dominique, von der er sich abhängig erweist, erscheint als Gegenentwurf zur Gleichheit. Als Dominique Karol verstößt, da er ihren sexuellen Leidenschaften nicht mehr gerecht wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Hoffnungslos verlässt er Frankreich und geht zurück nach Polen. Dort kauft er eine nicht mehr identifizierbare Leiche und inszeniert seinen eigenen Tod, um Dominique nach Polen zur Beerdigung zu locken. Der Plan gelingt, zunächst sieht es nach einer Racheintrige aus, doch letztlich ist die Wiederherstellung der Gleichheit sein Motiv.

Mi. 31.10.2018 / 20:00

Drei Farben: ROT

Brüderlichkeit ist das Thema des letzten Teils der Drei-Farben-Trilogie.

© DR-MK2

Valentine, eine Studentin, die als Fotomodell ihr Geld verdient, steckt gerade in einer Beziehungskrise. Auf dem Heimweg von einem Fototermin fährt sie den Schäferhund eines pensionierten Richters an. Auf der Suche nach dem Besitzer des verletzten Tiers begegnet sie einem älteren, zynischen Mann, der sich scheinbar aus der Welt zurückgezogen hat. Es beginnt eine sonderbare Beziehung zwischen den beiden, die die Grenzen zwischen Zufall und Schicksal verschwimmen lässt. Die Filmkritik feierte den Film als glänzenden Abschluss seiner Trilogie, als ein stets tiefgründiges und vielschichtiges Panorama menschlicher Verständigungs- und Entfremdungsformen, geprägt von einem humanen Interesse am Schicksal der Mitmenschen.

So. 04.11.2018 / 11:00

PAPST FRANZISKUS

Ein Mann seines Wortes.

© 2018 Universal Pictures International Germany GmbH

Wim Wenders hat einen Dokumentarfilm über Papst Franziskus gedreht. Er kam dem Menschen dabei sehr nahe – und hat absichtsvoll die Distanz verloren. „Jesus Christus war der erste Sozialist“, sagte Evo Morales, Boliviens sozialistischer Präsident, vor einigen Jahren. Möglicherweise betrachtet der Politiker den Papst als eine Art Genossen. Dass Franziskus zumindest ein besonders politischer Papst ist, dem an einem globalen gesellschaftlichen Wandel gelegen ist – das ist die Stoßrichtung von Wenders´ Film. Relativ früh im Film antwortet der Papst auf die Frage eines Kindes, dass wir „in einer Welt leben, in der es so viele Ressourcen gibt, um andere zu ernähren“. Und weiter: „Wenn wir unser Essen teilen, werden wir nicht ärmer, sondern reicher. Der Film besteht aus drei Teilen: Wir begegnen dem Papst unterwegs, auf Veranstaltungen, während Besuchen in Gefängnissen und Flüchtlingslagern – oder im Flugzeug während einer Fragerunde mit Journalisten. Wenn der Papst auf die Bevölkerung trifft haben diese alle ein ähnliches Muster. So hoffnungslos die Lage der jeweiligen Menschen ist: der Papst verzückt sie alle. Auch raubeinige Männer im neapolitanischen Knast skandieren: „Pa-pa Fran-ces-co“. Den Kern des Films machen Wenders´ Interviews aus, die er mit dem Papst über mehrere Jahre an verschiedenen Orten im Vatikan geführt hat. Als Rahmenhandlung hat Wenders schließlich Szenen aus dem Leben des von der katholischen Kirche als Heiligen verehrten Franz von Assisi nachgestellt, den Wenders als eine Art Vorbild für den aktuellen Papst sieht.

So. 04.11.2018 / 20:00

VOM ENDE EINER GESCHICHTE

Verfilmung des preisgekrönten Romans von Julian Barnes.

