Di. 31.05.2016 / 20:00

CÓMO GANAR ENEMIGOS / VHS Cine Español OmU

SO MACHT MAN SICH FEINDE

Lucas, ein junger Anwalt aus Buenos Aires, lernt die gut aussehende Bárbara in einem Café kennen. Lucas hält sie für perfekt, denn wie er interessiert sie sich für Literatur, die ihm so wichtig ist. Gleich bei ihrem ersten Date nimmt er sie mit nach Hause. Am nächste Morgen sind Bárbara und sein Geld, das er am Tag zuvor bei seiner Bank für die Bezahlung seines Apartments abhoben hatte, verschwunden. Fest entschlossen, die Frau und sein Geld wiederzubekommen, macht er sich auf eine abenteuerliche Suche und kann nicht glauben, auf was er dabei trifft.

Mo. 06.06.2016 / 20:00 Uhr

HOLOGRAMM FÜR DEN KÖNIG

Tom Tykwer macht aus dem Roman von Dave Eggers eine kafkaeske Komödie mit einem großartigen Tom Hanks.

Es ist eine Parabel über den Fluch der Globalisierung, ein nüchternes Stück über das Älterwerden, eine intensive Betrachtung der arabischen Welt und eine behutsame Liebesgeschichte. Tom Hanks spielt den 55 Jahre alten amerikanischen Manager Alan Clay, einst erfolgreich, akut aber in einer schwelenden Familien- und Lebenskrise, der eine neue Chance erhalten hat: Er soll ein holografisches  Telefonkonferenzsystem an den König von Saudi-Arabien verkaufen. Ihm ist ein Team zur Seite gestellt, das in einem Zelt in der Wüste – dort, wo einmal eine Metropole entstehen soll – darauf wartet, dass der König kommt. Die Tage verstreichen, der König kommt nicht. Fest vereinbarte Termine erweisen sich als reichlich relativ. Mit seinem leicht paranoiden Fahrer erkundet Alan Clay derweil das Königreich und lernt ein Land kennen, in dem Hinrichtungen und Alkoholverbot genauso existieren wie High-Tech-Krankenhäuser und Partyexzesse. „Ich habe die Orientierung verloren“ stöhnt der einst Unerschütterbare und wird noch verzweifelter, als er eine seltsame Geschwulst an seinem Rücken entdeckt. Eine selbstbewusste saudische Ärztin, die eigentlich nur seine Zyste behandeln soll, wird jedoch sein Leben grundlegend ändern.

Mo. 13.06.2016 / 20:00 Uhr

DER WERT DES MENSCHEN

Das Gesetz des Marktes gilt – der einzelne Mensch mit seinem privaten Schicksal nur wenig.

Über ein Jahr ist Thierry Taugourdeau schon arbeitslos: Der Film skizziert den Zustand der Arbeitslosigkeit in Szenen, die das Gesetz des Marktes dokumentieren, und in ihrer Banalität, Peinlichkeit, Absurdität, Tragik durchaus Alltag einer großen Zahl Arbeitsloser sind. Thierry sitzt bei seinem Berater auf dem Arbeitsamt und beschwert sich über die Umschulung zum Kranführer, die man ihm aufzwingen will. Sinnlos sei das, sagt der ehemalige Programmierer, denn jemand, der zuvor noch nie auf einer Baustelle gearbeitet hätte, wäre doch als Kranführer denkbar ungeeignet. Als er schließlich einen Job als Detektiv in einem Supermarkt erhält, wird ihm bei der Einweisung unverblümt erklärt, dass er auch die Kassiererinnen zu überwachen habe, weil der Chef jede kleine Verfehlung nutzen möchte, um zwecks Gewinnmaximierung das Personal zu entlassen. Damit ist nun auch Thierry Teil eines unmenschlichen Systems und wird sich angesichts der folgenden Ereignisse überlegen müssen, wie er sich dazu verhält. Für seine Rolle als Thierry gewann der Schauspieler Vincent Lindon beim Festival in Cannes den Preis als Bester Darsteller. Hinter den unbewegten Gesichtszügen dieses Mannes, sieht man es ständig arbeiten. Sein Körper vermittelt den Druck, unter dem er steht. Und so gibt es in dem Film auch nur eine einzige Szene mit lächelnden Menschen: Wenn Thierry, seine Frau und ihr behinderter Sohn zuhause tanzen, sagt ihnen für einen kleinen gelösten Moment niemand, was sie zu tun haben.

So. 19.06.2016 / 11:00 Uhr

HEART OF A DOG

Ein vielschichtiger, assoziativer Essay über das Leben, die Liebe und den Tod.

Dass Laurie Andersons Film trotz einer sehr persönlichen, ja intimen Note, alles andere als eine Nabelschau geworden ist, macht „Heart of a Dog“ zu einem berührenden, herausragenden Film. Vieles dreht sich in diesem Film ums Sterben und darum, wie man es richtig macht. Am besten zu Hause: Menschen wie Tiere. Und weil es um ihre Toten geht, um ihren Mann Lou Reed, ihren Terrier Lolabelle, um ihre Mutter und ihren Freund, den Künstler Gordon Matta-Clarc, bietet Laurie Anderson alles auf, was zur Verfügung steht. Philosophisches, ihre Musik, ihre Phantasie. Das alles fügt die Künstlerin in einen Bilderreigen zu einer Film-Collage zusammen, die sich wie ein Gedicht entfaltet und die Schönheit des Seins zelebriert.

So. 19.06.2016 / 20:00 Uhr

DIE KOMMUNE

Vom Glück und Leid revolutionärer Bürgerlichkeit.

