Mo. 18.11.2013 / 20:00

the sessions – wenn worte berühren

Die wahre Geschichte eines Poliokranken auf der Suche nach körperlicher Liebe

Mark O´Brien, den Helden des Films gab es wirklich: der amerikanische Lyriker erkrankte im Alter von 6 Jahren an Kinderlähmung. Vom Hals ab unbeweglich besorgte eine eiserne Lunge die Beatmung. Seine Texte schrieb er mit einem Stock, den er zwischen die Zähne presste und damit die Computertasten drückte. Er liegt auf seine Liege geschnallt, angewiesen auf die Hilfe einer Pflegerin. Seinen Priester bittet er um Erlaubnis, ohne Trauschein Sex haben zu dürfen. Cheryl Cohen Greene, die Sextherapeutin als ärztliche Geisha, erklärt ihrem Patienten jede ihrer zärtlichen oder forschen Bewegungen – das Ziel ist ein „vollzogener Akt mit Koitus“. „Du solltest es genießen“ sagt der Priester, und nie erschien der Rat eines Kirchenmannes weiser. Was THE SESSIONS vor anderen Publikumserfolgen auszeichnet, ist seine sensible Verquickung von Rührung und Humor. Man lacht und weint oft gleichzeitig.