Mo. 18.04.2016 / 20:00

GRÜSSE AUS FUKUSHIMA

Eine poetische Geschichte vom Loslassen und Weiterleben am Ort der Katastrophe

Marie, eine junge Deutsche, reist auf der Flucht vor ihren zerplatzten Lebensträumen nach Japan. Sie schließt sich der Organisation „Clowns4Help“ an, die im Katastrophengebiet von Fukushima den Opfern der Katastrophe von 2011 ein wenig Trost und Freude in die Notunterkünfte bringen will, in denen überwiegend ältere Menschen noch immer leben, weil sie nicht wegziehen wollten oder konnten. Schon bald muss sich Marie eingestehen, für diese Aufgabe nicht geeignet zu sein. Kurz davor erneut davonzulaufen, begegnet sie der eigenwilligen Satomi, der letzten Geisha Fukushimas, die es sich in den Kopf gesetzt hat, in ihr zerstörtes Haus in der Sperrzone zurückzukehren. Marie hilft Satomi bei den Aufräumarbeiten. Dabei kommen sich die junge und die alte Frau, die unterschiedlicher nicht sein könnten, langsam näher und werden beide mit den Geistern ihrer Vergangenheit konfrontiert. Wie Satomi (gespielt von der japanischen Schauspiel-Legende Kaori Momoi) und Marie (gespielt von Rosalie Thomass, die kürzlich den Bayerischen Filmpreis erhielt) gegen die Dämonen der Vergangenheit kämpfen, das ist bewegend anzuschauen. Die Regisseurin Doris Dörrie drehte ihren dritten Japan-Film am Ort der Katastrophe, dokumentarische Aufnahmen in den Geisterstädten, in Schwarz-Weiß. So verbinden sich in eindrucksvoller Weise Fiktion und Realität.