ARCHIV FÜR Mai 2016

Di. 31.05.2016 / 20:00

CÓMO GANAR ENEMIGOS / VHS Cine Español OmU

SO MACHT MAN SICH FEINDE

Lucas, ein junger Anwalt aus Buenos Aires, lernt die gut aussehende Bárbara in einem Café kennen. Lucas hält sie für perfekt, denn wie er interessiert sie sich für Literatur, die ihm so wichtig ist. Gleich bei ihrem ersten Date nimmt er sie mit nach Hause. Am nächste Morgen sind Bárbara und sein Geld, das er am Tag zuvor bei seiner Bank für die Bezahlung seines Apartments abhoben hatte, verschwunden. Fest entschlossen, die Frau und sein Geld wiederzubekommen, macht er sich auf eine abenteuerliche Suche und kann nicht glauben, auf was er dabei trifft.

Mo. 30.05.2016 / 20:00

HERBERT

Ein alternder Boxer, dessen Körper den Dienst quittiert.

Wer seine Lebensweise nur auf Muskelkraft gegründet hat, den trifft es besonders hart, wenn der Körper im Alter oder wie hier durch Krankheit verfällt. Der bullige Ex-Boxer Herbert verdient seinen Unterhalt als Geldeintreiber und Türsteher in Leipzig. Auf den allmählichen motorischen Kontrollverlust reagiert Herbert zunächst mit Trotz, seine Verzweiflung entlädt sich in Aggression, er säuft, reflektiert über sein Leben und strebt nach Aussöhnung mit seiner entfremdeten Tochter. Man spürt unwillkürlich, dass dieser gewalttätige Mann auch zarte Gefühlsregungen hat, die durch seine charakterliche Panzerung allerdings kaum nach außen dringen.

Mo. 09.05.2016 / 20:00

BROOKLYN

Eine Liebe zwischen zwei Welten.

Vorsicht, dieser Film ist nur etwas für professionelle Romantiker! Was natürlich daran liegt, dass er von drei professionellen Handwerkern gemacht wurde: „Brooklyn“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des wunderbaren irischen Schriftstellers Colm Tóibín. Das Drehbuch hat sein britischer Kollege Nick Hornby verfasst, der für seine Adaption für den Oscar nominiert wurde. Und der irische Regisseur John Crowley hat dessen Drehbuch als zärtliches Melodram inszeniert – ein Genre, das leider vom Aussterben bedroht ist. Das Mädchen Eilis (wunderbar gespielt von der ebenfalls oscarnominierten Saoirse Ronan) emigriert Anfang der Fünfziger aus einem winzigen irischen Städtchen ins wilde New York. Sie ist zu schüchtern für diese Welt, und allein die Schiffsreise ist für sie ein gewaltiges Abenteuer. In Amerika blüht sie langsam auf und lernt einen jungen Italoamerikaner kennen, in den sie sich schwer verliebt. Als ein Todesfall in der Familie sie zurück nach Europa zwingt, wo sie sich auf einen Flirt mit einem Jugendbekannten einlässt, sitzt sie in einer emotionalen Zwickmühle: Gefangen zwischen Heim- und Fernweh und zwischen zwei Männern. Wie es sich für ein vollkommenes Melodram gehört, finden Regie und Darsteller durchgehend einen ergreifenden, aber nie pathetischen Ton. Sehr sehenswert!

So. 08.05.2016 / 11:00

DER BAYERISCHE LECH

Ein großartiger Filmbeitrag zur Ausstellung im Neuen Stadtmuseum (29. April - 30. Oktober).

Der Lech ist weithin bekannt als einer der letzten Wildflüsse nördlich der Alpen. Dies gilt jedoch nur für den oberen Lech in Vorarlberg und Tirol. Auf bayerischem Gebiet wurde der Fluss innerhalb von hundert Jahren vom wilden Gebirgsfluss zum ferngesteuerten Stromlieferanten umfunktioniert. In einer spannenden Dokumentation zeigt der Augsburger Filmautor Heinz Förder die weitreichenden Konsequenzen dieser Maßnahmen auf den Fluss und seine Umgebung auf. Dabei geht er auch ausführlich darauf ein, welche Auswirkungen der Bau der Kraftwerke mit sich brachte, besonders eindringlich demonstriert am Beispiel des Forggensees. Trotz allem bietet die Lechlandschaft auch heute immer noch Naturerlebnisse besonderer Art. Der Film fesselt den Zuschauer mit wunderbaren Naturaufnahmen und zeigt jedoch gleichzeitig, wie verwundbar und gefährdet der heutige Zustand ist. Durch viele Maßnahmen wird versucht, die spezielle lechtypische Landschaft zu erhalten. Ob dies nachhaltig gelingt, bleibt zu hoffen. Der Film vermittelt das Gefühl: Es ist noch viel zu tun, aber wir können es schaffen.

