Mo. 29.06.2015 / 20:00

DAS VERSCHWINDEN DER ELEANOR RIGBY

Die einsame Heldin eines Beatles-Songs über eine Welt ohne Liebe

„Das Verschwinden der Eleanor Rigby“ bestand ursprünglich aus zwei Filmen, „Her“ und „Him“, die das Zerbrechen einer jungen Ehe aus den unterschiedlichen Perspektiven der Frau und des Mannes schildern und auf dem Sundance Festival 2014 von Publikum und Presse gefeiert wurde. Ein Verleih zwang den Regisseur, aus den beiden Filmen einen einzigen zu machen, der mit dem Untertitel „Them“ in die Kinos kam. In Rückblenden, Tagträumen und Fantasievorstellungen lässt uns der Regisseur in das Innere von zwei Liebenden blicken, die weder miteinander noch ohne einander leben können. Je näher sie sich kommen, desto heftiger stoßen sie sich ab. Je rücksichtsvoller sie zueinander sind, desto schlimmer verletzen sie sich. Den Regisseur und Autor Ned Benson interessiert die Subjektivität der Empfindung und wie seine Protagonisten in ihren Verhaltensmustern gefangen sind. Dabei tastet er sich vorsichtig an mögliche Ursachen heran und zeigt, wo Sprachlosigkeit und Herzenseinsamkeit ihren Ursprung haben. Den großartigen Darstellern ist ein einfühlsames Filmdrama zu verdanken: James McAvoy als Conor, Jessica Chastain als Eleanor, Isabelle Hupert (Konzertpianistin) und William Hurt (Psychologieprofessor) als Eleanors Eltern.