© 2018 Wild Bunch Germany

Julian Barnes´ Roman handelt von der Tücke der Erinnerung und davon, dass unsere Vergangenheit eine mehr oder weniger gut erfundene Geschichte ist, die wir uns selbst erzählen. Es gehört zu jenen Büchern, die den Leser nicht mehr loslassen, weil es am Ende keine Auflösung gibt: Tony, der mit über 60 durch eine Erbschaft dazu gebracht wird, Ereignisse aus seiner Studentenzeit zu überdenken, hat auch am Schluss keine Klarheit darüber, was wirklich war. Wie adaptiert man eine solche Geschichte für die Leinwand, von der man nicht genau weiß, wie sie sich zugetragen hat? Eine erste Antwort auf diese Frage gibt der Film durch seine Besetzung: Jim Broadbent und Charlotte Rampling in den Hauptrollen signalisieren, dass man gewillt ist, mit Sorgfalt der literarischen Vorlage die Ehre zu erweisen. Mit dem Inder Ritesh Batra hat man einen Regisseur gefunden, der bereits in seinem Spielfilmdebüt “Lunchbox“ großes Talent darin gezeigt hat, von der Gefühlswelt seiner Figuren durch kleine, alltägliche Abläufe zu erzählen. Der Film bewegt sich einfühlsam zwischen Gegenwart und Vergangenheit, er illustriert die schwierige Beziehung zwischen dem unsicheren, übereifrigen jungen Tony und der schönen, aber auch sehr launigen Veronica. Die ungleiche Freundschaft, die Tony mit dem hochbegabten Adrian, der sich das Leben nahm, wird behutsam und respektvoll angedeutet. Der Film konzentriert sich aber größtenteils auf die Gegenwart, in der Tony zunehmend den Kokon seiner Selbstgenügsamkeit durchbricht und sich seinen Nächsten zu öffnen beginnt.

Mo. 05.11.2018 / 20:00

OFFENES GEHEIMNIS / EVERYBODY KNOWS

Der Eröffnungsfilm der 71. Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2018.

© 2000-2018 PROKINO Filmverleih GmbH

Die gebürtige Spanierin Laura lebt mit ihrem argentinischen Ehemann und ihrer Tochter in Buenos Aires. Für die Hochzeitsfeier ihrer Schwester reist sie mit ihrer Tochter in die Heimat zurück. Bei dem ursprünglich geplanten kurzen Aufenthalt auf dem Weingut ihrer Familie in der Nähe von Madrid trifft Laura auch Paco, ihre Jugendliebe, wieder. Als ihre Tochter über Nacht spurlos aus dem Haus verschwindet, gerät die Familie in Panik und Laura verständigt ihren Ehemann Alejandro, der aus Buenos Aires nachkommt. Paco ist sich bald sicher, dass hinter dem Verschwinden des Mädchens im Teenageralter kein Außenstehender steckt, und verdächtigt Alejandro. Die ans Licht kommenden Geheimnisse verändern das Leben von Laura und ihrer Familie für immer. In dieser Mischung aus Melodrama und Thriller bewegt sich der zweifache Oscar-Gewinner Ashgar Farhadi thematisch auf bewährten Pfaden: Er erzählt einmal mehr von komplizierter Familien-Dynamik, sozialen Unterschieden, schwerwiegenden Geheimnissen, die auch nach vielen Jahren noch ebensolche Folgen haben, und der Korrumpierbarkeit durch Geld.

Di. 06.11.2018 / 20:00

UNA MUJER FANTÁSTICA / EINE FANTASTISCHE FRAU OmU Cine Español

Bei der Oscarverleihung 2018 erhielt der Film den Preis für den besten ausländischen Film.

© 2017 Piffl Medien

Intimes Porträt einer Transfrau: Die Sängerin Marina ist in den Augen vieler keine richtige Frau. Dabei ist sie in Wirklichkeit eine starke, lebenskluge, eben eine fantastische Frau. Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Orlando ist 20 Jahre älter als Marina und hat ihretwegen seine Familie verlassen. Als er plötzlich stirbt, überschlagen sich die Ereignisse. Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert und Orlandos Familie begegnet ihr mit Misstrauen und Zorn. Sie untersagt ihr die Teilnahme an Orlandos Totenmesse und Beerdigung. Als Marina trotzdem gegen den Willen der Familie bei Orlandos Totenmesse erscheint, wird sie von drei Männern entführt und mit Klebeband  gefesselt aus dem Auto gestoßen. Wieder befreit beginnt sie sofort, für ihr Recht auf Trauer zu kämpfen. Der Geist Orlandos führt sie ins Krematorium. Dort kann sie von ihrem Geliebten Abschied nehmen. Monate später steht sie wieder auf der Konzertbühne und interpretiert in Perfektion Händels Opernarie “Ombra mai fu“.