Mo. 30.09.2013 / 20:00

mutter und Sohn

Der Berlinale-Gewinner 2013 aus Rumänien

Die Geschichte aus der rumänischen Oberschicht ist kühl, klar und unspektakulär erzählt, auch wenn sie von der fast monströsen Mutterliebe handelt, mit der eine Frau ihren erwachsenen Sohn erdrückt, während sie alles tut, um ihn nach einem durch ihn verschuldeten Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang vor dem Gefängnis zu bewahren. Gerade in der nüchternen, dokumentarisch wirkenden Rekonstruktion des strategischen Feldzugs, den die Mutter in Gang setzt, um den Sohn zu schützen, erreicht der Film den deprimierenden Höhepunkt: Der rohe Materialismus und die arrogante , menschenverachtende Überzeugung, dass sich mit Geld alles richten lässt, nimmt einem den Atem. Ein beachtenswert inszenierter Film, der die komplexe Kunst des Einfühlungsschauspiels meisterhaft zur Anwendung bringt.