ARCHIV FÜR Januar 2013

Mo. 28.01.2013 / 20:00

the deep blue sea

Vielfach ausgezeichnete Verfilmung des Theaterstückes von Terence Rattigan

Mit diesem Film schließt Terence Davies direkt an die unvergänglichen Melodramen von David Lean und Douglas Sirk an. Zusammen mit seinem Kameramann  rekonstruiert er jedoch nicht nur eine vergangene Epoche, die im Wesentlichen immer auch Teile einer Proust´schen Suche nach der verlorenen Zeit waren.  Vielmehr verweben ihre auf zauberische Weise schillernden Bilder und ihre so verschwenderischen wie verführerischen Kamerabilder aus Kinoerinnerungen und Filmzitaten etwas völligNeues. Die von einer unendlichen Hoffnung erfüllte Dreiecksgeschichte, in der drei Menschen an ihrer Liebe scheitern, ist nichts weniger als die Erfüllung einer der größten menschlichen Sehnsüchte: ein Dokument der wiedergefundenen Zeit.

Mo. 21.01.2013 / 20:00

gnade

Reihe : Neuer Deutscher Film

Eine deutsche Auswanderfamilie versucht hoffnungsvoll einen Neuanfang am Eismeer. Niels und Maria sind mit ihrem Sohn Markus nach Hammerfest ausgewandert. In der Beziehung kriselte es seit geraumer Zeit, es sollte ein Neuanfang werden. In Hammerfest arbeitet Niels als Ingenieur in einer Erdgasanlage, Maria auf der Hospizstation des Krankenhauses. Das Paar lebt jedoch aneinander vorbei. Im äußersten Norden Europas entwickelt sich ein beeindruckendes Melodram um Schuld und Vergebung.

Mi. 16.01.2013 / 20:00

snow cake

Ein berührendes, bewegendes, konzentriertes Kammerspiel zum Thema Autismus

Autismus – “Snow Cake“ porträtiert ohne falsche Rührseligkeit die mühevolle Annäherung an diese für uns fremde, weil so andere Wahrnehmung der Realität. Zwar leidet die zentrale Figur unter Autismus, jedoch steht die Krankheit nicht primär im Mittelpunkt der tragischen Geschichte. Der Film besticht durch ein hervorragendes Schauspieler-Ensemble, in dem Sigourney Weaver jene einzigartige Frau verkörpert, deren Krankheit nicht nur Beschränkung, sondern auch Gabe ist. Sehr beeindruckend, wie sensibel die Kamera die prächtige Naturkulisse in das Geschehen einbezieht, begleitet von einem gefühlvollen Soundtrack von “Broken Social Scene“.

Di. 15.01.2013 / 20:00

WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN – VHS/OmU

Der Film basiert auf dem Roman der Autorin Lionel Shriver

Das glückliche Leben einer Journalistin nimmt eine abrupte Wende, als sie zum ersten Mal Mutter wird. Sie kann keine Beziehung zu ihrem Sohn Kevin aufbauen. Er zeigt sich ihr gegenüber reaktionsarm und gefühlsarm und scheint alles, was sie liebt und schätzt, zerstören zu wollen. Schließlich endet die Beziehung in einer Gewalttat. Ohne die Ursachen erklären zu wollen, formuliert der Film in seiner subjektiven Herangehensweise eindringlich das Entsetzen und die Fassungslosigkeit angesichts einer Tat, die sich einem rationalen Zugriff zu verweigern scheint. Die Mutter-Kind-Beziehung wird in einer Rückblende erzählt. Dank einer starken Hauptdarstellerin (Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton) und der virtuosen filmischen Umsetzung der Romanvorlage erleben wir einen fesselnd-verstörenden Film, der mit vielen  internationalen Auszeichnungen bedacht wurde.