ARCHIV FÜR Mai 2014

Di. 27.05.2014 / 20:00

IO E TE / ICH UND DU Cinema Italiano / VHS OmU

Der große Bernardo Bertolucci erzählt von der Konfrontation zweier Geschwister

Im Keller der Familienresidenz versteckt sich Lorenzo eine Woche lang vor seiner überfürsorglichen Mutter. Er ist eher antisozialer Natur mit deutlich soziopathischen Anzeichen und möchte dringend allein sein. In dieser abgeschiedenen Ruhepause  wird er von einer wehklagenden jungen Frau überrascht, seiner Schwester Olivia, die auf Drogenentzug ist und einen Unterschlupf sucht. Genau erfährt man nicht, was den beiden zugestoßen ist, aus der Familiengeschichte erfahren wir nur wenig. Fakt ist, sie sind allein und einsam. Lorenzo hat Angst vor der Welt und Olivia kann ihre Furcht nur mit Drogen mildern. IO E TE ist ein stiller, eindringlicher Film. Mit Klugheit und Feingefühl erfühlt er die Charaktere der Problemkinder mehr durch kleine Gesten und Bilder, als durch große Melodramatik. Gemeinsam lernen die beiden erwachsen zu werden und Nähe und Liebe zu ertragen – die Mutter schläft derweil oben in der Wohnung vor dem Fernseher.

Mo. 26.05.2014 / 20:00

IM WESTEN NICHTS NEUES

1914 – Vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg

Der Regisseur Lewis Milestone schuf 1930 nach dem Roman von Erich Maria Remarque den wohl ehrlichsten und bedeutendsten Antikriegsfilm der Kinogeschichte. Die ungeschönte Abrechnung mit dem Ersten Weltkrieg führte in vielen Ländern selbst Jahre später noch zu Zensur und Verbot. Wir zeigen die 1984 nach der Urfassung neu rekonstruierte und synchronisierte Fassung.

Zum Ersten Weltkrieg zeigen wir im Laufe der nächsten Monate zwei weitere Meilensteine der Filmgeschichte: DIE GROSSE ILLUSION /1937 von Jean Renoir und  WEGE ZUM RUHM / 1957 von Stanley Kubrick.

So. 25.05.2014 / 20:00

12 YEARS A SLAVE

Einer der relevantesten Beiträge zur Aufarbeitung der amerikanischen Geschichte

Es ist 1841, Solomon Northup lebt als freier Mann in New York, er ist Violinist und kann ganz gut von der Musik leben, seine Frau und er bewegen sich in einem Umfeld, in dem sie trotz ihrer schwarzen Hautfarbe akzeptiert werden. Eines Tages lernt er zwei Männer kennen, die vorgeben, ihn engagieren zu wollen. Die Details werden bei einem Abendessen besprochen, man schenkt Solomon immer wieder nach, bis er betrunken ist – die beiden werden ihn kidnappen und in den Süden verschleppen, ihn dort auf dem Sklavenmarkt verkaufen. Und keines der Rechte, die Solomon in New York beanspruchen konnte, wird ihm dort nützen. Der weltbekannte Künstler und Regisseur Steve McQueen hat einen Film von großer Eindringlichkeit geschaffen.

So. 25.05.2014 / 11:00

FRANCIS BACON – FORM UND EXZESS

Reihe: Kunst + Künstler

Francis Bacon (1909-1992) war einer der einflussreichsten Maler des 20. Jahrhunderts. Seine Werke haben sich in ihrer Gewalttätigkeit und Rätselhaftigkeit im allgemeinen Bewusstsein eingeprägt. Sie sind von den Verbrechen und Erschütterungen dieses Jahrhunderts genauso geprägt wie von den Spuren eines Lebens voller Exzesse und Entgrenzungen. Brian Eno komponierte den Soundtrack in kongenialer Entsprechung zu den Exzessen, Gespenstern und formalen Ambitionen eines Jahrhundertmalers.

Mo. 19.05.2014 / 20:00

DAS FINSTERE TAL

Die Verfilmung von Thomas Willmanns gleichnamigem Bestseller-Roman

Ein düsteres Geheimnis, ein entlegenes Hochtal und ein schweigsamer Fremder: Über einen versteckten Pfad, irgendwo hoch über den Alpen, erreicht ein einsamer Reiter ein kleines Dorf. Niemand weiß, woher dieser Fremde kommt, der sich Greider nennt, und niemand will ihn hier haben. Unverhohlenes Misstrauen schlägt ihm entgegen. Die Söhne des Brenner-Bauern, der als Patriarch über Wohl und Wehe der Dorfbewohner entscheidet, hätten ihn wohl weggejagt, wenn Greider sie nicht mit Gold beschwichtigt hätte. Nachdem der Schnee das Dorf eingeschlossen hat und kaum ein Sonnenstrahl mehr das Tal erreicht, kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem einer der Brenner-Söhne stirbt. Als der nächste Sohn auf mysteriöse Weise umkommt, wird klar, dass es sich nicht um einen Zufall gehandelt hat: Die Brenner-Familie muss büßen – Greider hat eine Rechnung aus längst vergessen geglaubten Zeiten zu begleichen. Aber es gibt Geschehnisse, die lassen sich niemals vergessen…

