Di. 25.10.2011 / 20:00

The King’s Speech

VHS / Films in English (OmU)

Es könnte einfach großer Kitsch sein: Die Geschichte eines Mannes, der gegen seinen Willen König wird und sein Stottern überwinden muss, um zu seinem Volk zu sprechen. Zumal es sich um die wahre Geschichte von Albert handelt, dem Vater der heute so beliebten Queen Elizabeth II. Als George VI bestieg er nur unwillig den Thron und hielt fortan als bekannter Stotterer seine Untertanen bei Ansprachen stets in Hochspannung. Man kann sich gut vorstellen, dass dieser Stoff in seiner Kombination aus Vorhersehbarkeit (Historie) und Gefühlsintensität (persönliches und patriotisches Pathos) einen gefälligen Film abgibt. Dass der Film trotzdem darüber hinaus sein Publikum auf eine Weise fesselt, wie man sie nur noch selten im Kino erlebt, liegt vor allem an dem wunderbaren Entfaltungsraum für die Schauspieler. Da ist in erster Colin Firth, der, wie man so sagt, die Rolle seines Lebens spielt – und dafür auch den Oscar erhielt. Zum anderen ist da der Oscar-Preisträger Geofffrey Rush, der dem Sprachtherapeuten Lionel Logue etwas von der Konventionenverachtung eines Punks verleiht und die besten Pointen setzen darf. Und nicht zuletzt auch Helena Bonham Carter als Gattin Mary, die aus wenigen Momenten so viel herausholt, dass man am Ende glaubt, sie sei ständig im Bild gewesen. Ihre Figur spielt eine Art Eheideal ganz nach angelsächsischem Modell: pragmatisch, zugewandt, partnerschaftlich. Der Film wird (wie gut!) in der Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt.