Mo. 15.10.2018 / 20:00

TRANSIT

Christian Petzold hat den Roman von Anna Seghers verfilmt.

© 2018 Schramm Film

Anna Seghers´ Roman “Transit“ handelt von der Flucht vor den Nazis. Christian Petzold hat das Buch verfilmt, als spiele es in der absoluten Gegenwart. Das ist erschreckend plausibel. Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In der Hafenstadt darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Einreisegenehmigungen für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht. Georg nimmt die Identität von Weidel an, versucht eine der wenigen Schiffspassagen zu ergattern. Schauplatz des Films ist das heutige Marseille, in dem sich die Figuren aus der Vergangenheit bewegen. Geflüchtete von damals treffen auf Geflüchtete von heute, die Geschichte trifft auf die Gegenwart, und alle Erzählungen verbinden sich zu einem ewigen Transitraum. „Eine Windstille der Geschichte“ spüre er darin, sagt Christian Petzold. Unbedingt sehenswert!