Mo. 11.03.2013 / 20:00

der geschmack von rost und Knochen

Die Physik der Befreiung: ein außergewöhnliches Liebesdrama

Es ist eine Liebesgeschichte, die von Anfang an ganz körperlich ist, vom gegenseitigen Begehren geprägt, von Verwundungen und Schmerz. Der Film erzählt, angeregt von Craig Davidsons gleichnamiger Kurzgeschichtensammlung, wie Menschen durch harte Schicksalsschläge menschlicher, vollständiger werden. Es bietet sich hier an, den Inhalt des Films kurz zusammen zu fassen, um den eventuell aufkommenden Kitschverdacht gleich zu zerstreuen: Stéphanie, Dompteurin einer Meeresshow, bekommt bei einem Unfall von einem Orca beide Unterschenkel abgebissen. Durch die Beziehung mit dem Gelegenheitsboxer und Wachmann Ali findet sie jedoch neuen Lebensmut. Es ist das Aufeinandertreffen zweier auf ganz unterschiedliche Weise versehrter Menschen. Ali, das introvertierte Muskelpaket, und die in ihr Leid zurückgezogene Stéphanie sind zwei Schicksalsgenossen, die einander mehr brauchen als sie zunächst geahnt haben. Beglückt schaut man dabei zu, wie aus dem praktischen Nutzen, den die beiden voneinander haben, erst Nähe, dann Vertrauen und dann Liebe wird.