Mo. 23.02.2015 / 20:00

THE CUT

Ein Filmepos von Fatih Akin über das Überleben im armenischen Genozid

Mardin, 1915. Der Armenier Nazaret Manoogian lebt mit seiner Frau und seinen Zwillingstöchtern im türkischen Teil des Osmanischen Reiches. Eines Nachts wird der junge Kupferschmied gewalttätig von seiner Familie getrennt und in die Wüste entführt, wo er Zwangsarbeiten für die Türken verrichten muss. Als der Befehl erfolgt, alle Armenier zu töten, überlebt Nazaret durch mehrere glückliche Umstände. Fortan befindet er sich wie viele Armenier auf der Flucht ohne Ziel. Er verliert alles, was er hat: seine Familie, sein Zuhause, seine Sprache. Im Libanon erfährt er in einem Waisenhaus, dass seine Zwillingstöchter den Völkermord überlebt haben. Von unendlicher Liebe und Sehnsucht angetrieben macht er sich auf eine rastlose Suche nach ihnen. Die Spur führt ihn über Havanna auf Kuba bis zu den Prärien North Dakotas. Dass  Fatih Akin, der Hamburger, seine Wurzeln im Volk der Täter hat -  war das mal ein Thema? „Überhaupt nie“ sagt der Armenier Mardik Martin, ein bekannter amerikanischer Drehbuchautor und Berater von Fatih Akin. „Bei diesem Film war er Armenier. Er war sogar armenischer als ich. Er ist geradezu besessen von der Wahrheit und hat den Historikern Löcher in den Bauch gefragt, und das, was er herausfand,  hat er in diesen Film gepackt. Ganz ohne Politik. Eine Geschichte des Überlebens.“