Mo. 13.03.2017 / 20:00

EINFACH DAS ENDE DER WELT

Versuch einer Familienzusammenführung mit Monstern und Mauerblümchen.

Basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Jean-Luc Lagarce wird von dem Schriftsteller Louis erzählt, der vor zwölf Jahren mit seiner Familie brach und in die Fremde zog, wo er es zu Ruhm und Ansehen gebracht hat. Man versteht sofort, warum er sie verlassen hat: Die Mutter ist eine Hysterikerin, der Bruder ein Choleriker, dessen Frau ein nervöses Mauerblümchen und die kleine Schwester eine ungehemmte Kifferin. Nun kehrt er zurück für eine Aussöhnung, sofern diese möglich sein sollte, aber auch für einen Abschied. Denn Louis ist schwer erkrankt und wird nicht mehr lange leben. Die Familie davon in Kenntnis zu setzen erweist sich als nahezu unmöglich. Bei dem Treffen reißen sofort alte Wunden auf und längst vergangene Fehden kochen wieder hoch. Die erhitzten Gemüter tun alles, um sich durch gegenseitige Anschuldigungen das Leben schwer zu machen. Aber niemand schenkt Louis Verständnis und ein offenes Ohr. Er stößt nur auf Wut, Eifersucht, Eitelkeit, Gleichgültigkeit und Ignoranz. Was sich zwischen den Personen abspielt, in den Dialogen, Blicken und Gesten, ist große Schauspielkunst. 2016 erhielt der junge Regiestar Xavier Dolan in Cannes für seinen dritten Film den Großen Preis der Jury.