So. 01.05.2016 / 18:00

Heidi

Die sehr sehenswerte “Heidi”-Neuverfilmung. 2 Vorstellungen um 18:00 und 20:00 Uhr!

Heidi: Ist das nicht diese furchtbar biedere Geschichte? Von wegen! In der Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers kämpft der junge Freigeist  gegen die bürgerliche Enge. Ein Sozialdrama, kein Postkartenkitsch. Leicht hatte es das Heidi bislang weiß Gott nicht. Vater und Mutter starben, als das Mädchen noch ein Baby war, die überforderte Tante Dete kümmerte sich zwar vier Jahre lang um ihre Nichte, doch als Dete einen neuen Job beginnt, kann und will sie Heidi nicht mitnehmen. Das fünfjährige Kind wird ins Schweizer Alpendörfli abgeschoben, aus dem die Familie stammt, zum Alpöhi – einem Opa, der als Einsiedler auf dem Berg wohnt und nicht mal zur Andacht ins Dorf runtergeht. Gottlos und grimmig: Man sagt, er habe mal einen erschlagen. Aber Heidi, die in der Anfangsszene der Neuverfilmung an der Hand ihrer Tante den Berg hinauf stapft, sieht die Alpenlandschaft und verliebt sich aus dem Stand. Eine Liebe, die im weiteren Film die Triebfeder für ihre Handlungen sein wird und ihr Schutz gegen die Herzlosigkeit, das Unverständnis und die Brutalität ihrer Umgebung. Ein ungewöhnlicher Heimatfilm entstand, ein Heimatfilm für Kinder, der Heimat undogmatisch und unpatriotisch ansiedelt. Heidis Herz, trotz der vielen Kindheitstraumata weder gebrochen noch sonderlich schwer, fliegt ihrem misanthropischen Großvater zu, der die Berge repräsentiert. Der alte Mann kann nichts anderes tun, als es aufzufangen. Der Spiegel: „Willkommen in der Reform-Alpen-WG!”