Fr. 29.07.2016 / 19:00 Uhr

Du mich auch

In Anwesenheit von Regisseur Dani Levi. Eine Berliner Liebesgeschichte im Kugelhagel wurde zum Kultfilm.

In den Wirren der Liebe noch einmal so richtig durchstarten? Die Erotik hat gelitten, Streit bleibt nicht aus, nichts geht mehr – Trennung. Doch dann ist da plötzlich eine Leiche, Gangster nehmen die Verfolgung auf und das getrennte Paar irrt durch die Straßen der Stadt. Sie schlafen in der Gasse, träumen sich ans Meer, verlieren sich, finden sich, werden erschossen und leben weiter, wie im richtigen Leben: Romeo und Julia. Die selbstironische Romanze hat eine Qualität, die man in vielen politisch und akademisch ausgereiften Filmen vergebens sucht. Eine völlig unverkrampfte und trotzdem im Detail durchtriebene Komödie, ein grandioses Debüt von Dani Levy.

Fr. 29.07.2016 / 21:00 Uhr

DIE WELT DER WUNDERLICHS

In Anwesenheit von Regisseur Dani Levi. Eine Srewball-Komödie.

Mimmi Wunderlich, alleinerziehende Musikerin und überforderte Mutter eines phantasievollen, hyperaktiven Sohnes, sieht eine große Karrierechance, als ihr Sohn sie heimlich bei einer Schweizer Casting-Show anmeldet. Doch sie hat die Rechnung ohne ihre „liebe“ Familie gemacht, sie sie unbedingt begleiten will. Eine hinreißende Komödie über chaotische Eltern und unverstandene Kinder, über die Kraft der Träume und den Mut der Unangepassten. Und einem wunderbarem Ensemble vor der Kamera.

Sa. 30.07.2016 / 19:00 Uhr

ABSOLUTE GIGANTEN

In Anwesenheit von Sebastian Schipper. Das Filmdebüt von Sebastian Schipper mit Kultstatus.

Die drei Hamburger Jungs Floyd, Ricco und Walter sind allerbeste Freunde. Walter ist Lackierer in einer Hinterhofwerkstatt, Ricco hält sich für einen großen Rapper und jobbt in einem Schnellimbiss. Für Floyd beginnt ein neuer Lebensabschnitt: nachdem er eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe abgebüßt hat, heuert er auf einem Containerschiff an. Obwohl seine Freunde über diese Entscheidung enttäuscht und verärgert sind, beschließen sie, den letzten Abend gemeinsam zu verbringen. Es wird ein ereignisreicher Abend mit viel Wodka und in seinen gelungensten Momenten, besonders in der Bildgestaltung und Schauspielführung, ein eindrucksvoller Film vom Weggehen und vom Dableiben, vom Normalen und von der Sehnsucht. Ein Film, der davon handelt, wie man dagegen rebelliert, dass das Leben klein und langweilig ist.

Sa. 30.07.2016 / 21:00 Uhr

VICTORIA

In Anwesenheit von Sebastian Schipper. Das vibrierende Ende einer Berliner Nacht: 140 Minuten ohne Schnitt

Ein kühnes Experiment ist dieser Film, der sich mit vitalem Furor gegen die sterile Perfektion der digitalen Bilder auflehnt und stattdessen Raum schafft für die Unabwägbarkeiten des Lebens. Es beginnt in einer schummrigenTechnoclubhöhle, in einem Meer aus flackernden Lichtern  und wummernden Bässen. Ganz langsam fischt die Kamera eine Figur aus der Masse der zuckenden Leiber, die junge Spanierin Victoria. Ihr zwischen Neugier und Unsicherheit schwankender Blick auf die Welt prägt den Film genauso wie der Mir-gehört-die-Welt-Machismo der vier Jungens, mit denen sie Minuten später vor dem Club rumsteht. Aus der verlängerten Clubnacht ergibt sich eine Liebesgeschichte, die sich wiederum in einen Krimi verwandelt. Der Lohn für das gesamte Filmteam bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2015 kann sich sehen lassen: Bester Film – Beste Regie – Beste Kamera – Beste Filmmusik, Beste weibl. Hauptrolle, beste männl. Hauptrolle!!!

