ARCHIV FÜR Juli 2015

Fr. 31.07.2015 / 20:00

Charles Chaplin 100 Jahre “The Tramp” 1915 – 2015

The Tramp (1915) & The Kid (1921)

18:00 Uhr – “The Tramp”: Diese inzwischen weltberühmte Figur brachte Charles Chaplin vor genau 1oo Jahren erstmals auf die Leinwand. Chaplin ist ein Tramp, der die hübsche Farmertochter Edna vor den Nachstellungen böser Menschen beschützt. Zum Dank dafür bekommt er einen Job auf der Farm ihres Vaters. Als die Ganoven die Farm ausrauben wollen, vertreibt er sie erneut. Charlie ist der Held des Tages und hält um die Hand der Farmertochter an. Es stellt sich leider heraus, dass Edna bereits verlobt ist. Enttäuscht zieht der Tramp weiter in die Welt hinaus. (USA, L:35 Min.)

15 Minuten Pause

20:00 Uhr – “The Kid”:  Als sie das Krankenhaus nach der Entbindung verlässt, legt eine vom Vater verlassene Frau ihr Neugeborenes aus. Der Tramp findet das Kind und kümmert sich fortan wie ein Vater um den Kleinen. Durch äußere Umstände gerät die innige Beziehung zwischen den beiden in Gefahr. Der Film verknüpft Komödie mit Sozialdrama, was zu dieser Zeit einmalig war. “Der Vagabund und das Kind” zählt bis heute zu Chaplins berühmtesten Werken. (USA, L:53 Min.)

Di. 14.07.2015 / 20:00

The Human Scale

Wir zeigen diesen Dokumentarfilm in Kooperation mit der "Bürgergruppe Urbanes Leben am Papierbach".

Die Dokumentation THE HUMAN SCALE  folgt der Vision des dänischen Städteplaners Jan Gehl. Es geht um ein ästhetisches Experiment und die Vision, unsere Städte wieder für Menschen lebenswert zu machen. Seine Städteplanung zielt auf eine Optimierung zwischen der Umwelt und der Lebensqualität der Bewohner ab.

Unkostenbeitrag 5 €

Di. 07.07.2015 / 20:00

CALVARY VHS / English Cinema OmU

Deutscher Verleihtitel: “Am Sonntag bist Du tot“

Gleich vorweg: der deutsche Verleihtitel führt auf die falsche Spur. Der Originaltitel CALVARY trifft es besser – der Kalvarienberg gilt als der Ort vor den Toren Jerusalems, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Und CALVARY beginnt tatsächlich mit einem Todesurteil. James Lavelle, Priester eines kleinen irischen Ortes an der Küste von Sligo, nimmt die Beichte ab, und ein für den Zuschauer nicht identifizierbarer Sünder erzählt seine Geschichte. Jahrelang sei er als Kind von einem Priester missbraucht worden, und nun würde er Lavelle töten, nächsten Sonntag sei es so weit. Die Wahl des Opfers wirkt auf den ersten Blick abstrus, auf den zweiten hat er eine zwingende Logik: Einen Kirchenmann umzubringen, der Kinder vergewaltigt hat, würde niemanden schockieren, der Tod eines unschuldigen Priesters wie Lavelle hingegen schon. Dieser Mord träfe keinen individuellen Täter, sondern wäre die Rache an der ganzen katholischen Kirche. John Michael McDonagh thematisiert als einer der ersten irischen Regisseure den in seinen Dimensionen kaum zu fassenden Kindesmissbrauch in den katholischen Einrichtungen des Landes. Ausgehend von der zerstörerischen Gewalt, die den Schutzbefohlenen angetan wurde, kreist sein Film um die Frage, was Glaube und Ethik in der Moderne noch bedeuten. Zwar leuchtet die Vermutung des Priesters, dass viel zu viel über die Sünden und zu wenig über Vergebung gesprochen würde, unmittelbar ein. In den letzten Minuten insistieren die Bilder aber dann doch mit aller Wucht darauf, dass einmal Zerstörtes niemals mehr geheilt werden kann.

Mo. 27.07.2015 / 20:00

DIE FERIEN DES MONSIEUR HULOT

Der liebenswerteste Ferienfilm aller Zeiten von Jacques Tati

Wie eine Perlenschnur sind die Gags aufgereiht, verbunden von einer überaus liebenswerten Intelligenz und einem romantischen Charme: eine zärtlich-erfreuliche Typen-Komödie, die sich gegen jede filmische Einordnung sperrt. Seit Jahrzehnten immer wieder ein köstlicher Filmgenuss!

Mo. 20.07.2015 / 20:00

SERENA

Eine Literaturverfilmung nach dem gleichnamigen Roman von Ron Rash

Die frisch Vermählten George und Serena Pemberton ziehen 1929 nach North Carolina, um dort in das lukrative Holzgeschäft einzusteigen. Dabei erweist sich Serena ihrem Mann als ebenbürtig. Ihre Ehe wird auf eine harte Probe gestellt als Serena ihr ungeborenes Kind verliert. Das mit selbstzerstörerischen Emotionen der menschlichen Natur gefüllte Melodram inszenierte Susanne Bier mit großartigen Darstellern: Jennifer Lawrence und Bradley Cooper als Serena und George Pemberton.

Mo. 13.07.2015 / 20:00

WILD TALES

Jeder dreht mal durch!