Der Architekturdozent Erik erbt das große Haus seines Vaters bei Kopenhagen. Seine Frau Anna schlägt vor Freunde einzuladen, hier mit ihnen zu wohnen. Bald zieht ein Dutzend Frauen, Männer und Kinder in die Villa ein, trifft gemeinsame Entscheidungen, diskutiert und reibt sich an den kleinen und größeren Eigenheiten des jeweils anderen. Frei nach eigenen Erlebnissen beschreibt der Regisseur ein privates Experiment in den Siebzigerjahren, bei dem Gemeinschaft und Individualität, Freiheit und Tradition kollidieren, und dessen Glücksversprechen auch Gefahren birgt.

Mo. 20.06.2016 / 20:00 Uhr

ROOM / RAUM

Nur 9 Quadratmeter Welt – aber die Gedanken sind frei.

Wie existiert man, wenn vier Wände die Welt bedeuten, das Leben sich auf einer winzigen Fläche ereignet? Jack ist in einen braun verkleideten „Raum“ hineingeboren, hat das Mobiliar komplett vermenschlicht, Tisch, Lampe, Wanne, Stuhl sind seine einzigen Freunde – abgesehen von seiner Mutter, die dem Jungen einen eigentümlichen Kosmos gebaut hat. Sie erzählt ihm, dass hinter dem Raum das Weltall beginnt. Der Zuschauer beginnt zu ahnen, dass dem Leben im Raum eine Entführung vorausging und dass als Vater nur der Täter in Frage kommt. Die für den Film mit dem Oscar ausgezeichnete Hauptdarstellerin Brie Larson und der neunjährige Jacob Tremblay spielen die Beziehung zwischen Mutter und Kind unglaublich intim. Mit seinem fünften Geburtstag bekommt Jacks Welt Risse, schon bald kann die Mutter mit der Realität nicht länger hinterm Berg halten. Aber zu keiner Zeit kippt der Film ins Klischeehafte oder verkommt zur geifernden Sensationsgeschichte. Der Fokus liegt immer auf der Beziehung zwischen dem lebenshungrigen Jungen und seiner Mutter. Die eigentliche Frage ist dann auch, wie man nach sieben Jahren Raum da draußen weitermacht, wenn die dramatische Flucht endlich gelungen ist.

Di. 21.06.2016 / 20:00 Uhr

BRIDGE OF SPIES / VHS English Cinema OmU

Die historischen Ereignisse um den ersten Agentenaustausch in Ostberlin 1962.

Steven Spielberg ist ein Meister der Exposition. Seine Eröffnungssequenz zu „Der Soldat James Ryan“ (mit Tom Hanks in der Titelrolle) ging in die Filmgeschichte ein. Sein neuer Film fängt gelassener an, weil es hier um einen ganz anderen, verdeckten, nämlich den Kalten Krieg geht. Einige FBI-Agenten beschatten im New York des Jahres 1957 einen Mann, der ihnen im Gedränge zu entkommen droht. Der Verfolgte taucht wieder auf, als die Bundespolizisten ihn bereits aufgegeben hatten. Der Verfolgte, mit dessen Gelassenheit sich die Kamera zu verbünden scheint, ist keineswegs der Held des Films, sondern Rudolf Abel, ein sowjetischer Spion, großartig gespielt von Mark Rylance – der dafür den Oscar als bester Nebendarsteller erhielt. Als ihn die Behörden vor Gericht stellen, wird der Versicherungsanwalt James Donovan (wieder Tom Hanks) als Pflichtverteidiger unter Vertrag genommen. Der couragierte Verteidiger nimmt sein Mandat ernster als man es erwartet hatte. In zweiter Instanz gelingt es ihm, das erwartete Todesurteil in  eine Freiheitsstrafe umzuwandeln. Er überzeugt den Richter, dass Abel als Tauschware im Agentengeschäft von größerem Nutzen sei, als auf dem elektrischen Stuhl. Einige Zeit später wird ein amerikanisches Spionageflugzeug  abgeschossen und der Pilot in der UdSSR vor Gericht gestellt. Nun soll Donovan in Berlin den Agentenaustausch aushandeln.

Mo. 27.06.2016 / 20:00 Uhr

LOVE & MERCY

Filmporträt von Beach Boy Wilson: Das Leben des Brian.

Als Kind wurde Brian Wilson von seinem Vater, dem späteren Manager der Familienband „Beach Boys“ so heftig geschlagen, dass er auf einem Ohr taub blieb. In Bill Pohlads Musiker-Porträt, in dem vieles anders ist als in klassischen Biopics, begegnet man Brian Wilson erst, als er schon ein junger Mann ist. Der Film beginnt  mit einer wilden Fahrt durch seinen Gehörgang. Dort spielen sich spektakuläre Dinge ab. Doch nicht nur Dämonen suchen den Musiker in Form von Geräuschen und Halluzinationen heim, er hört auch die himmlischen Töne jener zauberhaften Musik , die sich unter anderem in seinem Meisterwerk, dem Beach-Boys-Album “Pet Sounds“ von 1966 manifestiert. Wie nähert man sich einem solchen Titanen, der heute in einem Atemzug mit den Großen des American Songbooks genannt wird? Regisseur Bill Pohlad gelingt es, den Prozess des Komponierens vom ersten Ton bis zur fertigen Orchesterversion mit Klängen, Bild-Montagen und Impressionen in kongenialer Weise auch emotional nachvollziehbar zu machen. Ein stimmiges Bild des Enigmas Brian Wilson, der, gemeinsam mit seiner Ehefrau Melinda Ledbetter, den Regisseur beim Dreh sensibel unterstützte.