So. 17.04.2016 / 20:00

HAIL, CAESAR !

Eine intensive, ironische und monumentale Liebeserklärung an das Hollywoodkino

Der neue, hinreißende Film der Coen-Brüder hatte im Februar 2016 in Los Angeles Premiere und eröffnete am 11. Februar die 66. Filmfestspiele in Berlin. Es ist eine furiose Verbeugung vor dem alten Hollywood und zugleich eine zynische Parodie der damaligen Sitten im Filmgeschäft, das bestimmte Images für seine Schauspieler und Regisseure kreierte, die keinesfalls gefährdet werden durften, so dass die Studios vorgaben, welche Filme sie drehten und sich maßgeblich in ihr Privatleben einmischten. Faszinierend, mit welcher Detailverliebtheit und gleichzeitiger Rasanz diese größenwahnsinnige Phase des amerikanischen Kinos wieder aufersteht. Jedem wichtigen Genre der damaligen Zeit wird ein Denkmal gesetzt: Dem harten Western, dem überdrehten Musical, dem spektakuläre Sandalenfilm und dem gewaltigen Historienschinken. Der Film spielt in einem der größten Studios in der Geschichte der Traumfabrik: Metro-Goldwyn-Meyer. Im Mittelpunkt steht Eddie Mannix, der bei MGM zu einem „Fixer“ wurde. So nannte man die Figuren, die hinter den Kulissen dafür sorgten, dass der schöne Schein der Traumfabrik gewahrt bleibt.  Ein Fixer wurde immer dann gerufen, wenn es einen Skandal zu vertuschen galt: Uneheliche Schwangerschaften, homosexuelle Liebschaften, oder undurchsichtige Todesfälle. Josh Brolin spielt Eddie Mannix, eben diesen „Aufräumer“, mit intensiver Hingabe. Überhaupt sind alle Rollen in „Hail, Caesar!“ blendend besetzt: George Clooney, Scarlett Johansson, Ralph Fiennes oder Tilda Swinton ist in jeder Sekunde die Freude am Spiel anzusehen.