So. 31.07.2016 / 20:00 Uhr

METROPOLIS

Ein Meilenstein des Stummfilms mit Live Musik vom “Trio Tempo Nuovo“

In der Zukunftsstadt Metropolis, deren Glanz und Reichtum von unterirdisch lebenden Proletariermassen geschaffen wird, entfesselt ein dämonischer Wissenschaftler einen Sklavenaufstand, in dem er einen weiblichen Maschinenmenschen als Agitator benutzt. Die Revolte endet in Maschinenstürmerei, führt jedoch zur Versöhnung von Arbeiterklasse und Oberschicht. Fritz Lang verbindet in seinem Stummfilmepos Motive des deutschen Expressionismus mit technischer Utopie und politischer Spekulation: Filmästhetisch ein virtuos durchkomponiertes Licht- und Schattenspiel, das durch Montagerhythmus und Architektonische Fantasie fesselt. Zeitgeschichtlich darüber hinaus ein Kommentar zur Sozialpsychologie in der Weimarer Republik.

Mo. 01.08.2016 / 19:00 Uhr

FRITZ LANG

In Anwesenheit des Regisseurs Gordiano Maugg. Ein Doku-Drama über die Entstehung von M – Eine Stadt sucht einen Mörder

Der Regisseur Gordian Maugg verfolgt in seinem Film auf den Spuren des Meisterregisseurs die Entstehung dieses ersten deutschen Tonfilms, der weltweit als ein Meilenstein der Filmkunst angesehen wird. Fritz Lang, überzeugend dargestellt von Heino Ferch, ist seit vielen Jahren erfolgreich in der Filmbranche aktiv und gilt unter den Regisseuren als absoluter Star. Nach seinen letzten Arbeiten leidet er jedoch unter einer Schaffenskrise und sucht verzweifelt nach neuen Stoffen. Zeitgleich fahndet die Polizei nach einem gefürchteten Serienmörder, der in Berlin sein Unwesen treibt. Fritz Lang glaubt, endlich die Geschichte für einen neuen Film gefunden zu haben. Umso mehr er sich in den grausigen Fall hineinsteigert, umso stärker kommt aber auch seine eigene dunkle Vergangenheit zu Tage. Er ist in der Darstellung dieses Films kein Übergenie, sondern ein Getriebener hinter der Maske eines Snobs.

Mo. 01.08.2016 / 21:00 Uhr

M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER

Dieser Film ist Weltkulturerbe im Herzen aller, die das Kino lieben.

Fritz Langs erster Tonfilm gehört zu den absoluten Meisterwerken des deutschen und internationalen Vorkriegskinos. Verweise auf das gesellschaftliche Klima der Weimarer Republik am Vorabend des Nationalsozialismus sind augenfällig: Obrigkeit und Unterwelt erscheinen als gleichartige Organisationen, die den „Abartigen“ im Namen des „gesunden Volksempfindens“ gemeinsam zur Strecke bringen. Langs sarkastische Darstellung von Menschenjagd und Massenhysterie sowie Peter Lorres geniale Interpretation als Mörder und Opfer zugleich wurden von den Nationalsozialisten nicht ohne Grund als subversiv empfunden.

Mi. 03.08.2016 / 20:00 Uhr

DIE VERACHTUNG

Fritz Langs letzter Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Alberto Moravia.

Auf Capri wird unter der Regie Fritz Langs ein Film über die Irrfahrten des griechischen Helden Odysseus gedreht. Der amerikanische Produzent Prokosch (Jack Palance) verachtet Langs „Kunstkino“ und beauftragt den jungen Autor Javal (Michel Piccoli) mit der Überarbeitung des Drehbuchs. Außerdem macht er Javals Frau Camille (Brigitte Bardot)den Hof. Als sie spürt, dass ihr Mann sie mit dem Produzenten verkuppeln will, schlägt ihre Liebe in Verachtung um. Die letzte Einstellung zeigt Fritz Lang bei den Dreharbeiten auf der Dachterrasse der Villa Malaparte. Jean-Luc Godard gelang durch diese Zusammenarbeit einer seiner besten Filme, eine Satire auf das System Hollywood, eine unermüdliche Selbstreflexion über das Filmemachen und zugleich ein komplexes Beziehungsdrama. Ein würdiger Abschluss der kleinen Fritz Lang Werkschau!