Mo. 02.05.2016 / 20:00

Die Maisinsel

Kreislauf des Lebens in der Krisenregion des Kaukasus.

Der alte Landmann Abga nimmt nach altem Brauch eine winzige Insel in Besitz, die im Frühjahr bei sinkendem Wasserspiegel mitten im Fluss entstanden ist. Mit seiner 16-jährigen Enkelin Aisda baut er eine kleine Hütte und pflanzt Mais an. Während dieser wächst, erinnern Gewehrfeuer an den Ufern und vorbeifahrende Boote mit Bewaffneten immer wieder an den in der Region fortschwelenden Konflikt. Eines Tages findet Asida einen verwundeten Soldaten, den sie versteckt. Als dessen Verfolger sich bedrohlich nähern, bereitet der Großvater seine Flucht vor. Im Kreislauf von Bebauen, Säen, Ernten und Beschützen erzählt der Film von einem Leben unter feindlichen Bedingungen. Die Schönheit und Wildheit der Landschaft, die ausdrucksstarken Gesichter, einfache Handgriffe und sinnfällige Gesten sprechen für sich, Dialoge sind auf das Notwendigste beschränkt. Der Film wird so zum Gleichnis auf das menschliche Leben: Der Kreislauf von Geburt, Wachstum, Reife, Alter und Tod. Die Vorstellung von der Erde als Mutter, erzählt in meisterhaft arrangierten Bilderströmen. 2015 Oscarnominiert als bester ausländischer Film.

So. 01.05.2016 / 18:00

Heidi

Die sehr sehenswerte “Heidi”-Neuverfilmung. 2 Vorstellungen um 18:00 und 20:00 Uhr!

Heidi: Ist das nicht diese furchtbar biedere Geschichte? Von wegen! In der Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers kämpft der junge Freigeist  gegen die bürgerliche Enge. Ein Sozialdrama, kein Postkartenkitsch. Leicht hatte es das Heidi bislang weiß Gott nicht. Vater und Mutter starben, als das Mädchen noch ein Baby war, die überforderte Tante Dete kümmerte sich zwar vier Jahre lang um ihre Nichte, doch als Dete einen neuen Job beginnt, kann und will sie Heidi nicht mitnehmen. Das fünfjährige Kind wird ins Schweizer Alpendörfli abgeschoben, aus dem die Familie stammt, zum Alpöhi – einem Opa, der als Einsiedler auf dem Berg wohnt und nicht mal zur Andacht ins Dorf runtergeht. Gottlos und grimmig: Man sagt, er habe mal einen erschlagen. Aber Heidi, die in der Anfangsszene der Neuverfilmung an der Hand ihrer Tante den Berg hinauf stapft, sieht die Alpenlandschaft und verliebt sich aus dem Stand. Eine Liebe, die im weiteren Film die Triebfeder für ihre Handlungen sein wird und ihr Schutz gegen die Herzlosigkeit, das Unverständnis und die Brutalität ihrer Umgebung. Ein ungewöhnlicher Heimatfilm entstand, ein Heimatfilm für Kinder, der Heimat undogmatisch und unpatriotisch ansiedelt. Heidis Herz, trotz der vielen Kindheitstraumata weder gebrochen noch sonderlich schwer, fliegt ihrem misanthropischen Großvater zu, der die Berge repräsentiert. Der alte Mann kann nichts anderes tun, als es aufzufangen. Der Spiegel: „Willkommen in der Reform-Alpen-WG!”

So. 01.05.2016 / 11:00

Hockney

Ein leuchtendes Porträt des Künstlers David Hockney.

Der 1937 in England geborene David Hockney war im Laufe seines Lebens in fast allen Bereichen der bildenden Kunst tätig. Er arbeitete als Maler, Grafiker, Bildhauer, Fotograf und Bühnenbildner. Hockney gehörte in den 1960ern in Amerika zu den prominentesten Pop-Art-Künstlern, zog sich jedoch mit zunehmendem Alter immer mehr in seine persönliche Arbeit zurück. Im Jahr 2000 verließ er die USA, um wieder in seiner Heimat zu arbeiten. Schon in den frühen Sechzigern stand Hockney zu seiner Homosexualität, obwohl schwul zu sein im Vereinigten Königreich bis 1967 verboten war. Seine Arbeiten waren stets von seiner Neugier und seinem Erneuerungswillen geprägt und sind immer noch wegweisend. Zu dem Film schrieb „The Times“: „Ein bezaubernder und liebevoller Tribut an einen der liebenswertesten Charaktere der Kunstwelt!“ Und „The Guardian“: „Die Dokumentation von Randall Wright setzt mit einer überbordenden Fülle von historischem und privatem Material  einem der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts ein filmisches Denkmal.“