Di. 06.12.2016 / 20:00

AMARCORD VHS/Cinema Italiano

Eine bildmächtige Schau des vielfältigen, abgrundtief hässlichen wie unendlich schönen Lebens.

„Amarcord“ heißt „Ich erinnere mich.“ Fellini erinnert sich an seine Jugend in Rimini und zeichnet eine von einfachen Menschen, Käuzen und Originalen belebte Provinzlandschaft, wobei er auch psychische und politische Bedingtheiten der 30er- und 40er Jahre einbezieht. Der Film ist kein objektiver Bericht, sondern ein durch Erinnerungen verändertes und verwandeltes Zeitbild, in dem der Satiriker Fellini seiner Phantasie und Vorliebe fürs Groteske freien Lauf lässt. Die grotesken großen und kleinen Erinnerungen sind zeitlos wie dieser Film, der als Bester fremdsprachiger Film den Oscar gewann.

So. 11.12.2016 / 11:00

RICHARD DEACON – IN BETWEEN

Ein dichtes Porträt über einen der spannendsten Künstler der Moderne.

Sein tiefes Interesse an Materialien und deren Manipulierbarkeit und sein innovativer Umgang mit der Form machen ihn zu einem der erfinderischsten Künstler der Gegenwart. Deacons Skulpturen gewinnen sofort unsere Aufmerksamkeit als komplexe Lineamente, rhythmische Verflechtungen oder organische Körper und beeindrucken durch die außergewöhnliche Durchdringung von Form, Oberfläche und Raum. Je nach Standort werden Ansichten und Durchsichten gewährt, die auch den Leerraum innerhalb der Skulpturen und um sie herum als immaterielle Form erscheinen lassen, ebenso wie das Material. Das bildhauerische Werk entsteht erkennbar aus der materiellen Beschaffenheit der verwendeten Werkstoffe: Bugholz, Beton, Edelstahl, PVC und Keramik. Die Arbeiten spiegeln in ihrer Komplexität das Leben in all seinen Dimensionen wider und laden zu intensiver Reflexion ein.

So. 11.12.2016 / 20:00

DIE GETRÄUMTEN

Im Zentrum stehen Ingeborg Bachmann und Paul Celan.

Um Liebe und Hass, um richtige und falsche Worte geht es in diesem großartigen Film: Ingeborg Bachmann und Paul Celan haben sich im Nachkriegs-Wien kennen gelernt, ihr intensiver Briefwechsel zwischen 1948 und 1967 bildet die Textgrundlage. Zwei junge Schauspieler, Anja Plaschg und Laurence Rupp, treffen sich in einem Tonstudio, um daraus zu lesen. Die dramatisch schwankenden Gefühle der Briefe – zwischen Rausch und Zweifel, Sehnsucht und Erschrecken, Nähe und Eifersucht – gehen auf die Schauspieler über. Aber sie amüsieren sich auch, streiten, rauchen, reden über Musik und die Welt. Ob die Liebe damals oder die Liebe heute, ob Inszenierung oder Dokumentation: Wo die Ebenen verschwimmen, schlägt das Herz dieses Films. Bei der DIAGONALE 2016 wurde der Film als bester Spielfilm ausgezeichnet.

Mo. 12.12.2016 / 20:00

MENSCHEN IM HOTEL / GRAND HOTEL

Die allererste und allerbeste Verfilmung des Romans von Vicki Baum.

Die verwickelte Handlung schildert die verwobenen Schicksale mehrerer Menschen, die sich Ende der 1920er Jahre im „Grand Hotel“ von Berlin aufhalten und deren Lebensläufe sich während 24 Stunden immer wieder überkreuzen. Unter den Blicken von Dr. Otternschlag, der seit einer Kriegsverletzung seinen ständigen Aufenthalt im Hotel genommen hat, beginnt der Film nach einer kurzen Vorstellung der meisten Protagonisten mit dessen Bemerkung „Menschen kommen, Menschen gehen. Nie passiert etwas.“ Danach treffen die einzelnen Hauptpersonen ein. Grusinskaya (Greta Garbo!) war vor der Oktoberrevolution die berühmteste Ballerina in Russland. Jetzt ist sie über den Zenith ihrer Karriere hinaus und leidet unter starken Depressionen. Gleichzeitig mit ihr trifft Baron von Gaigern ein (John Barrymore!), ein  Lebemann, der sich mit Diebstählen über Wasser hält. Der Hoteldirektor Preysing (Wallace Beery!) befindet sich mit künftigen Teilhabern in Verhandlung, um einen Bankrott abzuwenden. Er ruft nach seiner Stenotypistin Flämmchen (Joan Crawford!), um ihr einige Briefe zu diktieren. Diese lässt erkennen, auch zu mehr bereit zu sein, als nur Briefe zu tippen. Zur selben Zeit kommt Herr Kringelein (Lionel Barrymore!) an, ein Buchhalter, der von seiner unheilbaren Krankheit erfahren hat und mit seinen beachtlichen Ersparnissen seine letzten Tage im Luxus genießen möchte. Der erste US-amerikanische Spielfilm mit All-Star-Cast wurde ein großer internationaler Erfolg und erhielt 1932 den Oscar als bester Film. Wir zeigen ihn zu der Aufführung vom Theater Waidspeicher am Donnerstag 15.12. im Stadttheater

Mo. 19.12.2016 / 16:00

KÖNIG LAURIN

Fantasyfilm für die ganze Familie, der auf der Südtiroler Sage des Zwergenkönigs Laurin beruht.

Der kleingewachsene Sohn des Königs Dietrich hat es nicht leicht im Königreich seines Vaters. Theo ist nämlich ein großer Pflanzenliebhaber – jedoch sind Blume, Strauch und Baum im Land verboten. Der Thronfolger wächst zu einem 16-jährigen Jungen heran, bleibt aber, sehr zum Ärger seines Vaters, trotzdem einen Kopf kleiner als alle anderen. Da Theo folglich für seinen Vater eine große Enttäuschung ist, freundet er sich mit einem anderen Herrscher an, mit dem er eher auf Augenhöhe ist: König Laurin. Laurin ist nicht nur der König der Zwerge, er teilt mit Theo auch die Liebe zur Pflanzenwelt. Nach anfänglicher Skepsis entwickelt sich zwischen den beiden eine ungewöhnliche Freundschaft. Theo lernt was es heißt sich den Zwängen des Umfelds zu entziehen. Wie es in einem Märchenfilm sein muss, siegt letztlich das Gute über das Böse und es gelingt die Versöhnung zwischen den Zwergen und den Menschen. Sehr sensible und mit viel Liebe zum Detail erzählt der Film diese Geschichte. Ein Märchenfilm im mittelalterlichen Touch, der aber in seinem Sprachduktus mit deutlichen Anklängen an die heutige Zeit aufwartet. Bei der Verleihung des “Goldenen Spatz 2016” wurde der Film von der Kinderjury gleich in den drei Hauptkategorien ausgezeichnet: Bester Film, Beste Regie, bester Hauptdarsteller.