Di. 01.11.2016 / 20:00

SILENT HEART – MEIN LEBEN GEHÖRT MIR

Eine feinfühlige Auseinandersetzung mit dem selbstbestimmten Sterben.

Am Ende eines letzten, vorgezogenen Weihnachtsfestes im Kreis ihrer Familie will die an ALS erkrankte Ehefrau, Mutter und Großmutter Esther ihrem Leben mit Hilfe von Tabletten ein Ende setzen. Im Elternhaus erscheinen die ältere Tochter Heidi mit ihrem Mann Michael und Sohn Michael, die jüngere Tochter Sanne mit Freund Dennis sowie Esthers lebenslange Freundin Lisbeth. Im Kreis ihrer Lieben möchte Esther ein letztes Wochenende verbringen, ehe ihr Ehemann Poul, ein ehemaliger Arzt, ihr nach Abreise der Gäste am Sonntagabend die tödliche Dosis eingeben soll. Der dänische Regisseur und Oscar-Preisträger Bille August auf die Frage, in welchem Maße die Verfilmung dieses Dramas für ihn auch ein Kommentar zur öffentlichen Diskussion über assistierten Selbstmord sei: „Was ich am Kino liebe, ist, dass es das Herz und die Seele einer Situation freilegen kann, jenseits aller Fakten und Statistiken von Historikern und Politikern. Im Film geht es um Innenansichten des täglichen Lebens und verschiedener Kulturen. Die Möglichkeiten der Medizin verlängern das Leben manchmal auch auf Kosten der menschlichen Würde. Andererseits könnte ein entsprechendes Gesetz auch dazu führen, dass alte Menschen ihrem Leben ein Ende setzen, nur um anderen nicht zur Last zu fallen.“  Der Film erhielt 2015 viele internationale Auszeichnungen für die Regie und die darstellerischen Leistungen.