Do. 27.04.2017 / 18:00

LANG IST DER WEG

In Zusammenarbeit mit der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jhd. e.V.

Der Film aus dem Jahr 1947 ist der erste deutsche Spielfilm der Nachkriegszeit, der das Schicksal von Holocaust-Opfern bzw. Überlebenden in den Mittelpunkt stellt und vereinigt Spiel- und Dokumentarszenen zu einer dramatischen Gesamthandlung. Der Film spielt in Landsberg am Lech in einem Lager für „Displaced Persons“, die von den Deutschen aus ihren Heimatländern verschleppt und 1945 aus Konzentrations- und Vernichtungslagern befreit wurden. In Rückblenden erzählt der Film die Geschichte der jüdischen Familie Jelin, die aus ihrer Wohnung in Warschau zunächst ins Getto getrieben und von dort aus ins KZ Auschwitz deportiert wurde. Der Sohn David kann jedoch aus dem Deportationszug fliehen und schlägt sich zu den Partisanen durch, wo er bis zum Ende des Krieges überlebt. Er lernt Dora Berkowitz kennen, die ihre Eltern verloren hat und nicht weiß, wie sie weiterleben soll. Auch David hat vom Tode seines Vaters erfahren; seine Mutter ist verschollen. Gemeinsam mit Dora reist er in die amerikanische Besatzungszone Deutschlands und gelangt in das völlig überfüllte Lager in Landsberg.

18:00 Uhr – 1. Filmvorführung
19:30 Uhr – 72. Jahrestag der Befreiung der KZs unserer Region – gemeinsames Erinnern
Schülerinnen und Schüler der Landsberger Schulen lesen gemeinsam mit Flüchtlingen Texte zum Thema “Gewalt, Flucht und Befreiung”
Musik: Landsberger Schüler
Gedenkansprache: Stephan Albrecht, Sprecher der Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jhd. e.V.
20:30 Uhr – 2. Filmvorführung
Der Eintritt ist frei um Spenden wird gebeten.

Mo. 01.05.2017 / 20:00

LA LA LAND

Träumen mit offenen Augen in der Stadt der Engel.

Es wird getanzt, gesungen und ganz groß geträumt – in „La La Land“ lassen Kinotraumpaar Emma Stone und Ryan Gosling den Charme der Goldenen Ära Hollywoods wieder auferstehen. Die leidenschaftliche Schauspielerin Mia und der charismatische Jazzmusiker Sebastian suchen das große Glück in Los Angeles. Sie halten sich mit Nebenjobs über Wasser und nachdem sich ihre Wege zufällig kreuzen, verlieben sie sich Hals über Kopf in einander. Gemeinsam schmieden sie Pläne für ihre Zukunft auf der „großen Bühne“ in der Stadt der Träume. Zwar stehen dort die Menschen morgens genauso im Stau wie die in München, doch sie nützen die Zeit wenigstens für eine Pirouette auf dem Autodach oder einen Tanz im aufgeklappten Kofferraum. Damit wäre die Quintessenz des mit 7-Oscars-und-7-Golden-Globes-Riesenerfolgs von Regie-Wunderkind Damien Chazelle schon wiedergegeben. Lassen Sie sich diesen wunderschönen Film nicht entgehen! Und wenn Sie ihn bereits gesehen haben: tanzen Sie heute noch einmal mit in den Mai!

Mi. 03.05.2017 / 18:00

Michael Ballhaus im FilmForum

Zwei Sondervorstellungen zum Tod von Michael Ballhaus, Director of Photography.

18:00 DIE EHE DER MARIA BRAUN

Dies ist der letzte von 13 Filmen, den Michael Ballhaus mit Rainer Werner Fassbinder während der gemeinsamen intensiven Filmarbeit gedreht hat. Er wurde einer der international erfolgreichsten Werke ihrer Zusammenarbeit. Hanna Schygulla spielt die Hauptfigur der Maria, deren Ehe mit dem Soldaten Hermann durch seine Teilnahme am Zweiten Weltkrieg und anschließende Gefangenschaft unerfüllt bleibt. Fassbinder nutzt diese melodramatische Geschichte, um einen distanziert-pessimistischen Blick auf die unmittelbare Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland zu werfen. Die ästhetischen Bilder von Michael Ballhaus zeigen ein sarkastisches Bild der deutschen Nachkriegsgesellschaft und ihrer menschlichen Kälte. Meisterhaft!

D: Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny, Gisela Uhlen, Elisabeth Trissenaar, Gottfried John, Hark Bohm, Günter Lamprecht – Deutschland 1979, L:115 Min.

