Sa. 29.07.2017 / 20:00

Deutschland, bleiche Mutter

Die Liebesgeschichte von Lene und Hans beginnt im Sommer des Jahres 1939. Die Beziehung der beiden entwickelt sich schnell: Noch am Ende des Sommers heiraten sie. Als mit dem Überfall der Deutschen auf Polen am 1. September 1939 der Krieg ausbricht, wird Hans zur Wehrmacht eingezogen. Das Eheleben der beiden hatte noch gar nicht richtig begonnen, da sind sie bereits zwangsweise getrennt. Von nun an sehen sie sich nur, wenn Hans auf Fronturlaub für kurze Zeit in der Heimat ist. Das junge Ehepaar bleibt sich dabei fremd. In einer Bombennacht wird Tochter Anna geboren, in einer weiteren Bombennacht verliert die Familie ihr Zuhause. Obdachlos kämpft sich Lene mit ihrer kleinen Tochter durch die Kriegswirren. Aus dem unerfahrenen Mädchen Lene wird allmählich eine selbstbewusste junge Frau, die für sich und ihre Tochter ums Überleben kämpft. Nach dem Krieg kommt Hans zurück in eine für ihn inzwischen fremde Welt und fühlt sich um sein Leben betrogen. Auch Lene entspricht nicht mehr dem konservativen Bild, das er von einer Ehefrau hat. Die Ehe beginnt zu kriseln. Lene erkrankt an Depressionen. Auf der Berlinale 1980 wurde der Film innerhalb des Wettbewerbs gezeigt, ging aber leer aus. Auf dem Frauenfilmfestival in Créteil, Frankreich gewann er den Hauptpreis. Der Filmtitel stammt aus einem Gedicht von Bertolt Brecht: O Deutschland, bleiche Mutter! Wie haben deine Söhne dich zugerichtet Daß Du unter den Völkern sitzest Ein Gespött oder eine Furcht!