ARCHIV FÜR Allgemein

Sa. 08.09.2018 /

Saisonstart

Liebe Filmkunstfreunde,

Das Filmforum macht absofort  bis Anfang September Sommerferien. Am Sonntag, 09.09. starten wir in die Herbstsaison mit zwei Musikfilmen: in der 11:00-Matinee mit MARIA BY CALLAS, einem neuen Dokumentarfilm über diese überirdische Sängerin. Wolfgang Amadeus Mozart wird am Abend um 20:00 in dem hinreißenden Film AMADEUS unser Gast sein, den der kürzlich verstorbene Regisseur Miloš Forman so meisterlich inszeniert hat.

So. 25.02.2018 / 11:00

LOVING VINCENT

Vincent van Goghs Leben in dessen eigenen Bildern erzählt.

© 2017 Loving Vincent Sp.z.o.o. & Loving Vincent Ltd.

Das Leben des Malers, der 1890 im Alter von nur 37 Jahren starb, wurde bereits mehrere Male verfilmt, so werkgetreu wie hier wurde es aber nie nacherzählt. Dafür setzen die Regisseure Dorota Kobiela und Hugh Welchman auf einen so simplen wie genialen Kniff: Sie erwecken van Goghs Gemälde zum Leben und betten ihre Story in berühmte Bilder wie „Weizenfeld mit Krähen“, „Das Nachtcafé“ oder das „Porträt des Dr. Gachet“ ein. Im Mittelpunkt steht der Postbotensohn Armand Roulin (den van Gogh auch porträtiert hat), der nach dem Tod des Malers Recherchen über dessen tragisches Ende anstellt. Dafür fährt er ins beschauliche Auver-sur-Oise, aus dem Biopic wird ein Detektivfilm. Das ist visuell überwältigend, oft tieftraurig und fernab von oberflächlicher Heldenverehrung. Ein faszinierendes Psychogramm eines verkannten Außenseiters. Unbedingt sehenswert!

Mo. 30.10.2017 / 20:00

VERTIGO – AUS DEM REICH DER TOTEN

Das große nekrophile Werk Alfred Hitchcocks ist ein Meilenstein der Filmgeschichte

© Universal Pictures International Germany GmbH

Ein wegen Höhenangst aus dem Polizeidienst ausgeschiedener Detektiv verliebt sich in die neurotische Frau eines Schulfreundes, die er überwachen soll. Als sie sich von einem Kirchturm stürzt, fühlt er sich an ihrem Tode schuldig. Später begegnet er einer Doppelgängerin der Toten und muss schließlich feststellen, dass er einem Täuschungsmanöver zum Opfer gefallen ist. Hinter der perfekten, herausragend gespielten Kriminalgeschichte offenbart sich ein brillantes psychologisches Seelendrama, in dem es um Liebe geht, aber auch darum, wie Liebe durch die Obsessionen der Fantasie verhindert wird: ein Mann liebt seine Vorstellung einer Frau und versucht, sie danach zu gestalten. In der außergewöhnlichen Spannungsdramaturgie werden die Schichten und Widersprüche des inneren Seelenlebens der Hauptfigur subtil aufgedeckt.

So. 30.07.2017 / 18:00

STROSZEK

Im Rahmen des FÜNF SEEN FILMFESTIVALS zeigen wir zwei frühe, große Werner Herzog-Filme mit Eva Mattes, die für drei Tage unser Ehrengast sein wird.

Bildrechte: Copyright "Deutsche Kinemathek - Werner Herzog Film"

Bruno Stroszek, ein strafentlassener Straßensänger in Berlin, sucht sein Glück zusammen mit der Prostituierten Eva in Amerika. Der Plan scheitert. Ein Film von großer Natürlichkeit, der von der nationalen und internationalen Presse wegen seiner intensiven künstlerischen Inspiration und Gestaltungskraft gelobt wurde, und der den Preis der Deutschen Filmkritik erhielt.

Mo. 24.07.2017 / 20:00

MEIN LIEBSTER FEIND

Ein Dokumentarfilm über das ereignisreiche Regisseur-Darsteller-Verhältnis zwischen Werner Herzog und Klaus Kinski.

Bildrechte: Copyright "Deutsche Kinemathek - Werner Herzog Film"

Gezeigt werden Szenen aus allen fünf gemeinsamen Filmen und unveröffentlichte Aufnahmen mit Mick Jagger und Jason Robards. Herzog zeigt auch mehrere Wutausbrüche Kinskis, die während der Dreharbeiten aufgenommen wurden, sowie Ausschnitte aus Kinskis Jesus-Christus-Erlöser-Tournee Anfang der 1970er. Zu Wort kommen unter anderem Claudia Cardinale und Eva Mattes als ehemalige Filmpartnerinnen Kinskis. Werner Herzog reiste eigens für diese Dokumentation zu den damaligen Drehorten in Südamerika. Er setzt sich zugleich selbst deutlich in Szene, sodass dies nicht nur ein Film über einen außergewöhnlichen Schauspieler und Menschen wurde, sondern auch eine von Machtkämpfen und Eitelkeiten überschattete Männerfreundschaft. Als Dokument des deutschen Autorenfilms von hohem Wert – ausgezeichnet mit dem Europäischen Filmpreis in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.

Mo. 17.07.2017 / 20:00

FITZCARRALDO

In diesem Abenteuer-Drama geht es um den Zwang, eine Vision in die Tat umzusetzen.

