Mo. 28.03.2011 / 20:00
Reihe: Welt des Islam

Mit Sensibilität und Humor erzählte Liebesgeschichte zwischen einem Sohn pakistanischer Einwanderer und einer jungen Glasgower Lehrerin. Sie verabreden sich, gehen tanzen, verlieben sich, aber vor seiner Familie verheimlicht Casim ihre Beziehung. Denn er steht kurz vor der Hochzeit mit einer unbekannten Cousine. Die Eltern akzeptieren seine Arbeit als DJ, sind jedoch strenge, traditionsbewusste Moslems. Eine Absage der Hochzeit würden sie daher niemals akzeptieren. Casim muss wählen zwischen der Familie und einer Liebe, die sich gegen alle kulturellen Widerstände behaupten müsste und seine Familie zerstören würde. „Just a Kiss“ ist großes europäisches Kino über Liebe, Familie, Tradition und Religion. Regisseur Ken Loach hat sich mit seinen sozialkritischen Dramen zur wichtigsten Stimme des britischen Neorealismus entwickelt. Seine Filme zeigen immer eine starke Wirkung auf den gesellschaftlichen Diskurs.
R: Ken Loach – B: Paul Laverty – K: Barry Ackroyd – M: George Fenton – D: Atta Yaqub, Eva Birthistle, Shabana Bakhsh, Shamshad Akhtar – UK/B/D/I/E 2004 – L: 100 Min.
So. 27.03.2011 / 20:00
Reihe: Kunst + Künstler

Das Leben des spanischen Malers Francisco de Goya, erzählt in einer Reihe von Rückerinnerungen, Visionen und Albträumen, die sich weitgehend im Kopf des genialen Malers abspielen, der als 82-jähriger im französischen Exil stirbt. Das Porträt verdichtet sich zu einem faszinierenden Bilderbogen der spanischen Geschichte, die geprägt ist von Rückschrittlichkeit und Despotismus. Ein Werk, das die Synthese von Film, Malerei und Theater wagt und durch eine meisterliche Fotografie visionäre Welten erschließt. Überzeugend auch als Künstlerbiografie unter dem Zeichen der Vergänglichkeit, die durch ihren Bildersog und ihre Darstellungskunst fasziniert.
R + B: Carlos Saura – K: Vittorio Storaro – M: Roque Baños – D: Francisco Rabal, José Coronado, Dafne Fernández, Maribel Verdú, Eulalia Ramón – Spanien/Italien 1999 – L: 100 Min.
So. 27.03.2011 / 11:00
Reihe: Kunst + Künstler

Das Porträt dreier außergewöhnlicher Stimmkünstler vor der atemberaubenden Kulisse ihrer Heimat, den Schweizer Bergen. Erika Stucky, Noldi Alder und Christian Zehnder beschreiten spannende Wege der Weiterentwicklung der traditionellen alpenländischen Musik in die Moderne. Ihr Klangkosmos reicht weit über das hinaus, was wir als Gesang bezeichnen würden. Die Musiker sind Teil eines zukunftsweisenden Aufbruchs der alpenländischen Vokalkunst. In ihren experimentierfreudigen Auseinandersetzungen mit heimischen und fremden Traditionen wird die Bergwelt mit ihren mächtigen Naturschauspielen ebenso zur Bühne wie die Landschaften und Geräuschkulissen der modernen Lebenswelten. Der Film von Stefan Schwietert ist eine mitreißend schöne Hymne auf die schöpferische Freiheit, ein Film, bei dem einem Augen und Ohren übergehen.
R + B: Stefan Schwietert – K: Pio Corradi, Ueli Nüesch – Mit Erika Stucky, Noldi Alder, Christian Zehnder – Schweiz/Deutschland 2007 – L: 82 Min. – Erika Stucky, die am 26.03.2011 ein Konzert im Stadttheater gibt, wird vor und während der Vorstellung anwesend sein.
Mo. 21.03.2011 / 20:00
Reihe: Der besondere Film

