Mo. 07.03.2016 / 20:00

MACBETH

Ein bildgewaltiges Filmdrama nach der gleichnamigen Tragödie von William Shakespeare.

William Shakespeare ist der mit Abstand meist verfilmte Autor der Geschichte. Es gibt mehrere Hundert Filmadaptionen seiner Bühnenstücke, allein „Hamlet“ wurde  74 Mal verfilmt. Die Faszination für Shakespeare ist ungebrochen. „Macbeth“ ist dafür nur das jüngste Beispiel und nebenbei auch schon die 15. Verfilmung der berühmten Tragödie. Welche Variante (nach z.B. Orson Welles, Akira Kurosawa, Roman Polanski) kann da jetzt noch kommen? Der Film von Regisseur Justin Kurzel mit Michael Fassbender und Marion Cotillard als Macbeth und Lady Macbeth in den Hauptrollen mutet zunächst fast klassisch an. Nicht nur belässt er die Geschichte wie in dem 1623 entstandenen Stück im 11. Jahrhundert. Auch die Schauspieler rezitieren oft Shakespeares Originaldialoge. Aber bereits die ersten Bilder machen deutlich: Kurzels „Macbeth“ wird schwere Kost. Da stehen der schottische Fürst und seine Frau in der verregneten, sturmgepeitschten Landschaft und tragen ihr Kind zu Grabe. Es wird ein Gefühl der Historizität des Stoffes hergestellt – man hat das Leben des Mittelalters realistisch vor Augen. Das ist ein spannender Aspekt der Neuverfilmung, zumal auch versucht wird, die Gier nach Macht, die Macbeth und seine Frau ins Verderben reißt, als Folgen psychischer Verheerungen darzustellen. Macbeth wird zu einem grausamen Tyrannen, der vor keinem Mord zurückschreckt, um seine Macht zu festigen. Während seiner blutigen Regentschaft verfallen er und Lady Macbeth, die sich am Ende aus Schuldgefühlen das Leben nimmt, immer mehr dem Wahnsinn. Zum Schluss sitzt Macbeth infantil auf dem Boden und spielt mit dem Schwert. Die Krone, von der er träumte, wollte nicht passen.