Mo. 02.05.2016 / 20:00

Die Maisinsel

Kreislauf des Lebens in der Krisenregion des Kaukasus.

Der alte Landmann Abga nimmt nach altem Brauch eine winzige Insel in Besitz, die im Frühjahr bei sinkendem Wasserspiegel mitten im Fluss entstanden ist. Mit seiner 16-jährigen Enkelin Aisda baut er eine kleine Hütte und pflanzt Mais an. Während dieser wächst, erinnern Gewehrfeuer an den Ufern und vorbeifahrende Boote mit Bewaffneten immer wieder an den in der Region fortschwelenden Konflikt. Eines Tages findet Asida einen verwundeten Soldaten, den sie versteckt. Als dessen Verfolger sich bedrohlich nähern, bereitet der Großvater seine Flucht vor. Im Kreislauf von Bebauen, Säen, Ernten und Beschützen erzählt der Film von einem Leben unter feindlichen Bedingungen. Die Schönheit und Wildheit der Landschaft, die ausdrucksstarken Gesichter, einfache Handgriffe und sinnfällige Gesten sprechen für sich, Dialoge sind auf das Notwendigste beschränkt. Der Film wird so zum Gleichnis auf das menschliche Leben: Der Kreislauf von Geburt, Wachstum, Reife, Alter und Tod. Die Vorstellung von der Erde als Mutter, erzählt in meisterhaft arrangierten Bilderströmen. 2015 Oscarnominiert als bester ausländischer Film.