ARCHIV FÜR Dezember 2014

Mo. 22.12.2014 / 17:00

ALS DER WEIHNACHTSMANN VOM HIMMEL FIEL

Ein Weihnachtsfilm nach dem Roman von Cornelia Funke

Ab jetzt sind es nur noch 48 Stunden bis zur großen Bescherung: Während eines heftigen Gewitters fällt der Weihnachtsmann vom Himmel und stellt sich gegen die böse Nussknacker-Armee, die das schöne, friedliche Weihnachtsfest in eine kalkulierte Konsum-Orgie verwandeln will. Freche Kobolde und zauberhafte Weihnachtsengel wollen das abwenden.

So. 14.12.2014 / 20:00

DAS SALZ DER ERDE

Hommage an den Meister der Sozialfotografie Sebastiao Salgado

Wim Wenders hatte uns Ende Juli bei seinem Besuch im FILMFORUM bereits vor der Premiere in Deutschland die in Cannes umjubelte französische Fassung gezeigt und versprochen, die deutsche Fassung auch noch in diesem Jahr folgen zu lassen. Hier ist nun dieses bewegende, monumentale Werk des brasilianischen Fotografen, das gerade auf der großen Leinwand eine ungeheure Wucht entfaltet. Der Film präsentiert Sebastiao Salgados Leben aus der Perspektive zweier Regisseure: der seines Sohnes Juliano Ribeiro Saldago, der seinen Vater in den vergangenen Jahren oft mit der Filmkamera begleitete, und der von Wim Wenders, selbst Fotograf und einer der großen Filmemacher unserer Zeit. Wir danken Wim Wenders sehr für die Möglichkeit, die Dokumentation in der deutschen Synchronisation zeigen zu können.

So. 14.12.2014 / 11:00

APPASSIONATA

Worte vermögen die Wahrheit zu verschleiern, Töne lügen niemals

Die Pianistin Alena Cherny möchte der Musikschule ihres ukrainischen Heimatdorfes einen Flügel schenken – aus Dankbarkeit, dass sie dort als junger Mensch ihre ersten Töne spielen durfte. Die Reise des Flügels wird zur berührenden Spurensuche an den Orten ihrer Kindheit und Jugend. Ein Film voller Trauer, Enthusiasmus und Liebe zum Leben und zur Musik.

Di. 09.12.2014 / 20:00

DER WUNDERSAME KATZENFISCH

Cine Espanol VHS/OmU

Die junge mexikanischen Regisseurin Claudia Sainte-Luce lotet in ihrem bewegenden Spielfilmdebüt einen erweiterten Familienbegriff aus, den sie als junge Frau am eigenen Leib erfahren hat: Geborgenheit und Verlorenheit in einer Ersatzfamilie. Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Film erzählt einfühlsam die Geschichte einer alleinstehenden jungen Frau, die während eines Krankenhausaufenthaltes einer Mutter mit ihren vier Kindern begegnet und zusammen mit dieser Familie wieder eine intensive Lebenslust erleben kann.

Mo. 08.12.2014 / 20:00

GABRIELLE – LIEBE MEINES LEBENS

Literaturverfilmung nach einer Erzählung von Joseph Conrad

Der große Patrice Chéreau inszenierte die auf einer Erzählung Joseph Conrads basierende Geschichte von Gabrielle und Jean Harvey als ein bedrückendes Kammerspiel an der Schwelle zum Umbruch zur Moderne und spiegelt somit auch die Selbstzerstörung einer dekadenten Gesellschaft im Jahre 1910. Im Tone Marcel Prousts erzählt Jean von der verlorenen Zeit: wie er Gabrielle kennenlernte, wie er dachte und fühlte, von den gemeinsamen Abenden mit Freunden, ein dem Aussterben geweihter Zirkel der Dekadenz und Selbstinszenierung. Als Jean eines Tages nach Hause kommt, findet er einen Brief – seine Frau hat ihn verlassen: „Ich wollte einmal im Leben erfahren, was Liebe ist.“ Gabrielle beschreibt die Ehe aus ihrer Sicht, ein Zweckbündnis zwischen zwei Menschen zum gegenseitigen Vorteil, doch bar jeden tieferen Gefühls. Ein hervorragend gespieltes, artifizielles Ehedrama in eigenwilliger, betont theatralischer Inszenierung, das den Selbstbetrug einer Gesellschaft aufzeigt, die sich die eigenen Gefühle nicht eingesteht. Selten sind sich ein Filmregisseur und eine Schauspielerin so auf Augenhöhe begegnet wie Isabelle Huppert und Patrice Chéreau.

Mo. 01.12.2014 / 20:00

DALLAS BUYERS CLUB

Ein vielfach ausgezeichnetes Filmdrama zum World-AIDS-Tag

Der Film basiert auf der Lebensgeschichte eines AIDS-Patienten, der in den 1980ern nicht-genehmigte Medikamente von Mexiko nach Texas schmuggelte: Nach einem Arbeitsunfall erhält der Elektriker Ron Woodroof in einer Klinik die Diagnose, mit HIV infiziert zu sein. Der behandelnde Arzt schätzt Woodroofs Lebenserwartung auf nur noch 30 Tage ein. Der Patient will die Diagnose nicht akzeptieren und flieht aus der Klinik. Bei wiederholten Aufenthalten in Mexiko erhält er von einem amerikanischen Arzt ohne Zulassung Medikamente, die in den USA nicht zugelassen sind, aber bei behandelten Patienten Erfolge zeigen. Weil ihm die alternativen Medikamente so gut helfen, möchte Woodroof sie auch anderen erkrankten Menschen zugänglich machen. Nicht allein aus Menschenfreundlichkeit, sondern auch zum Lebensunterhalt. Er beginnt, sie von Mexiko in die USA zu schmuggeln. Der Verkauf ist jedoch illegal und mit sehr hohen Strafen belegt. Beraten von einem befreundeten Rechtsanwalt gründet er für eine Käufergemeinschaft den “Dallas Buyers Club“, in dem gegen einen hohen monatlichen Mitgliedsbeitrag die nicht zugelassenen Medikamente verschenkt werden, was nicht strafbar ist. Die differenzierte Hauptfigur erweist sich als die wichtigste Qualität des Films. Durch ihn und die weiteren Darsteller wird aus einem beachtlichen Film ein auch emotional nachhaltiges Kino-Erlebnis.