ARCHIV FÜR Mai 2011

Di. 10.05.2011 / 20:00

SOMEWHERE

VHS / English Cinema (OmU)

In ihrem neuesten Film begibt sich Sofia Coppola ins Innere Hollywoods und erzählt differenziert und gleichzeitig sehr anrührend von Leere und Erkenntnis. Sie führt uns hinter die Fassaden des allgegenwärtigen Celebrity-Mythos. Johnny hat es geschafft: Er ist ein Hollywood-Superstar, er fährt einen Ferrari, wohnt im legendären Hotel Chateau Marmont am Sunset Boulevard. Die schönsten Frauen umwerben ihn, und nichts kann ihn eigentlich mehr inspirieren in diesem Leben. Als ihm seine Ex-Frau die 11-jährige Tochter ins Haus schickt, wird er aus seiner dekadenten Lethargie herausgerissen. Man spürt in jeder Szene, wie gut sich die Autorin und Regisseurin in diesem Milieu auskennt. Aber statt zeitgeistig die Probleme der Celebrity-Kultur anzuprangern, reflektiert Sofia Coppola die „Luxusprobleme“ mit so viel Selbstironie und Humor, dass daraus eine Geschichte über das existentielle und damit ganz universelle Problem menschlicher Entfremdung wird. Sie ist eine der wichtigsten Regisseurinnen unserer Zeit und macht Filme mit der gleichen Leichtigkeit, mit der sie sich im vergangenen Jahr den Goldenen Löwen in Venedig abgeholt hat. Freuen Sie sich darauf, liebe Filmfreunde!

Mo. 09.05.2011 / 20:00

BAL – Honig

Reihe: Mensch und Natur

Yusuf lebt mit seinen Eltern in den waldreichen Bergen der Schwarzmeerregion. Oft begleitet er seinen Vater, den Imker Yakup, in die tiefen, unberührten Wälder, um den weltberühmten Honig dieser Region zu ernten. Hoch oben in den Bäumen werden die Körbe befestigt, ein gefährliches, fast akrobatisches Handwerk. Aufmerksam lernt der kleine Yusuf die Geheimnisse der Natur kennen, lernt zu beobachten, zuzuhören. Flüsternd überwindet er hier sein Stottern, das ihn in der Schule zum Außenseiter macht. Als ein unerklärliches Bienensterben die Umgegend heimsucht, zieht der Imker los, um seine Bienenstöcke in einer unzugänglichen Gebirgsregion aufzustellen. Ein Film, der das eigene Sehen und Empfinden zum Schwingen bringt, der fast zu schön und berührend ist, um wirklich zu existieren. Das Wunderwerk, das wir endlich zeigen können, erhielt 2010 auf der Berlinale den Goldenen Bären.