Mo. 13.02.2017 / 20:00

FRANTZ

Eine französisch-deutsche Geschichte über Freundschaft und Feindschaft, Liebe und Lüge, Eros und Tod.

Es ist 1919. Der Krieg ist verloren und über der deutschen Kleinstadt Quedlinburg liegt der graue Schleier der Agonie. Die Männer schimpfen in den Gasthäusern über die Franzosen und die Schmach des Versailler Vertrages – und wollen nicht sehen, dass sie es waren, die ihre Söhne im Rausch des Patriotismus auf die Schlachtfelder schickten. Der Arzt Hoffmeister ist einer von ihnen und als Adrien ihn in der Praxis aufsucht, weigert er sich zunächst, den jungen Franzosen zu behandeln. Adrien ist nach Deutschland gekommen, weil er Frantz kannte. Anna, die Verlobte von Frantz und die Eltern, überzeugt von der Aufrichtigkeit seines Mitgefühls, laden den Fremden zum Essen ein und in seiner Erzählung wird der verstorbene Sohn wieder zum Leben erweckt. François Ozon tut das mit einer wunderbar sparsamen Präzision, ohne ins Melodram abzugleiten, und der Film bewahrt seine Spannkraft bis zum Schluss.