20:00 DEPARTED – UNTER FEINDEN

Michael Ballhaus drehte mit Martin Scorsese während seiner Arbeitsjahre in den USA 10 phantastische Filme – dieser Film war der letzte ihrer großartigen Zusammenarbeit. Die dynamische Bildgestaltung und die exzellenten Darstellerleistungen unter Scorseses Regie machen diese Geschichte über Lüge, Korruption und Intrige zu einer packenden Metapher über den Zustand der amerikanischen Gesellschaft. Das mitreißende Werk wurde bei der Oscarverleihung 2007 in den wichtigsten Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bestes Drehbuch, Bester Schnitt ausgezeichnet. An diesem Erfolg hatte Michael Ballhaus als Director of Photography einen entscheidenden Anteil.

D: Leonardo DiCaprio, Jack Nicholson, Matt Damon, Martin Sheen, Alec Baldwin, Vera Farmiga, Kristen Dalton – USA 2006, L:150 Min.

So. 07.05.2017 / 11:00

PAULA – Mein Leben soll ein Fest sein

Ein biografisches Filmdrama über die Malerin Paula Modersohn-Becker.

Sie hat die Kunst der Moderne beeinflusst wie wenige andere und hinterließ mehr als 750 Gemälde und 1000 Zeichnungen. Der Film erzählt die Geschichte dieser hochbegabten Künstlerin und radikal modernen Frau des 20. Jahrhunderts. Paula Modersohn-Becker (1876-1907) lebte gegen alle Widerstände ihre Vision von künstlerischer Selbstverantwortung und ihre Vorstellungen von Liebe und Ehe. Der Film orientiert sich am realen Leben Paula Modersohn-Beckers während ihrer Zeit in Worpswede und Paris, erlaubt sich jedoch aus dramaturgischen Gründen einige Freiheiten. So beschränkt er zum Beispiel die Zahl ihrer mehrfachen Aufenthalte in Paris auf einen einzigen. Die Handlung setzt deutlich vor 1900 ein, als die zeichnerisch bereits vorgebildete (seit 1888 mit ihrer Familie in Bremen lebende) Paula mit Anfang zwanzig gegen den Willen des Vaters beschließt, sich nach Worpswede zu begeben. Die Ausbildung bei Fritz Mackensen befriedigt sie dort nicht, so dass sie schnell eigene Wege sucht und sich mit der jüngeren Clara Westhoff anfreundet, aber auch mit Rainer Maria Rilke und Otto Modersohn. Otto schützt Paula vor Mackensen, der Paulas starken Drang nach künstlerischer Freiheit strikt ablehnt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine Romanze, in der Otto zaghaft ist, die aber dennoch in beider Heirat mündet. Nach fünf Ehejahren entflieht Paula zu Clara Westhoff und Rainer Maria Rilke nach Paris. Als Otto selbst nach Paris reist, um sie zur Rückkehr nach Worpswede zu bewegen, kommt es zur Versöhnung. Paula kehrt schwanger nach Worpswede zurück. Die Geburt verläuft äußerst schwer – was Otto immer befürchtet hatte. Bald stirbt Paula.

Mo. 08.05.2017 / 20:00

DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG

Eine Tragikomödie von Aki Kaurismäki, um die Welt ein wenig besser zu machen.

Der Film besteht aus zwei Geschichten, die sich in der zweiten Filmhälfte miteinander verbinden: In der ersten geht es um Khaled, einen syrischen Flüchtling. Als blinder Passagier eines Kohlefrachters landet er eher zufällig in Helsinki und beantragt ohne große Hoffnung auf die Zukunft Asyl. Wikström, die zweite Hauptfigur, ist Handelsvertreter für Krawatten und Männerhemden. Er kehrt seinem bisherigen Berufleben den Rücken, setzt sehr erfolgreich sein Pokerface am Glücksspieltisch ein und kauft ein Restaurant im letzten Winkel von Helsinki. Als die Behörden Khaled das Asyl verweigern, beschließt er, wie viele seiner Schicksalsgenossen im Land zu bleiben. Er taucht in der finnischen Hauptstadt unter und lebt auf der Straße. Dort begegnet er den verschiedensten Formen von Rassismus, aber auch coolen Rock´n´Rollern und aufrichtiger Freundlichkeit. Eines Tages findet Wikström ihn nachts schlafend im Hinterhof seines Restaurants, besorgt ihm ein Bett und einen Job. Für eine Weile bilden die beiden gemeinsam mit der Kellnerin, dem Koch und dessen Hund eine utopische Einheit, eine der für Aki Kaurismäki typischen Schicksalsgemeinschaften, die vorführt, dass die Welt besser sein könnte und sollte. Der absurde wie auch melancholische Film gehörte zu den besten der diesjährigen Berlinale und wurde mit dem Silbernen Bären für die beste Regie und dem Preis der Jury ausgezeichnet.

