Di. 07.11.2017 / 20:00

SONG TO SONG

Terrence Malicks neuer Film verneigt sich vor der Kraft des Kinos und der Popmusik.

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Eine dekadente Showbiz-Party, auf der die Gäste ernsthaft und von jeder Selbstironie befreit Sushi-Häppchen von einem nackten Model herunternaschen, während die Champagner-Kellner lustvoll ausschenken, bildet den Anfang des Films. Veranstaltet wird die Party unter texanischer Abendsonne von dem reichen Musikproduzenten Cook. Der Mann ist alles in allem ein reiner Menschenfänger und hat in Malicks Liebesmeditation vor allem eine Funktion: Er soll das zynische Gegenmodell der liebesbedürftigen Romantiker verkörpern, denen der Regisseur hier ein Denkmal setzt. Auf Cooks Party lernen sich die Musikerin Faye und der Song-Schreiber BV kennen und verlieben sich. Beide verachten das anwesende Partyvolk, aber beide würden gerne durch den Musikproduzenten Cook berühmt werden. Und Faye hatte sich bereits auf eine Affäre mit ihm eingelassen. Amouröse und berufliche Gelüste vermischen sich aufs giftigste. Wenn „Song to Song“ der berührendste Malick-Film seit Langem geworden ist, liegt das nicht so sehr an der Dreiecksgeschichte, sondern daran, dass er mit einem beeindruckenden Staraufgebot auf zwei Stunden noch einmal alles lustvoll verdichtet, was ihn am Kino und an der Musik fasziniert. Er begegnet der Zauberkraft der Musik und des Kinos immer noch mit einer Unschuld und Verletzlichkeit, um die man ihn beneiden muss. Und ihm zur Seite stehen dabei: Michael Fassbender, Rooney Mara, Ryan Gosling, Cate Blanchett, Natalie Portman, Val Kilmer, Holly Hunter. Hut ab!