Mo. 09.05.2016 / 20:00

BROOKLYN

Eine Liebe zwischen zwei Welten.

Vorsicht, dieser Film ist nur etwas für professionelle Romantiker! Was natürlich daran liegt, dass er von drei professionellen Handwerkern gemacht wurde: „Brooklyn“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des wunderbaren irischen Schriftstellers Colm Tóibín. Das Drehbuch hat sein britischer Kollege Nick Hornby verfasst, der für seine Adaption für den Oscar nominiert wurde. Und der irische Regisseur John Crowley hat dessen Drehbuch als zärtliches Melodram inszeniert – ein Genre, das leider vom Aussterben bedroht ist. Das Mädchen Eilis (wunderbar gespielt von der ebenfalls oscarnominierten Saoirse Ronan) emigriert Anfang der Fünfziger aus einem winzigen irischen Städtchen ins wilde New York. Sie ist zu schüchtern für diese Welt, und allein die Schiffsreise ist für sie ein gewaltiges Abenteuer. In Amerika blüht sie langsam auf und lernt einen jungen Italoamerikaner kennen, in den sie sich schwer verliebt. Als ein Todesfall in der Familie sie zurück nach Europa zwingt, wo sie sich auf einen Flirt mit einem Jugendbekannten einlässt, sitzt sie in einer emotionalen Zwickmühle: Gefangen zwischen Heim- und Fernweh und zwischen zwei Männern. Wie es sich für ein vollkommenes Melodram gehört, finden Regie und Darsteller durchgehend einen ergreifenden, aber nie pathetischen Ton. Sehr sehenswert!