Mo. 31.10.2016 / 20:00

L`AVENIR – ALLES WAS KOMMT

Das Leben einer Pariser Intellektuellen gerät aus den Fugen.

Nathalie, Ende 50, ist Lehrerin für Philosophie an einem Pariser Lycée und sehr engagiert. Nebenbei publiziert sie in einem kleinen Verlag. Ihr Mann unterrichtet an der Universität. In ihrem intellektuell-bürgerlichen Haushalt sind die beiden erwachsenen Kinder ebenso gern zu Gast wie ihre Studenten. Um die Zukunft hat sich Nathalie in ihrem ausgefüllten Alltag bisher kaum Gedanken gemacht. Bis ein geballtes Zusammentreffen unvorhergesehener Ereignisse alles verändert. Mit einer plötzlichen Freiheit konfrontiert, die jedoch auch Einsamkeit mit sich bringt, muss Nathalie sich selbst und ihr Leben neu erfinden. Mit ihrem fünften Spielfilm reflektiert die Regisseurin Mia Hansen-Løve in einem intensiven, auch ironischen Frauenporträt über das beginnende Altern. Es geht um Fragen des Glücks, der Berufung, des Sinns oder Unsinns gefestigter Strukturen. Dabei zeigt der Film nicht nur die persönliche Suche nach neuen Wegen, sondern fragt auch, ob und wie die Philosophie auf den Alltag angewendet werden kann. Isabelle Huppert spielt die verzweifelte Nathalie und liest gerade Hans Magnus Enzensbergers “Versuch über den radikalen Verlierer“, der Titel scheint sich genau auf sie zu beziehen. So erzählt „Alles was kommt“ die Geschichte einer Desillusionierung, die auch eine politische Komponente hat.