ARCHIV FÜR Dezember 2010

Mo. 20.12.2010 / 20:00

Poem – Ich setzte den Fuss in die Luft und sie trug

Reihe: Literaturverfilmungen

Liebe und Leidenschaft, Glück und Unglück – kurz, die Macht der Gefühle, das Menschliche und Allzumenschliche zusammengefasst in einer magischen Reise durch die Welt der Poesie und Imagination: Das ist POEM. Regisseur Ralf Schmerberg setzt deutschsprachige Lyrik von Hermann Hesse, Ingeborg Bachmann, Heiner Müller, Hilde Domin, Heinrich Heine, Else Lasker-Schüler, Paul Celan, Erich Kästner, Ernst Jandl, Claire Groll, Rainer Maria Rilke und vielen weiteren in verführerische Bilder um – unterstützt von grandiosen Schauspielern wie Klaus Maria Brandauer, Meret Becker, David Bennent, Anna Böttcher, Jürgen Vogel und Sprechern wie Richy Müller, Hannelore Elsner, Lars Rudolph, Anna Thalbach, Herbert Fritsch und weiteren.  Dieses Fest der Sinne ist gleichzeitig eine visuell opulente Reise von Rio de Janeiro bis zum Himalaya, von Island bis Spanien, von Berlin nach Wien. Ein wunderbares Spiel mit Worten und Träumen, unerfüllten Sehnsüchten und Symbolismen. Der Weihnachtsfilm schlechthin!

Mi. 15.12.2010 / 20:00

Tanzträume

Jugendliche tanzen KONTAKTHOF von Pina Bausch

Am 7. November 2008 war Tanztheater-Premiere am Wuppertaler Schauspielhaus: Jugendliche tanzten “Kontakthof”, ein berühmtes Stück von Pina Bausch. Fast ein Jahr lang hatten vierzig Schüler und Schülerinnen verschiedener Wuppertaler Schulen auf dieses Ziel hingearbeitet. Wöchentlich trafen sie sich mehrmals, um unter der Leitung der ehemaligen Tänzerinnen Jo Ann Endicott und Bénédicte Billiet das Stück einzustudieren. Pina Bausch selbst kam regelmäßig zu den Proben, um intensiv mit den 14- bis 18-Jährigen zu arbeiten. Anne Linsel und Rainer Hoffmann haben die Proben bis zur Premiere begleitet. Ihr Film gibt mehr als nur einen Einblick in die Probenarbeit. Er zeigt die Entwicklung der jungen Tänzer und Tänzerinnen, von körperlicher Ungeschicktheit und Unsicherheit bis hin zur choreographischen Perfektion. Pina Bausch starb unerwartet am 30.6.2009. “Tanzträume” zeigt auch die letzten Filmaufnahmen mit der weltberühmten Tänzerin.

Di. 14.12.2010 / 20:00

Séraphine

VHS / Cinéma Français (OmU)

SERAPHINE ist ein überzeugendes Porträt der wichtigen, aber immer noch weitgehend unbekannten Künstlerin Séraphine Louis, einer der zentralen Vertreterinnen der Naiven Kunst. Der deutsche Kunstsammler Wilhelm Uhde zieht 1912 in das Städtchen Senlis, um sich dort in Ruhe dem Schreiben widmen zu können. und sich vom hektischen Leben in Paris zu erholen. Bei seinen Nachbarn entdeckt er kleine auf Holz gemalte Bilder, die ihn sogleich faszinieren. Zu seiner großen Überraschung stellt sich heraus, dass diese von seiner Haushälterin Séraphine gemalt worden sind. Von den unkonventionellen Werken begeistert, beschließt der Kunstkenner Uhde, der als Entdecker von Picasso und Rousseau gilt, die eigenwillige Séraphine zu fördern. In Frankreich avancierte der Film innerhalb kurzer Zeit zum absoluten Publikumsliebling und gewann 2009 sieben Césars, darunter für den besten Film, das beste Drehbuch und die beste Kamera. Yolande Moreau erhielt den César als beste Hauptdarstellerin.

Mo. 13.12.2010 / 20:00

A Single Man

Reihe: Literaturverfilmungen

Das auf dem gleichnamigen Roman von Christopher Isherwood basierende Kinodebüt des Designers Tom Ford über einen College-Professor, der seinen Lebenspartner durch einen Unfall verliert, ist ein Wunder an perfekter Ästhetik und ein wirklich berührender Film über die Einsamkeit. Die Darstellung des äußerlich fast ausdruckslosen, innerlich aber vor Trauer und Schmerz vibrierenden Professors durch Colin Firth ist außerordentlich beeindruckend. Eine ebenso hinreißende schauspielerische Leistung zeigt Julianne Moore als seine langjährige Freundin. Eine Begegnung dieser beiden Freunde bildet den bedrückend-traurigsten Teil des Films, weil sich zeigt, dass die Einsamkeit zu jenen Dingen gehört, die sich nicht halbieren, wenn man sie mit anderen teilt, sondern verdoppeln können.