ARCHIV FÜR Februar 2013

Di. 26.02.2013 / 20:00

unser täglich Brot

Ein Blick hinter die Kulissen der Nahrungsmittel-Industrie In Zusammenarbeit mit dem Nord-Süd-Forum Landsberg

Der Regisseur Nikolaus Geyrhalter lässt uns Kinobesucher Zeuge einer ganz eigenen Schöpfungsgeschichte werden: UNSER TÄGLICH BROT ist eine filmische Meditation über die Welt der industriellen Nahrungsmittelproduktion. Zum Rhythmus von Fließbändern und riesigen Maschinen zeigt der Film Orte, an denen Nahrungsmittel produziert werden. Nämlich für spezielle Fahrzeuge optimierte, surreale Landschaften mit sterilen Räumen in funktioneller, industrieller Architektur.
Für logistisch- effiziente Abläufe in einer kühlen, industriellen Umgebung entwickelt, die keinen Raum für Individualität lässt. In einer Parallelwelt, in der Maschinen wie aus einem Science-Fiction-Film unsere Nahrung schlachten, ausweiden, zerkleinern, sortieren und tiefkühlregalgerecht verpacken. Wo steht der Mensch in einer Welt, die sich in ganz elementaren Dingen verselbständigt hat?

Mo. 25.02.2013 / 20:00

drive

Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von James Sallis

Der namenlose Driver, der tagsüber als Mechaniker und Stuntfahrer arbeitet, bietet nachts seine Dienste als Fluchtfahrer für Diebstähle und Raubüberfälle an. Nachdem telefonisch und anonym Ort und Zeit des geplanten Verbrechens vereinbart werden, wartet der Driver in seinem Auto für exakt 5 Minuten am Ort des Geschehens, in denen seine Kunden den Überfall begehen können. Er arbeitet nie mehrmals mit den gleichen Personen zusammen, wird ihnen unter keinen Umständen bei den Verbrechen helfen und den Tatort nach Ablauf der vereinbarten Zeit  verlassen, wenn diese noch nicht im Fluchtauto sind. Das System funktioniert, bis er seiner alleinerziehenden Nachbarin und deren kleinen Sohn begegnet…

Der dänische Filmemacher Nicolas Winding Refn hat mit seinem mitreißenden Action-Drama ein starkes Bewerbungsschreiben für eine bedeutende Karriere in Hollywood abgegeben. Sein hypnotisches Neo-Noir-Meisterwerk ist eine grandiose Arbeit von traumwandlerischer Souveränität.

Sa. 23.02.2013 / 19:00

das grüne wunder: unser Wald

ein berauschendes filmerlebnis für die ganze Familie

Um die Schönheit der Natur zu erleben, muss man nicht in die weite Ferne reisen. Direkt vor unserer Tür befindet sich eine faszinierende, schillernde und geheimnisvolle eigene Welt – der Wald. Heute immer mehr von Abrodung und Eingrenzung bedroht, gibt es in Europa doch immer noch fast unberührte Plätze, an denen sich eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren tummelt. Sechs Jahre lang reiste der Naturfilmer Jan Haft quer durch die Lande und tauchte ein in das „grüne Wunder.“ Durch den Einsatz der neuesten Techniken sind ihm dabei brillante Bilder eines Öko-Systems gelungen, die vorher noch nicht zu sehen waren. Der Kreislauf des Waldes, dessen Bewohner koexistieren, hat seinen eigenen Rhythmus. Durch die atmosphärischen und stimmungsvollen Bilder, die ruhige Erzählerstimme von Benno Führmann sowie eine stimmige Musik kann der Zuschauer intensiv daran teilnehmen.

Mo. 18.02.2013 / 20:00

vergiss mein nicht

originaltitel des romantischen dramas: "ewiger sonnenschein des reinen geistes"

Am Morgen des Valentintages erwacht Joel Barish benommen und verwirrt in seinem Bett. Er beschließt, mit Hilfe eines Wissenschaftlers endlich wieder Ordnung in sein Leben zu bringen und seine verflossene Liebe Clementine zu vergessen. Man ist sich sicher, über eine neue Behandlungsmethode einen Teil seines Gedächtnisses löschen zu können. Der Eingriff ist nur von kurzem Erfolg. Joel verliebt sich wieder neu in eine unbekannte Schöne – und zwar in Clementine. Eine aberwitzige Tragikomödie über den Vorstellungskomplex “Gedächtnis/Erinnerung“. Das grandiose (mit dem Oscar ausgezeichnete) Drehbuch bietet unerschöpfliche Möglichkeiten und konfrontiert mit immer neuen, ungeahnten Wendungen. Getragen von überzeugenden Darstellern eröffnet der Film einen philosophischen Liebesdiskurs und jongliert virtuos mit dem gesamten Potenzial des Kinos.

Mo. 11.02.2013 / 20:00

moonrise kingdom

Zum Rosenmontag: Ein Highlight fürs Auge und fürs Herz

MOONRISE KINGDOM ist der Name einer Meeresbucht vor der Küste Neuenglands. Hier haben sich der zwölfjährige Pfadfinder Sam und seine gleichaltrige Brieffreundin Suzy zum ersten Mal geküsst. Suzy wohnt auf der Insel bei ihren Eltern. Sam hält sich dort in einem Pfandfinderlager auf. Sie hatten sich auf einer Schulaufführung der Kinderoper “Noahs Sintflut“ von Benjamin Britten kennen gelernt und gemeinsam die Flucht in eine schönere Welt beschlossen. Eine gigantische Suchtruppe macht sich auf den Weg, um die jungen Liebenden zu finden. Ernst und Skurrilität, Traurigkeit und Komik liegen oft sehr nah beieinander. Hier erleben wir die Wirklichkeit des Lebens und die Absurdität der Kinokomödie, eingebettet in eine überbordende Fülle liebevoll arrangierter Details, an denen man sich kaum satt sehen kann. Ein Film, in dem die Mischung aus Drehbuch, Ausstattung, Musik und perfekt besetzten Figuren stimmt wie selten.

Di. 05.02.2013 / 20:00

copacabana – OMU

eine komödie über eine absolut unkonventionelle Frau

Schmetterling, Paradiesvogel, Weltenbummlerin, aber auch: Nervensäge, Chaotin, Langzeitarbeitslose… Alles das und sehr viel Widersprüchliches mehr ist Babou, die mit hinreißendem Charme und flirrender Energie von Isabelle Huppert gespielt wird. Babou ist jenseits der Fünfzig, sie ist viel gereist in ihrem Leben, weltoffen und lebenslustig, aber offenbar unfähig, feste Bindungen einzugehen. Die einzige Ausnahme ist ihre deutlich konservativere Tochter Esméralda, die gegen das sorglose Späthippietum der Mutter mit Spießigkeit opponiert und ihren Lebensunterhalt als Serviererin verdient. Um sich auf die vermeintlich sichere Seite des Bürgerlichen und Etablierten zu retten, lädt sie zu ihrer Hochzeit die Mutter ausdrücklich aus. Babou ist tief verletzt und beschließt, sich ein respektables Leben zuzulegen. Sie heuert bei einer Immobilienfirma an, für die sie an der belgischen Küste in Ostende  Ferienapartments vermieten soll. Aber wirklich kapitalismuskompatibel kann eine wie sie natürlich nicht sein…