Mo. 10.11.2014 / 20:00

BAAL

Über 40 Jahre haben die Brecht-Erben die Aufführung untersagt.

Nach Bertolt Brechts Worten behandelt das Stück, nicht die Verherrlichung nackter Ichsucht und schrankenloser Lebensgier eines asozialen Dichters, sondern die Reaktion eines ungebrochenen Ich auf die Zumutungen und Entmutigungen einer Welt, die selber asozial ist. Die SZ schreibt zur Wiederaufführung des Films nach 40 Jahren: „Ein Meisterstück der Kinopubertät, das grell ist und geil, morbide und fleischlich. Die Prätention ist manchmal unerträglich und gleichzeitig saukomisch. Es gilt, die Nachkriegsgesellschaft zu sabotieren, indem man ihre nützlichen Idioten funktionalisiert. Baal frisst sich durch, er nutzt alle aus, er demütigt die Frauen und stößt sie in den Staub.“ Bei der Produktion von Baal wirkten zahlreiche Personen mit, die seinerzeit kurz vor ihrem künstlerischen Durchbruch standen: Neben dem für Drehbuch und Regie verantwortlichen Volker Schlöndorff sind dies insbesondere der Kameramann Dietrich Lohmann, der Filmmusik-Komponist  Klaus Doldinger. Die Hauptrollen wurden besetzt mit Rainer Werner Fassbinder und Margarethe von Trotta, in weiteren Rollen: Hannah Schygulla, Günther Kaufmann, Irm Hermann, Walter Sedlmayr. Ein unbedingt sehenswerter Film!