Mo. 16.12.2013 / 20:00

LIBERACE – BEHIND THE CANDELABRA

Die Geschichte des glamourösen Klavier-Genies und seines Geliebten

Auf den ersten Blick ist Steven Soderberghs (hoffentlich nicht letzter) Film eine Groteske, manchmal sympathisch bizarr und manchmal recht schaurig. Der berühmte Pianist und Entertainer Liberace und der junge Tierpfleger Scott sind fasziniert voneinander und beginnen eine Beziehung, die vor der Öffentlichkeit geheim bleiben muss. Homosexuelle haben in den Siebzigern  noch einen schweren Stand, erst recht, wenn sie im Rampenlicht stehen. Liberace wird immer obsessiver und beginnt, Scott in allen Bereichen seines Lebens zu kontrollieren, der immer mehr unter der besitzergreifenden Art leidet und dem Alkohol und härteren Drogen verfällt. Es ist keine Romanze mehr, ist nicht die Geschichte einer unanfechtbaren Schwulenliebe , von sympathischen Menschen, die einander alles bedeuten – sondern von zwei derangierten Gestalten, die einander wehtun. Michael Douglas und Matt Damon haben einen großartigen, hinreißenden Auftritt, fast verführerisch. Am Ende mag man sie doch, denn hinter der Fassade der Künstlichkeit entdeckt man ein ganz normales Paar, und man glaubt ihnen, dass sie einander geliebt haben. Auf ihre Art.