Mo. 12.05.2014 / 20:00

LE PASSÉ – DAS VERGANGENE

Ein neues Leben wird erdrückt von ungeklärten Schuldfragen

Der Film heißt nicht umsonst „Le Passé – Das Vergangene“. Alles Wichtige ist bereits passiert, unwiderrufliche Dinge sind geschehen. Der Film spielt im Pariser Osten, weit draußen an der Peripherie – ist das ein Ort für die großen Geschichten? Der Besitzer einer Reinigung schlägt sich mit der Depression seiner Frau herum. Seine illegale Hilfskraft fürchtet die Ausweisung. Die hübsche Apothekerin gegenüber hat zwei Töchter und mal wieder keinen Mann. Am winzigen Reihenhaus bei den Bahngleisen rauschen die Züge vorbei, der Garten ist verwildert. Eine Affäre nimmt ihren Lauf. Wie aus diesen bescheidenen Grundstoffen mitreißendes Kino entsteht, emotionale Hochspannung, Menschen vor existentiellen Entscheidungen, die man mit pochendem Herzen bei jedem ihrer Schritte begleitet, eben ein Filmwunderwerk wie “Le Passé“ – daran kann man exemplarisch jene Alchemie des Erzählens studieren, die nur die Meister unter den Regisseuren beherrschen. Ein solcher ist der iranische Regisseur Asghar Farhadi ganz ohne Frage seit seinem Film „“Nader und Simin – eine Trennung“, für den er dann auch den goldenen Berlinale-Bären, einen Golden Globe und einen Oscar gewann. “Le Passé“ ist wieder ein ganz großartiger Film über das Gefühl der Entwurzelung und Heimatlosigkeit, das sich im Zuge eines Trennungsprozesses bei allen Beteiligten einstellt.

Mo. 05.05.2014 / 20:00

WOODSTOCK IN TIMBUKTU – DIE KUNST DES WIDERSTANDS

Ein Musikfestival in der Sahara, das für den Erhalt der nomadischen Kultur eintritt

Das inzwischen elfte internationale Festival fand 2011 in den Sanddünen von Timbuktu in Mali statt. Dazu eingeladen haben Tuareg oder besser gesagt Kel Tamaschek, wie sich die Sahara-Nomaden selbst nennen. Drei Tage und Nächte bietet das Musik–Festival eine ideale Plattform für die Begegnung mit dem legendären Wüstenvolk, das sich nicht erst in Zeiten der Globalisierung zum Widerstand aufgerufen fühlt. International bekannte Musiker der Kel Tamaschek stellen sich dieser Herausforderung mit Texten und Liedern: BOMBINO macht weltweit Karriere. Ihr Sänger Oumara gilt in den USA als Jimi Hendrix der Sahara. TARTITT ist eine Frauenband. Sie begannen in einem Flüchtlingslager gegen die lähmende Trostlosigkeit des Exils zu musizieren. In ihren Liedern geht es um Sehnsucht und Liebe. AMANAR wehrt sich in seinen Liedern gegen eine zunehmende Diskriminierung, die sein Volk erfährt. Wenn man den Klang des Wüsten-Blues der Tuareg-Musiker hört, die im Jahr 2000 ihre Gewehre gegen E-Gitarren und Trommeln austauschten, möchte man eigentlich immer sofort dort sein, wo diese Musik zu Hause ist.

Fr. 23.05.2014 / 20:00

AUF EIGENEN SCHWINGEN: DIE VISIONEN DES SIR HUBERT VON HERKOMER

Zweite Aufführung im Stadttheater Landsberg zum Herkomer-Jahr

Im Auftrag der Stadt Landsberg realisierte der Filmhistoriker und Dokumentarfilmer  Robert Fischer die erste abendfüllende Filmbiographie über den Maler, Komponisten und Filmpionier Sir Hubert von Herkomer (1849-1914). Der Film unternimmt eine spannende biographische Spurensuche, die von Herkomers Geburtsort Waal über seinen Wohn- und Arbeitsort Bushey bei London bis nach Südwales und wieder zurück nach Landsberg führt. Dabei entsteht ein fakten- und anekdotenreiches filmisches Porträt Herkomers, in dem führende Kunsthistoriker und Herkomer-Experten aus Deutschland und Großbritannien zu Wort kommen. Am Ende wird klar: Herkomers Visionen sind heute noch lebendig und haben nichts von ihrer Faszination verloren. Kartenvorbestellungen über das Theaterbüro Schlossergasse 381a, Tel. 08191-128333. Kartenabholung 30 Min. vor Beginn der Vorstellung an der Abendkasse.