Basierend auf einer wahren Begebenheit inszenierte Werner Herzog die Geschichte eines jungen Mannes, der 1979 seine Mutter mit einem Schwert tötete. Produziert wurde der Film von David Lynch, dem Meister des Surrealen: Detective Havenhurst wird mit seinem Team zu einem Einsatz in einen Vorort von San Diego gerufen. Der Tatverdächtige McCullum hat sich nach der Ermordung seiner Mutter mit Geiseln im gegenüberliegenden Haus verschanzt. Auf der Suche nach einem Motiv dringt Detective Havenhurst mit Hilfe von McCullins Freundin immer weiter in die Psyche des Killers ein. Was er nach und nach entdeckt, ist ein Mensch, der von inneren Stimmen getrieben sein ganzes Leben lang am Rande des Wahnsinns balancierte. Ohne Frage – ein Stoff für Werner Herzog und David Lynch gleichermaßen!
R: Werner Herzog – B: Herbert Golder, Werner Herzog – K: Peter Zeitlinger – M: Ernst Reijseger – D: Willem Dafoe, Michael Shannon, Chloe Sevigny, Udo Kier –
USA 2009 – L: 91 Min.
Di. 15.03.2011 / 20:00
VHS / Cinema italiano (OmU)

Zwielichtige Schwindler locken, unter anderem auch als geistliche Würdenträger getarnt, einfachen Leuten das Geld aus der Tasche. Als einer von ihnen, durch die Begegnung mit einem gelähmten Mädchen erschüttert, seine erste gute Tat begeht und die Beute verschenkt, wird er von seinen Komplicen zu Tode geprügelt. Ein Meisterwerk des italienischen poetischen Realismus, nicht ohne gewisse Sentimentalität, aber mit einer faszinierenden Darstellung des tristen und tragischen Milieus. Ein komplizierter wie komplexer Film Fellinis, dessen sozialkritische und christliche Perspektiven sich oft erst auf den zweiten Blick erschließen. Aber ganz ohne Frage: ein Meisterwerk.
R: Federico Fellini – B: Federico Fellini, Ennio Flaiano, Tullio Pinelli – K: Otello Martelli – M: Nino Rota - D: Broderick Crawford, Richard Basehart, Giulietta Masina, Franco Fabrici, Giacomo Gabrielli, Maria Zanoli, Lorella De Luca – Italien 1957 – L: 108 Min. – Italienische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Mo. 14.03.2011 / 20:00
Reihe: Neue Filme aus Österreich

„Was für ein Juwel von einem Film!“ schrieb die Frankfurter Rundschau nach der Uraufführung in Berlin. DER RÄUBER erzählt nach einer wahren Begebenheit die Geschichte eines vielseitig begabten Mannes: Johann Rettenberger, erfolgreicher Marathonläufer und Serienbankräuber. Das Porträt eines Getriebenen. Nach vielen Fehlschlägen bekommt er noch einmal die Chance, neu anzufangen: mit einer Beziehung, mit einem festen Arbeitsplatz, mit einem geregelten Leben. Er hingegen hat nur einen Plan: Laufen. Der einsamen Euphorie des Laufens ordnet er alles unter. Bei einem Marathon ist er schneller als alle Konkurrenten. Und wenn er drei Banken an einem Tag überfällt, läuft er der Polizei davon. Er ist ein Mann für die freie Wildbahn. Doch kann tatsächlich jemand um sein Leben laufen? Wir sehen kluges, emotional mitreißendes, perfektes Kino…
R: Benjamin Heisenberg – B: Benjamin Heisenberg, Martin Prinz (nach dem Roman von Martin Prinz) – K: Reinhold Vorschneider – M: Lorenz Dangel – D: Andreas Lust, Franziska Weisz, Markus Schleinzer, Peter Vilnai, Johann Bednar – Österreich/Deutschland 2010 – L: 98 Min.
Mo. 07.03.2011 / 20:00
Reihe: Große Filmklassiker

Jacques Tatis aufwendig in Szene gesetzte Satire auf die Hektik und Vermassung des modernen Menschen in der Großstadt, auf seinen Kampf mit den Auswüchsen einer bis zu Gesichtslosigkeit normierten Zivilisation und den Tücken des Objektes. Wie ein roter Faden leitet Tatis Kunstfigur „Monsieur Hulot“ durch ein gläsernes Büro- und Ausstellungsgebäude, das von amerikanischen Touristen besichtigt wird, bis es in einem kaum fertig gestellten Nobelrestaurant zu einer unerwartet fröhlichen Feier kommt. Ein von melancholischer Herzlichkeit geprägtes Welttheater, organisiert wie ein filmisches Ballett, das keiner großen Geschichte bedarf, sondern nur Bewegungen und Begegnungen als Initialzündung braucht. Ein stets intelligent unterhaltender Spaß von sehr hohem ästhetischem Reiz.
R: Jacques Tati – B: Jacques Lagrange, Jacques Tati – K: Jean Badal, Andréas Winding – M: Francis Lemarque – D: Jacques Tati, Luce Bonifassy, Nathalie Jem, Rita Maiden, Reinhard Kolldehoff, Valérie Camille – Frankreich 1965 – L: 110 Min.