Mo. 11.12.2017 / 20:00

FÉLICITÉ

Ein starkes Sozialdrama und das Porträt einer Kämpferin die zur madonnenhaften Ikone wird.

© 2016 GRANDFILM Copyright

Félicité ist Sängerin und tritt jeden Abend in einer Bar in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) auf. Sie ist eine Frau in der Mitte ihres Lebens, stolz und unabhängig, doch sobald sie singt, scheint sie die Welt um sich herum zu vergessen. Mit ihrer Musik hypnotisiert und bewegt sie ihr Publikum. Als ihr Sohn nach einem schweren Unfall im Krankenhaus liegt und dringend operiert werden muss, versucht Félicité, das dafür nötige Geld aufzutreiben. Sie begibt sich auf eine atemlose Reise durch die kongolesische Metropole zwischen großer Armut und dekadentem Reichtum. Bei den Internationalen Filmfestspielen 2017 in Berlin erhielt der Film den Großen Preis der Jury.

So. 17.12.2017 / 11:00

MANIFESTO

Die Videoinstallation von Julian Rosefeldt mit Cate Blanchett ist als Film ein Fest für die Augen.

© 2017 DCM

Die Grenzen zwischen Galerien und Kino sind immer fließender geworden. Ursprünglich war „Manifesto“ für große Kunstausstellungen in Museen geplant, wo in einem riesigen Saal auf 13 Leinwänden kurze Filme in unterschiedlichen Settings vor allem eins zeigten: Cate Blanchett. Die australische Oscarpreisträgerin schlüpfte in die unterschiedlichsten Rollen, von einer Nachrichtensprecherin, über einen Obdachlosen, eine Börsenmaklerin, eine Trauerrednerin, eine Punkerin, eine Wissenschaftlerin, bis zu einer Lehrerin. Von der Pop-Art bis zum Dogma 95: die Manifeste verschiedener Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts werden durch die verschiedenen Rollen verkörpert. “Manifesto“ greift auf die Texte von Futuristen, Dadaisten, Fluxus-Künstlern, Situationisten und anderer Künstlergruppen zurück, ebenso wie auf die Überlegungen einzelner Künstler, Architekten, Tänzer und Filmemacher. Julian Rosefeldt hat die Manifeste in brillanten Collagen zusammengefügt und so die Ideen von Claes Oldenburg, Yvonne Rainer, Kasimir Malevich, André Breton, Jim Jarmusch, Sol LeWitt und vielen mehr miteinander verbunden. In jedem Fall ist dieser Film ein ganz ungewöhnliches Erlebnis, ein Experiment, das vor allem dann beeindruckt, wenn man Lust hat, die Wandelbarkeit von Cate Blanchett in kurzen 95 Minuten vorgeführt zu bekommen.

Mo. 18.12.2017 / 16:00

TIMM THALER ODER DAS VERKAUFTE LACHEN

Ein Film nach dem gleichnamigen Roman von James Krüss.

© Constantin

Der junge Timm Thaler lebt in den 1920er Jahren mit seinem Vater in einer kleinen Gasse in einer deutschen Stadt. Auch wenn er in ärmlichen Verhältnissen groß wird, ist er glücklich, und er besitzt ein Lachen, dem niemand widerstehen kann. Dieses ist so ansteckend und entwaffnend, dass der wohlhabende Baron Lefuet es unbedingt besitzen will. Er glaubt, damit zu einer Sympathiefigur zu werden und so andere Menschen leichter manipulieren zu können und schlägt Timm einen ungewöhnlichen Handel vor. Timm wird in Zukunft jede Wette gewinnen können, wenn er ihm sein besonderes Lachen verkauft. Timm unterschreibt den Vertrag, um so die Schulden seiner Familie zu begleichen. Obwohl er sich dank der neuen Fähigkeit scheinbar alle Wünsche erfüllen kann merkt Timm bald, dass mit seinem Lachen auch seine Lebensfreude verloren gegangen ist. Er macht sich auf die Suche nach Lefuet, um sich sein Lachen zurück zu holen. Der Regisseur Andreas Dresen hat einen warmherzigen und spannenden Film geschaffen, der mit großartigen Bildern und einer klaren Botschaft gegen Gier und Konsumverhalten unter die Haut geht. Eine fantasievolle, kapitalismuskritische “Faust-Legende“ für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Geht bitte mit einem gesunden Lachen in die Weihnachtszeit!