Manche bleiben ruhig. Andere explodieren. Dies ist ein Film über Menschen, die explodieren. Zum Äußersten getrieben in einer unberechenbaren, ständigem Wandel ausgesetzten Realität, überschreiten die Figuren in “Wild Tales“ den schmalen Grat, der Zivilisation von Barbarei trennt. Der Verrat eines Liebenden, die Konfrontation mit einer vergessen geglaubten Vergangenheit und die Gewalt, die sich aus ganz alltäglichen Begegnungen ergibt, treiben die Figuren immer mehr in den Wahnsinn. Und je weiter sie in diese Richtung getrieben werden, desto mehr lassen sie sich fallen und geben sich dem scheinbaren Vergnügen hin, einfach die Kontrolle zu verlieren. “Wild Tales“ ist auch ein Film über das Unbehagen in der Kultur. Eine Kultur, die durchaus ihre Mittel und Methoden hat, um Auseinandersetzungen und Konfrontationen zu regeln. Aber in jeder Ordnung ist die Unordnung von Anfang an eingeschrieben, als Gegenbild, die Katastrophe, die Anarchie. Dem argentinischen Filmemacher Damián Szifrón ist ein aufregendes Meisterwerk gelungen, ein sechs Geschichten umfassender Anthologiefilm, in dem jede einzelne Sequenz auf ungeheure Weise eskaliert. Der Publikumsliebling der Festivalsaison und Argentiniens Oscar-Beitrag 2015 wurde produziert von Pedro Almodóvar und als bester europäischer Film ausgezeichnet.

Do. 09.07.2015 / 20:00

WER RETTET WEN?

Die Krise als Geschäftsmodell auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit

Im Frühjahr 2015 hatte der Film gleichzeitig in über 100 europäischen Städten Premiere. Es ist ein beeindruckender Film, der eine andere Sicht auf Krisenländer bietet. Er deckt auf, was bei allen “Rettungen“ bis zum heutigen Griechenlanddrama weitgehend verborgen blieb: Die radikale Veränderung der Gesellschaften in Europa. Die als “Rettung“ verkleisterte Umwandlung privater Schulden in öffentliche, hat nicht nur die Demokratie ad absurdum geführt. Sie erschüttert Gesellschaften, die sich als Sozialer Rechtsstaat begreifen, in den Grundfesten. Seit sieben Jahren wird mit vielen hundert Milliarden öffentlicher Gelder “gerettet“. Eine gewaltige Umverteilung von unten nach oben. WER RETTET WEN? macht deutlich, dass die kostspieligen Rettungspakete vor allem die Kreditgeber, die Banken, Hedgefonds und Versicherungen gerettet haben – und diese Entwicklung hingegen die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer macht. Eine Kritikerstimme aus Berlin: „Wer nach diesem Film nicht aus seinem neoliberalen Schlummer erwacht, ist endgültig verloren. WER RETTET WEN? dürfte in der Lage sein, noch den saturiertesten Mitteleuropäer wenigstens momenthaft vom Sofa auf die Barrikaden zu treiben.“

Eintritt/Unkostenbeitrag : EUR 5,–

Mo. 06.07.2015 / 20:00

SELMA – MARTIN LUTHER KING

Mitreißendes Politdrama um die Protestmärsche Martin Luther Kings

Der Film beginnt mit dem Attentat auf die Baptist Church am 15. September 1963, bei dem vier farbige Mädchen ums Leben kommen. Anschließend wird die Verleihung des Friedensnobelpreises 1964 an Martin Luther King gezeigt. Nach seiner Rückkehr reist King in die Stadt Selma in Alabama. Hier kämpft eine Organisation von Studenten, für die Wählerregistrierung von Schwarzen, die vielen in den Südstaaten verweigert wird. Es kommt zu einer Demonstration, nach deren gewaltsamer Auflösung ein junger Demonstrant von einem Polizisten erschossen wird. Ein weiterer Protestmarsch von Selma aus in die Hauptstadt Alabamas Montgomery wird von der Polizei gewaltsam niedergeknüppelt. Ein weißer Pastor wird auf der Straße erschlagen. Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, entscheidet sich King, umzukehren. Vergebens versucht er, seinen Einfluss bei Präsident Lyndon B. Johnson geltend zu machen. Aufgrund der enormen medialen Aufmerksamkeit wird ein weiterer Marsch von Selma nach Montgomery von der Nationalgarde eskortiert und die Bürgerrechtler gelangen bis zur Hauptstadt. Nach weiteren Protesten im gesamten Land lenkt der Präsident ein und verabschiedet Gesetze, die den Afroamerikanern gleiche Rechte bei US-Wahlen gewährleisten. Ava DuVernay, die erste schwarze Regisseurin, wurde für ihre Inszenierung mit vielen Preisen bedacht. Eine darstellerische Offenbarung ist Hauptdarsteller David Oyelowo, der sowohl das elektrisierende Charisma Kings als auch seine Selbstzweifel eindringlich vermittelt.

Fr. 03.07.2015 /

Die lange Nacht der Hader-Junkies

Eine ganze Brenner-Nacht für die unzählbaren Süchtigen!

18:00   KOMM, SÜSSER TOD (2000)

20:00  SILENTIUM (2004)

22:00  DER KNOCHENMANN (2009)

Bevor wir in der nächsten Spielzeit die neueste Wolf Haas-Verfilmung von DAS EWIGE LEBEN (2015) in der Regie von Wolfgang Murnberger zeigen, lassen wir Josef Hader als Simon Brenner, den Ermittler mit Weltschmerz, noch einmal auf Hochtouren laufen. Wir wünschen eine spannende Krimi-Nacht mit diesen bitterbösen Kriminalkomödien, die sich so souverän zwischen Groteske und Ernsthaftigkeit bewegen.

Die Filme beginnen pünktlich zu den angegebenen Zeiten. Zwischen den Vorstellungen gibt es eine Pause von 10 Minuten.