Mo. 19.02.2018 / 20:00

SCORE / OmU

Eine Geschichte der Filmmusik

Abbey Road Studios © 2018 NFP

Ohne die kreischenden Geigen des Komponisten Bernard Herrmann hätte die berühmte Duschszene in Hitchcocks “Psycho“ kaum so an den Nerven gezerrt. Der Regisseur Matt Schrader untersucht in seiner großartigen Dokumentation Wirkung und Entstehung der Filmmusik und widmet sich intensiv dieser Kombination aus Kompositionskunst und kalkulierter Wahrnehmungsmanipulation. Der Film fragt: Was bewirkt Filmmusik im Kopf? Wie ändert sie das Verständnis von Leinwandbildern? Matt Schrader hat diverse Größen des Genres vor die Kamera geholt: Danny Elfman, David Arnold, Hans Zimmer, Deborah Lurie, Rachel Portman oder Quincy Jones, der sagt: „Wir nennen es >motion lotion< und können den Zuschauer mit Musik alles fühlen lassen, was wir wollen.“ Das klingt nach Geheimwissenschaft und ein bisschen Zauberei. Musik wirkt hochkomplex auf das menschliche Gehirn. Harmonik und Rhythmik werden in verschiedenen Regionen verarbeitet und bewirken unterschiedliche physiologische Reaktionen. Wenn dann noch bewegte Bilder dazu kommen, explodiert das Gehirn regelrecht. Und dazu werden in der Dokumentation total überzeugende Beispiele aus alten und neuen Filmen gezeigt.