Mo. 24.10.2016 / 20:00

DER UNTERTAN

DEFA-Verfilmung des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann.

Diederich Heßling bedient alle Klischees vom guten preußischen Untertan. Er ist autoritätsgläubig, lernt aber, dass es am angenehmsten ist, auch über ein gewisses Maß an Macht zu verfügen. Dass man auch der Macht dienen muss, wenn man selber in Bezug auf Macht vorankommen möchte, lernt er ebenso: Nach oben buckeln und nach unten treten. Er schmeichelt sich deswegen beim Regierungspräsidenten von Wulckow ein.Unter dessen Schutz intrigiert er gegen Konkurrenten und paktiert in der Papierfabrik mit den von ihm abhängigen Sozialdemokraten, die auch dort arbeiten. Am Höhepunkt seiner Macht ist er angekommen, als er ordensgeschmückt in einem aufziehenden Gewitter ein Kaiserdenkmal einweihen und sich hier chauvinistisch in Rage reden kann. Die klare Politische Botschaft der Schlussszene wird da deutlich, wo aus dem anschwellenden Getöse des Donners und Windes dann als Fanal die Fanfare der NS-Wochenschau wird. Heinrich Mann hatte die Filmrechte für seinen 1918 erschienenen Roman der DEFA überschrieben, starb aber, bevor der Film 1951 gedreht wurde. In der ganzen Welt erhielt der Film hohe Anerkennung. Lediglich in der Bundesrepublik Deutschland wurde er für sechs Jahre verboten, da man den Film als einen Angriff auf die Bundesrepublik betrachtete, in der viele Ansätze eines erneuten Untertanenstaates sahen. Wir zeigen den Film „Der Untertan“ nach der Theateraufführung vom 23.Oktober.