Mo. 14.05.2018 / 20:00

THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI

Rassismus, Polizeigewalt und Selbstjustiz im Herzen Amerikas.

© 2017 Twentieth Century Fox

Beißende Satire, explizite Brutalität und harscher Sozialrealismus bestimmen das ambitionierte Werk von Martin McDonagh. Die für diesen Film im März als beste Hauptdarstellerin mit dem Oscar ausgezeichnete Frances McDormand spielt Mildred, eine resolute Frau, eigenständig, aber auch ziemlich verbittert, aus gutem Grund, wie man bald erfährt. Denn vor einigen Monaten ist ihre Tochter vergewaltigt und ermordet worden, doch der Täter ist noch nicht gefasst. Nachlässigkeit und Desinteresse wirft Mildred der Polizei vor, allen voran dem Sheriff, den sie ganz persönlich angreift: Auf riesigen Werbetafeln vor der Ortschaft lässt sie Botschaften plakatieren, fragt den Sheriff sehr direkt, warum der Mörder ihrer Tochter noch frei herumläuft. Damit hat Mildred mitten in ein Wespennest gestochen und gegen ungeschriebene Regeln der Gemeinschaft verstoßen und bringt vor allem den jungen Polizisten Dixon zur Weißglut, der ebenso unbeherrscht wie rassistisch ist. Sheriff Bill dagegen erweist sich als besonnener Mann, der es ganz ehrlich bedauert, den Täter trotz intensiver Ermittlungen nicht gefasst zu haben. Dass er an Krebs im Endstadium leidet, interessiert Mildred nicht. Ihr Verlangen nach dem, was sie für Gerechtigkeit hält kennt keine Grenzen und keine Gnade. Ein international vielbeachteter Film mit etlichen Preisen und Auszeichnungen.