Mo. 15.05.2017 / 20:00

NEBEL IM AUGUST

Das Filmdrama thematisiert den Massenmord der Nazis an Kranken und Behinderten.

Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Domes greift der Regisseur Kai Wessel mit der Euthanasie ein lange verdrängtes dunkles Kapitel deutscher Geschichte auf. Ein bewegender Film, der exemplarisch die Geschichte des 13-jährigen Ernst Lossa erzählt, der Opfer dieses grausigen Systems wurde. Als Mitglied der Minderheit der Jenischen (auch als “Zigeuner“ bezeichnet) ist Ernst Lossa ohnehin Zeit seines Lebens ein Außenseiter gewesen. Sein rebellisches Wesen wurde zusätzlich in zahlreichen Kinderheimen gestärkt, in die ihn sein allein erziehender Vater immer wieder gegeben hat. Als “nicht erziehbar “ wird Ernst Anfang der 40er Jahre eingestuft und in die Heil- und Pflegeanstalt  Kaufbeuren-Irsee eingewiesen. Hier herrscht der sympathisch wirkende Dr. Veithausen, der sich jedoch bald als überzeugter Verfechter der Euthanasie herausstellt. Geschwächte und körperlich kranke Patienten wurden einfach nicht behandelt, andere ließ man mit einer speziellen Entzugskost regelrecht verhungern. Schlaf- und Narkosemittel in tödlicher Basis wurden in einem süßen Saft verabreicht. Ernst Lossa spritzte man am 8. August 1944 Morphium-Scopolamin. Dem Euthanasie-Programm der Nationalsozialisten sind deutlich mehr als 200.000 Menschen zum Opfer gefallen – körperlich behinderte, psychisch kranke oder auch verhaltensauffällige Erwachsene und Kinder.

Nach der Filmaufführung lädt  TILL Freunde des Stadttheaters Landsberg e.V. den Autor Robert Domes zu einem Filmgespräch.

Moderation: Sabine März-Lerch


Mo. 22.05.2017 / 20:00

MOONLIGHT

OSCAR als Bester Film 2017!

Das Filmdrama aus dem Jahr 2016 basiert auf dem Theaterstück  “In Moonlight Black Boys Look Blue“ von Tarell A. McCraney. Es ist die berührende Geschichte des jungen Chiron, der in Miami fernab jeglichen Glamours aufwächst. Der Film begleitet entscheidende Momente in Chirons Leben von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in denen er sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert. Ein absolut einzigartiges Stück Kino über persönliche Erfahrungen und Menschen, die uns prägen. Über den Schmerz der ersten Liebe, der ein Leben lang nachhallen kann. Der Film ist in drei Kapitel unterteilt, wobei jedes einzelne einen besonders prägenden Lebensabschnitt der Hauptfigur zum Inhalt hat. Sie bauen aufeinander auf und bilden zusammen ein beeindruckendes Triptychon. Die Kritiker überschlugen sich im Lob über die Regie, die Kameraführung, das Drehbuch und alle Schauspieler des Films. Ein Meisterwerk!

Di. 23.05.2017 / 20.00

CAFÉ SOCIETY ENGLISH CINEMA Vhs/OmU

Die neue romantische Filmkomödie von Woody Allen.

Wer hätte das gedacht: Das New Yorker Urgestein Woody Allen dreht mit achtzig Jahren noch einen wunderbaren Film über das von ihm verachtete Hollywood. Doch wer denkt, der vierfache Oscar-Preisträger bandle mit der verruchten Traumfabrik an, irrt natürlich. Der glamouröse Schauplatz in den späten 30er Jahren dient nur als Einstieg in eine kuriose Dreiecks-Liebesgeschichte: Sarkastisch-ironische Dialoge, ein eleganter Jazzscore, Herzschmerz und amouröse Verwicklungen in edlem Setdesign. Bei der betörend fotografierten Tragikomödie „Café Society“ ist Woody Allen mal wieder ganz in seinem Element.

Mo. 29.05.2017 / 20:00

WILDE MAUS

Josef Hader beschwört in seinem Regiedebüt die grimmige Komik des Niedergangs.

Georg fühlt sich sicher auf seinem Platz in einer Wiener Zeitungsredaktion: geliebt und gefürchtet, so wie es einem etablierten Musikkritiker mit spitzer Feder zukommt. Doch dann wird ihm völlig überraschend gekündigt. Eine Sparmaßnahme erfährt er noch und steht schon draußen vor der Tür. Seiner jüngeren Frau Johanna, deren Gedanken hauptsächlich um das Kinderkriegen kreisen, erzählt Georg nichts. Stattdessen sinnt er auf Rache. Voll von lakonischem Witz reflektiert der Film, wie ein bürgerliches Leben aus dem Ruder geraten – und vielleicht doch wieder ins Lot kommen kann.