Sa. 29.07.2017 / 18:00

Cèleste

Ein Szenario der Stille und des Wartens bildet den Auftakt des geradezu zärtlichen Dramas, das auf den Memoiren der langjährigen Haushälterin des französischen Romanciers Marcel Proust (1871-1922) beruht: Cèleste Albaret, die ihre Erinnerungen an die intensiven Zeiten im Dienste des Autors von “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ erst im Jahr 1973 niederschreiben und unter dem Titel “Monsieur Proust“ veröffentlichen ließ, über ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des Schriftstellers. Paris 1914: Ursprünglich sollte die junge Cèleste (Eva Mattes), die Ehefrau des Chauffeurs Odilon Albaret, lediglich als Aushilfe bei diesem häufigen Fahrgast ihres Mannes einspringen, doch die ebenso feinfühlige wie kluge Frau wird neun Jahre lang im Haus von Marcel Proust tätig sein, und zwar als Haushälterin, Gefährtin, Vertraute und schließlich gar Lektorin des kränklichen Romanciers, der im Begriff ist, sein gewaltiges Lebenswerk zu vollenden. Bis zu seinem Tod wird Cèleste an seiner Seite weilen. Das Regiedebüt von Percy Adlon wurde von der Filmkritik wegen des sensiblen wie sorgfältigen Umgangs mit den Hauptfiguren gelobt. Eva Mattes erhielt für ihre Darstellung der Cèleste den Bayerischen Filmpreis.