So. 05.03.2017 / 11:00

EGON SCHIELE – TOD UND MÄDCHEN

Eros, Leid und Tod in radikaler Offenheit.

Auf dem Roman „Tod und Mädchen“ von Hilde Berger basierend zeigt der Film Egon Schieles Leben und Werk aus Sicht seiner Frauen, denen er sich obsessiv im Feuer des Künstlertums zuneigt. Wien, Anfang des 20 Jahrhunderts: Der junge Egon Schiele ist mit seinen faszinierenden, erotisch aufgeladenen Werken, die das so ungestüme wie melancholische Wesen des sensiblen Kunstrebellen kongenial verkörpern, einer der meist diskutierten Künstler seiner Zeit. Und einer der prägendsten Künstler der Wiener Moderne bis in die Jetztzeit.

So. 05.03.2017 / 20:00

ALLIED – VERTRAUTE FREMDE

Ein romantischer Thriller auf den Spuren von Bergman/Bogart in CASABLANCA.

Casablanca, 1942: Der frankokanadische Geheimdienstoffizier Max Vatan lernt hinter den feindlichen Linien die französische Résistance-Kämpferin Marianne Beausejour kennen und verliebt sich Hals über Kopf in die schöne Frau. Beide haben die gefährliche Mission, den deutschen Botschafter vor Ort zu töten. Nach Erfüllung des Auftrages lassen sie sich als Paar in London nieder, doch dort erfährt Max, dass seine Frau eine Doppelagentin ist. Max ist natürlich von ihrer Unschuld überzeugt, und auch wir Zuschauer sehen nichts, was nicht nach aufrichtiger Liebe aussähe. Damit steuert der Film dann auf sein wirklich bewegendes Ende zu. Ein großes, wunderschönes Melodram!

Mo. 06.03.2017 / 20:00

EINE GESCHICHTE VON LIEBE UND FINSTERNIS

Natalie Portmans leise, melancholische Verfilmung von Amos Oz´ Roman.

Jerusalem 1945: Fania Oz, ihr Ehemann Arieh und der sechsjährige Sohn Amos erreichen nach dem Zweiten Weltkrieg Jerusalem, das unter britischem Protektorat steht. In Palästina hofft die jüdische Familie auf Gründung eines israelischen Staats und ein Leben abseits der Kriegsgräuel, die Fania als Jüdin in Osteuropa hautnah miterlebte. Während sich Arieh erfolglos als Schriftsteller versucht und an der Universität lehrt, hat Fania  große Probleme, sich mit den neuen Lebensumständen zu arrangieren. Sie stammt aus wohlhabenden Verhältnissen, in der neuen Heimat bleiben ihr indes nur noch die russische Literatur und ihr Sohn Amos, dem sie eine großartige Geschichtenerzählerin ist. Als ein UN -Votum im November 1947 die Unabhängigkeit Israels beschließt, bricht der Unabhängigkeitskrieg aus und Fania gleitet in eine tiefe Depression. Sie begeht Selbstmord. Für ihren Sohn Amos eine besonders tragischer Verlust, denn der Vater bleibt innerhalb der Familie nur eine Randfigur, dessen einzige Gemeinsamkeit mit seiner Frau die Liebe zur Literatur war. Die Oscarpreisträgerin Natalie Portman, selbst in Jerusalem geboren – ihre Muttersprache ist Hebräisch – hat den Film auf Hebräisch gedreht, mit israelischen Schauspielern. Sie selbst spielt Fania Oz. Sie habe sich schon früh in dieses Buch verliebt, hat sie gesagt, und dann mit viel Liebe aus dem dicken Buch einen Film gemacht, der versucht, das Wesentliche herauszuarbeiten: eine Stimmung, der Vorlage nachempfindend, melancholisch und poetisch und rührend.

Mo. 13.03.2017 / 20:00

EINFACH DAS ENDE DER WELT

Versuch einer Familienzusammenführung mit Monstern und Mauerblümchen.

Basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Jean-Luc Lagarce wird von dem Schriftsteller Louis erzählt, der vor zwölf Jahren mit seiner Familie brach und in die Fremde zog, wo er es zu Ruhm und Ansehen gebracht hat. Man versteht sofort, warum er sie verlassen hat: Die Mutter ist eine Hysterikerin, der Bruder ein Choleriker, dessen Frau ein nervöses Mauerblümchen und die kleine Schwester eine ungehemmte Kifferin. Nun kehrt er zurück für eine Aussöhnung, sofern diese möglich sein sollte, aber auch für einen Abschied. Denn Louis ist schwer erkrankt und wird nicht mehr lange leben. Die Familie davon in Kenntnis zu setzen erweist sich als nahezu unmöglich. Bei dem Treffen reißen sofort alte Wunden auf und längst vergangene Fehden kochen wieder hoch. Die erhitzten Gemüter tun alles, um sich durch gegenseitige Anschuldigungen das Leben schwer zu machen. Aber niemand schenkt Louis Verständnis und ein offenes Ohr. Er stößt nur auf Wut, Eifersucht, Eitelkeit, Gleichgültigkeit und Ignoranz. Was sich zwischen den Personen abspielt, in den Dialogen, Blicken und Gesten, ist große Schauspielkunst. 2016 erhielt der junge Regiestar Xavier Dolan in Cannes für seinen dritten Film den Großen Preis der Jury.

