Mo. 16.10.2017 / 20:00

DIE VERFÜHRTEN

Sofia Coppola verfilmt eine Geschichte über weibliche Sehnsüchte und Solidarität.

© 2017 Universal Pictures International Germany GmbH

Der Film spielt während des amerikanischen Bürgerkrieges im Jahre 1864 in Virginia: Die  elfjährige Amy, Schülerin eines Mädchenpensionats, entdeckt beim Pilze sammeln im Wald in der Nähe der Schule  den schwer am Bein verwundeten Soldaten John McBurney aus den verfeindeten Nordstaaten. Er bittet sie, ihm zu helfen. Sie stützt ihn auf dem Weg zur Schule und bittet die Schulleiterin Martha Farnsworth um Hilfe. Martha Farnsworth und die Lehrerin Edwina Morrow nehmen sich daraufhin seiner Pflege an und verstecken ihn in der Schule vor den gegnerischen Soldaten. Während er sich von seiner Verwundung erholt, buhlen die Frauen und Mädchen um seine Aufmerksamkeit. Sie machen ihm Geschenke, schmücken sich und bereiten ihm ein üppiges Festessen. McBurney zeigt sich allen gegenüber äußerst freundlich. Als er wieder auf den Beinen ist, macht er sich als Gärtner nützlich. Er hat offenbar Angst davor, in den Krieg zurückzukehren. Als Miss Farnsworth andeutet, er sei gesund genug, um die Schule wieder zu verlassen, versucht er sie zu überzeugen, ihn als Gärtner zu behalten. Außerdem gesteht er Miss Morrow, er habe sich in sie verliebt. Die Situation droht zu eskalieren. Aber es herrscht eine hartnäckige Solidarität unter den Frauen, die sich am Ende zu einem rebellischen Akt formiert. Die raffinierte Parabel besticht ebenso durch schauspielerische Glanzleistungen wie durch das ausgeklügelte Arrangement von Allegorie und Interaktion. Eine Geschichte von Trugbildern moralischer, emotionaler und psychologischer Natur. Sofia Coppola erhielt  2017 in Cannes den Preis für die beste Regie.