Bildrechte: Copyright "Deutsche Kinemathek - Werner Herzog Film"

Der exzentrische Abenteurer und Opernliebhaber Brian Fitzgerald, von den spanischsprechenden Peruanern Fitzcarraldo genannt, ist wie besessen davon, in Inquitos im peruanischen Dschungel ein gigantisches Opernhaus zu bauen und den weltberühmten Sänger Enrico Caruso zu engagieren. Um den Bau finanzieren zu können, kauft er mit dem Geld seiner Geliebten Molly – einer erfolgreichen Bordellbesitzerin – ein Erschließungsrecht für Kautschuk-Gewinnung in einem auf dem Flussweg unerreichbaren Urwaldabschnitt sowie einen alten Flussdampfer, mit dem er den Kautschuk transportieren will. Da der Fluss zwischen den gewinnversprechenden Kautschuk-Feldern unpassierbar ist, kommt Fitzcarraldo auf die Idee, über den benachbarten Fluss eine Stelle anzusteuern, an der nur ein kleiner Bergrücken die Flüsse trennt. Hier will er das Schiff über den Berg ziehen, um es auf dem anderen Fluss als Transportschiff zu benutzen. Dabei helfen ihm unerwartet als feindselig gefürchtete peruanische Ureinwohner, die in dem Schiff ein Gefährt aus göttlicher Verheißung zu erkennen glauben. In der Nacht nach der Erfolgsfeier der geglückten Bergrücken-Überquerung lösen die Indios die Ufer-Vertäuung des Schiffs, um es in die angenommene Bestimmung einer göttlichen  Zukunft zu führen. Das manövrierunfähige treibt durch die Stromschnellen und wird dabei beschädigt. Es verwirkt seine kommerzielle Bestimmung. Fitzcarraldo verkauft es und nutzt den Erlös trotzdem für die Verwirklichung seines Traums: Er macht das Schiffsdeck zu seinem “Opernhaus“ und genießt es mit einer einzigen Aufführung als Scheitern im Großen. Die beeindruckende Geschichte vom Scheitern brachte zahlreiche Auszeichnungen in Cannes, Berlin, San Sebastián und in den USA.

Mo. 20.02.2017 / 20:00

PATERSON

Die große Kraft der kleinen Dinge.

Es gibt Filme, in denen fühlt man sich schneller wohl, als man verstehen kann, warum. Die jüngste Arbeit von Jim Jarmusch, eine seiner künstlerisch stärksten, gehört unbedingt dazu. Die sieben Wochentage strukturieren diesen Film, der so heißt wie der Busfahrer, von dem er handelt, der wiederum so heißt wie der Ort , in dem er lebt: Paterson. Die Routinen, die der Hauptfigur so wichtig sind, wecken Sympathie und Vertrauen, Konstanten sind wichtig. Paterson wacht jeden Morgen um 6 Uhr auf, noch bevor der Wecker klingelt. Er spricht mit seiner schwangeren Frau Laura über ihre Träume, spaziert zur Arbeit, beobachtet die Menschen, steuert seinen Bus. Zwischendurch schreibt er hinreißende Gedichte, zum Beispiel über Streichholzschachteln, abends geht er mit seinem Hund Marvin Gassi, später trinkt er ein Bier in der Bar. Nächster Tag, neue Runde. So geht das bis zum ergreifenden Ende. Es ist schon famos, mit wie wenig Story-Substanz Jim Jarmusch durch sein souveränes Gespür für unaufdringliche Gags der lakonischen Art ein berührendes Drama aus dem Hut zaubert. Zeitlos schön ist das alles.

Di. 14.02.2017 / 20:00

MALI BLUES

Ein Film über die vereinende Kraft der Musik.

Der Film porträtiert vier Musiker, die mit ihrer Musik für einen neuen Aufbruch in Afrika kämpfen: Fatoumata Diawara singt in ihren Balladen vom Leben als afrikanische Frau in überholten Traditionen. Bassekou Kouyaté der Grammy-nominierte Weltmusiker integriert traditionelle afrikanische Instrumente in die moderne Rockmusik. Ahmed Ag Kaedi erzählt mit seinen Tuareg-Gitarrenriffs von der Sehnsucht nach der weiten Wüste. Und Master Soumy rappt stellvertretend für die junge Generation Malis. MALI BLUES ist ein hinreißender Mix aus Widerstandsgeist, aus cooler Musik und unbedingter Lebensfreude. Er trifft mitten ins Herz, nimmt uns mit in ein Land, das vibriert und in dem die Musik versöhnt – voller Sehnsucht und voller Hoffnung.

Mo. 06.02.2017 / 20:00

ICH, DANIEL BLAKE

Schwäche im Sozialsystem: Der Cannes-Sieger von 2016 von Ken Loach.

Ein ganzes Leben lang hat Daniel Blake als Zimmermann gearbeitet. Nun sagen die Ärzte, dass er nach einem Herzinfarkt dringend eine Pause braucht, doch auf dem Sozialamt wird er für arbeitsfähig erklärt. Hier der Mensch, dort das System – die beiden finden nicht zusammen. Für diesen Film hat Ken Loach aus der anonymen Statistik der Sozialämter zwei eindringliche Geschichten destilliert, über einen Witwer und eine alleinerziehende Mutter, die sich im Kampf um ihre Menschenwürde verbinden. Ein Film, der aufregt, rührt und aufrichtig zu Herzen geht.

Mo. 16.01.2017 / 20:00

Sonderprogramm HFF – VOICE MAIL

Ein Journalist wittert die ganz heiße Story.

Ein junges Mädchen – Lilly – ist spurlos verschwunden. Der ehrgeizige Jungredakteur Stefan sieht seine Chance gekommen: Titelseite! Doch Lillys Mutter weigert sich, mit der Presse zu sprechen. Stefan muss abwägen und entscheiden, wie weit er als Journalist zu gehen bereit ist, um an detaillierte Informationen zu kommen. Dabei setzt er eine Spirale von Ereignissen in Gang, die nicht mehr aufzuhalten sind. Ein hochspannender Moral-Diskurs.