Mo. 11.06.2018 / 20:00

DER HAUPTMANN

Eine deutsch-polnisch-französische Filmbiografie über die Endphase des Zweiten Weltkrieges.

© 2018 Weltkino

Nur wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird der Soldat Willi Herold auf der Flucht von einer Gruppe betrunkener Landsleute durchs Dickicht gejagt. Jedoch gelingt es dem Deserteur, sich so gut zu verstecken, dass die Suche nach ihm abgebrochen wird. Nur unzureichend bekleidet schleppt er sich durchs Niemandsland, immer in Angst, getötet zu werden. Doch dann findet er in einem Militärfahrzeug eine Offiziersuniform. Er zieht sich diese über und wird von einem Soldaten überrascht, der glaubt, einen echten Hauptmann vor sich zu haben. Willi Herold erkennt sogleich, welche Möglichkeiten sich durch die Uniform ergeben und beginnt, versprengte deutsche Soldaten einzusammeln und eine Kampftruppe zu gründen. Aus einfachen Soldaten werden in den letzten Tagen des Krieges abscheuliche Monster. Die Redewendung „Kleider machen Leute“ legt in diesem Film durch die Hauptmanns-Uniform den Abgrund eines Menschen frei, die Mechanismen, die Menschen zu Mördern werden lassen. DER HAUPTMANN ist aber mehr noch als eine Parabel über das Funktionieren im Vernichtungskrieg. Er handelt davon, was passiert, wenn da nichts ist, was einem Menschen Einhalt gebietet. Keine Moral, keine Regeln, kein Widerspruch. Dem Regisseur geht es im Film genauso um die Gegenwart wie die Vergangenheit.