Mo. 20.03.2017 / 20:00

FRANK ZAPPA – EAT THAT QUESTION

Frank Zappa in his own words

Foto: Zappa Family Trust

Eine subtile, kunstvolle Montage aus historischen Aufnahmen und unvergessenen Interviews und Auftritten folgt Zappa vom glattrasierten, anzugtragenden Jugendlichen bis hin zum furchtlosen Oberfreak und bis in seine unerbittlich produktiven letzten Tage vor seinem Tod mit 52 Jahren. Der Fokus der großartigen Dokumentation liegt auf Zappas hemmungslosem und unterhaltsamem Umgang mit den Medien. Während er höflich über eine Tour oder ein Album plauderte, wusste er besser als alle seine Zeitgenossen, wie man unerwartet verbale Sprengladungen zündet. Seine ätzenden Beiträge zu Staat und Religion, zur Musikindustrie und zur Jugendkultur hinterlassen einen aufrüttelnden musikalischen und gesellschaftspolitischen Kommentar zu seiner Zeit.

Mo. 27.03.2017 / 20:00

DIE REISE MIT VATER

Eine Tragikomödie, die von Liebe und Freiheit handelt.

Und davon, dass es manchmal im Leben unmöglich scheint, beides zu vereinen. Es geht um eine große Entscheidung und den Mut, diese in bewegten Zeiten zu treffen: Vor dem Hintergrund des Prager Frühlings unternehmen drei Rumäniendeutsche eine Reise, die sie in die DDR und dann in den Westen führt. Der Film erzählt, nach einer wahren Begebenheit, das Leben zweier unterschiedlicher Brüder, Mihai und Emil, und ihres Vaters in Rumänien im Jahre 1968. Mihai spitzelt für den Staat, Emil ist engagierter Regimegegner. Als sich die Möglichkeit eröffnet, den schwer augenkranken Vater in der DDR operieren zu lassen, machen sich die drei auf die Reise. Kaum in Ostdeutschland angekommen, werden sie von sowjetischen Panzern überrascht, die in die CSSR einmarschieren und werden von der DDR-Bereitschaftspolizei in einem Touristen-Auffanglager festgesetzt. Mihai lernt dort die Münchener Studentin Ulli kennen und ist von ihr fasziniert. Sie ist all das, was er nicht ist und besitzt Dinge, von denen er nicht einmal zu träumen wagt. Die Familie erhält schließlich ein Transitvisum und findet sich völlig unerwartet in der BRD wieder: Es stellt sich die Frage: Im Westen bleiben oder zurückkehren nach Rumänien? Nach ihrem mit 80 Preisen ausgezeichneten Kurzfilm SILENT RIVER legt die HFF- Absolventin Anca Miruna Lazarescu mit DIE REISE VATER ihr Spielfilmdebüt vor, das auf dem Filmfest München 2016 mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.

Anca Miruna Lazarescu wird heute im FILMFORUM unser Gast sein. Wir freuen uns sehr und begrüßen sie herzlich!

Di. 28.03.2017 / 20:00

MEDICIN DE CAMPAGNE / DER LANDARZT VON CHAUSSY VHS/OmU

In der Hauptrolle brilliert „Ziemlich beste Freunde“-Star François Cluzet!

Auf dem Land, so heißt es, kennt jeder noch jeden. Im Besonderen trifft das auf den Landarzt zu, dem seine Patienten über die Jahre so manches Geheimnis anvertrauten. Hier wird er nicht nur als Mediziner geschätzt, sondern auch als Seelsorger und Ratgeber in fast allen Lebenslagen. Dr. Jean-Pierre Werner erscheint wie der Prototyp des pflichtbewussten Landarztes, der seine Arbeit seit über 30 Jahren weniger als Beruf denn als Berufung versteht. Doch dann heißt es, man habe bei ihm einen nicht-operablen Tumor entdeckt. Plötzlich ist nichts mehr so wie vorher. Die Chemotherapie zwingt ihn dazu, eine Vertretung einzustellen. Mit der selbstbewussten, charmanten Dr. Nathalie Delizia findet der Erkrankte schneller als gedacht die zunächst eher widerwillig akzeptierte Unterstützung für seine Praxis. Im Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller schimmert immer wieder die menschliche Tiefe dieses bereits in Frankreich zum Publikumsliebling avancierten Arthouse-Hits durch.