Mo. 22.02.2016 / 20:00

STEVE JOBS

Ein Psychodrama über den Computervisionär mit menschlichen Schwächen

Steve Jobs ist das Gegenteil eines klassischen Filmhelden – und gerade deshalb ein großer Kinostoff. Er wusste, was eine perfekte Performance wert ist und war der Popstar unter den Hackern und späteren Managern der elektronischen Revolution. Der Mitbegründer und langjährige Frontmann des Apple-Konzerns inszenierte präzise Bühnenshows und in alle Welt gesendete Live-Events. Wer nun glaubt, STEVE JOBS sei eine langweilige Dokumentation, die sich durch Wiederholung und Glorifizierung von Technikprodukten an das Lebenswerk eines milliardenschweren Unternehmers heranwanzt, liegt völlig falsch. Der zweistündige Film ist schlichtweg großartig, ein Thriller-ähnliches Psychodrama über Genie und Wahnsinn, Kommunikation und Dysfunktion, Zukunftsdenken und Realitätsverlust. Die beiden Oscar-Preisträger Danny Boyle (Regie) und Aaron Sorkin (Drehbuch) inszenieren das Porträt von Steve Jobs als komprimiertes Kammerspiel mit Figuren, die sich immer wieder begegnen, miteinander streiten, manipulieren und dirigieren. „Als würden sich alle vor jeder Präsentation betrinken“ sagt Steve Jobs, gespielt von dem überragenden Michael Fassbender. Mit verschiedenen Kameratechniken gedreht, mit passender Retro-Musik ausgestattet und einem fulminanten Ensemble belegt, ist dieser Film ein großes Ereignis.