Sa. 29.07.2017 / 18:00

Cèleste

Ein Szenario der Stille und des Wartens bildet den Auftakt des geradezu zärtlichen Dramas, das auf den Memoiren der langjährigen Haushälterin des französischen Romanciers Marcel Proust (1871-1922) beruht: Cèleste Albaret, die ihre Erinnerungen an die intensiven Zeiten im Dienste des Autors von “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ erst im Jahr 1973 niederschreiben und unter dem Titel “Monsieur Proust“ veröffentlichen ließ, über ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des Schriftstellers. Paris 1914: Ursprünglich sollte die junge Cèleste (Eva Mattes), die Ehefrau des Chauffeurs Odilon Albaret, lediglich als Aushilfe bei diesem häufigen Fahrgast ihres Mannes einspringen, doch die ebenso feinfühlige wie kluge Frau wird neun Jahre lang im Haus von Marcel Proust tätig sein, und zwar als Haushälterin, Gefährtin, Vertraute und schließlich gar Lektorin des kränklichen Romanciers, der im Begriff ist, sein gewaltiges Lebenswerk zu vollenden. Bis zu seinem Tod wird Cèleste an seiner Seite weilen. Das Regiedebüt von Percy Adlon wurde von der Filmkritik wegen des sensiblen wie sorgfältigen Umgangs mit den Hauptfiguren gelobt. Eva Mattes erhielt für ihre Darstellung der Cèleste den Bayerischen Filmpreis.

Sa. 29.07.2017 / 20:00

Deutschland, bleiche Mutter

Die Liebesgeschichte von Lene und Hans beginnt im Sommer des Jahres 1939. Die Beziehung der beiden entwickelt sich schnell: Noch am Ende des Sommers heiraten sie. Als mit dem Überfall der Deutschen auf Polen am 1. September 1939 der Krieg ausbricht, wird Hans zur Wehrmacht eingezogen. Das Eheleben der beiden hatte noch gar nicht richtig begonnen, da sind sie bereits zwangsweise getrennt. Von nun an sehen sie sich nur, wenn Hans auf Fronturlaub für kurze Zeit in der Heimat ist. Das junge Ehepaar bleibt sich dabei fremd. In einer Bombennacht wird Tochter Anna geboren, in einer weiteren Bombennacht verliert die Familie ihr Zuhause. Obdachlos kämpft sich Lene mit ihrer kleinen Tochter durch die Kriegswirren. Aus dem unerfahrenen Mädchen Lene wird allmählich eine selbstbewusste junge Frau, die für sich und ihre Tochter ums Überleben kämpft. Nach dem Krieg kommt Hans zurück in eine für ihn inzwischen fremde Welt und fühlt sich um sein Leben betrogen. Auch Lene entspricht nicht mehr dem konservativen Bild, das er von einer Ehefrau hat. Die Ehe beginnt zu kriseln. Lene erkrankt an Depressionen. Auf der Berlinale 1980 wurde der Film innerhalb des Wettbewerbs gezeigt, ging aber leer aus. Auf dem Frauenfilmfestival in Créteil, Frankreich gewann er den Hauptpreis. Der Filmtitel stammt aus einem Gedicht von Bertolt Brecht: O Deutschland, bleiche Mutter! Wie haben deine Söhne dich zugerichtet Daß Du unter den Völkern sitzest Ein Gespött oder eine Furcht!

So. 30.07.2017 / 18:00

STROSZEK

Im Rahmen des FÜNF SEEN FILMFESTIVALS zeigen wir zwei frühe, große Werner Herzog-Filme mit Eva Mattes, die für drei Tage unser Ehrengast sein wird.

Bildrechte: Copyright "Deutsche Kinemathek - Werner Herzog Film"

Bruno Stroszek, ein strafentlassener Straßensänger in Berlin, sucht sein Glück zusammen mit der Prostituierten Eva in Amerika. Der Plan scheitert. Ein Film von großer Natürlichkeit, der von der nationalen und internationalen Presse wegen seiner intensiven künstlerischen Inspiration und Gestaltungskraft gelobt wurde, und der den Preis der Deutschen Filmkritik erhielt.

So. 30.07.2017 / 20:00

WOYZECK

Im Rahmen des FÜNF SEEN FILMFESTIVALS zeigen wir zwei frühe, große Werner Herzog-Filme mit Eva Mattes, die für drei Tage unser Ehrengast sein wird.

Bildrechte: Copyright "Deutsche Kinemathek - Werner Herzog Film"

Herzogs Film ist die bekannteste Verfilmung von Georg Büchners gleichnamigem Bühnenfragment und hält sich stark an die literarische Vorlage. Lange Einstellungen in den Szenen, meist Totale fast ohne Gegenschnitte, erwecken den Eindruck eines Theaterspiels. Scharfe Schnitte zwischen den Szenen deuten das Fragmentarische von Büchners Stück an. Der Film bekam den Gilde-Preis in der Kategorie Deutscher Film. Eva Mattes erhielt auf den Filmfestspielen von Cannes 1979 den Preis als Beste Nebendarstellerin und die Nominierung für die Goldene Palme.