Mo. 06.03.2017 / 20:00

EINE GESCHICHTE VON LIEBE UND FINSTERNIS

Natalie Portmans leise, melancholische Verfilmung von Amos Oz´ Roman.

Jerusalem 1945: Fania Oz, ihr Ehemann Arieh und der sechsjährige Sohn Amos erreichen nach dem Zweiten Weltkrieg Jerusalem, das unter britischem Protektorat steht. In Palästina hofft die jüdische Familie auf Gründung eines israelischen Staats und ein Leben abseits der Kriegsgräuel, die Fania als Jüdin in Osteuropa hautnah miterlebte. Während sich Arieh erfolglos als Schriftsteller versucht und an der Universität lehrt, hat Fania  große Probleme, sich mit den neuen Lebensumständen zu arrangieren. Sie stammt aus wohlhabenden Verhältnissen, in der neuen Heimat bleiben ihr indes nur noch die russische Literatur und ihr Sohn Amos, dem sie eine großartige Geschichtenerzählerin ist. Als ein UN -Votum im November 1947 die Unabhängigkeit Israels beschließt, bricht der Unabhängigkeitskrieg aus und Fania gleitet in eine tiefe Depression. Sie begeht Selbstmord. Für ihren Sohn Amos eine besonders tragischer Verlust, denn der Vater bleibt innerhalb der Familie nur eine Randfigur, dessen einzige Gemeinsamkeit mit seiner Frau die Liebe zur Literatur war. Die Oscarpreisträgerin Natalie Portman, selbst in Jerusalem geboren – ihre Muttersprache ist Hebräisch – hat den Film auf Hebräisch gedreht, mit israelischen Schauspielern. Sie selbst spielt Fania Oz. Sie habe sich schon früh in dieses Buch verliebt, hat sie gesagt, und dann mit viel Liebe aus dem dicken Buch einen Film gemacht, der versucht, das Wesentliche herauszuarbeiten: eine Stimmung, der Vorlage nachempfindend, melancholisch und poetisch und rührend.