Mo. 30.04.2012 / 20:00

atmen

Die Geschichte eines Einzelgängers mit schlechter Sozialprognose

Mit seiner ersten Regiearbeit ist Karl Markovics nicht nur ein wunderbarer Film gelungen, sondern ein kleines Kunstwerk. Seine hochstilisierte, eigene Bildsprache ermöglicht einen realistischen Einblick in die sozialen Verhältnisse und die unterschiedlichen Lebenswelten, die eine Jugendstrafanstalt, ein Bestattungsunternehmen oder die Wohnung einer Verstorbenen ausmachen. Das ist das Umfeld des 19-jährigen Roman Kogler, kurz vor seiner Haftentlassung aus einer Jugendstrafanstalt. Ohne je Gefahr zu laufen, in den Sozialkitsch zu stürzen, offenbart der Regisseur gegenüber seinem Protagonisten eine Einfühlsamkeit, der sich auch abgebrühte Kinogänger kaum werden entziehen können.