Mo. 19.03.2018 / 20:00

MADAME

Das Märchen vom Aschenputtel mit bitterer Ironie und ohne Happy End.

© 2017 Studiocanal

Anne und Bob Fredericks, reiche Amerikaner, wohnen in einem noblen Anwesen bei Paris. Gelegentliche Dinner-Partys gehören zum guten Ton des sozialen Austauschs mit anderen Gutbetuchten. Als eines Abends plötzlich ein 13. Gedeck auf dem Tisch steht, weil sich der Sohn der Herrschaft überraschend selbst eingeladen hat, bittet die abergläubische Gastgeberin ihre Dienstmagd Maria in die Rolle des 14. Gastes zu schlüpfen, einer geheimnisvollen Spanierin, deren Herkunft geheim bleiben soll. Maria möge bitte! den Mund halten und vor allem bitte, bitte! nichts trinken. Doch dann leert sie vor lauter Aufregung ein Rotweinglas nach dem anderen, und bald unterhält sie die ganze Tisch-gesellschaft mit schlüpfrigen Witzen. Maria wird hinreißend gespielt von Rossy de Palma, die Muse des spanischen Regiestars Pedro Almodóvar. Sie ist eine Stilikone – vermutlich weil sie ihre schiefe Nase und eine keineswegs makellose Zahnreihe mit so viel Esprit und Eleganz präsentiert, dass man kaum anders kann, als sie dauernd anzuschauen. Zumindest geht es dem superreichen britischen Kunsthändler David so, er verliebt sich in sie und sie sich in ihn. Aber die französische Bestsellerautorin Amanda Sthers variiert in ihrer zweiten Regiearbeit das Märchen von Aschenputtel mit bitterer Ironie und lässt keinen Zweifel daran, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.