ARCHIV FÜR November 2012

Mo. 26.11.2012 / 19:00

woody allen: a documentary

Einsichten und Interviews aus dem Universum des Kult-Regisseurs

Erstmalig hat der Autor, Regisseur, Schauspieler, Comedian und Musiker Woody Allen erlaubt, dass sein Leben und seine künstlerische Arbeit mit der Kamera dokumentiert werden dürfen. So gelingt es dem Filmemacher Robert Wide, der die öffentlichkeitsscheue Filmlegende anderthalb Jahre begleitete, ein einzigartiges Filmporträt.

Nach einer kurzen Pause zeigen wir anschließend um 21.00 Uhr einen seiner schönsten Filme.

Mi. 21.11.2012 / 20:00

laute schatten

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Opferschutzorganisation “Der Weisse Ring”

Ein Film über einen verzweifelten Menschen, der den Mut zu einem ungewöhnlichen Weg der Zivilcourage findet, nachdem er nach dem Tod seiner Frau jeglichen Lebenssinn verloren hatte und zunächst  völlig isoliert und von manischen Ritualen bestimmt seine Zeit verbringt. Der Fernsehautor und –redakteur  Björn Smolka  hat diesen eindringlichen Film zusammen mit seinem  Kollegen Anthony Stagg  realisiert. Im Anschluss an den Film gibt es ein Podiumsgespräch mit: Björn Smolka, Regisseur des Films Franz J. Pabst, Landesvorsitzender “Der Weisse Ring” Bayern-Süd Edgar Gingelmaier, Aussenstellenleiter “Der Weisse Ring” Landsberg

Mo. 19.11.2012 / 20:00

cheyenne – this must be the place

Das fantasievolle Porträt einer schillernden Kunstfigur

Früher feierte der Rockstar Cheyenne mit seiner Band große Erfolge. Als sich zwei Jugendliche durch seine Musik inspiriert das Leben nahmen, hörte er auf. Bis heute plagen ihn große Schuldgefühle. Zwanzig Jahre nach dem abrupten Abbruch seiner Karriere fristet er in seiner Villa in Dublin ein isoliertes Leben. Als ihn dort die Nachricht erreicht, dass sein jüdischer Vater im Sterben liegt, macht er sich auf den Weg nach New York. Er hatte dreißig Jahre keinen Kontakt zu seinem Vater und kommt zu spät, um sich mit ihm zu versöhnen. In dessen Aufzeichnungen findet er heraus, dass sein Vater sein Leben der Suche nach einem ehemaligen SS-Aufseher gewidmet hatte, der ihn einst im KZ Auschwitz demütigte. Cheyenne beschließt, das Werk des Vaters zu beenden: eine Paraderolle für Sean Penn, in der er alles zeigt, was er kann, sein komisches Potential, die Fähigkeit, einen zu Tränen zu rühren und mit einem einzigen Lächeln die Sonne aufgehen zu lassen. Ein Film voller wundervoller  Rätsel und entrückter Bilder.

So. 18.11.2012 / 20:00

lebanon

ein antikriegsdrama par excellence

Mit LEBANON ist dem israelischen Regisseur Samuel Maoz ein erstaunlicher Film über die ersten Tage des Libanonkrieges von 1982 gelungen: in einigen Momenten erinnert das Antikriegsdrama nicht zuletzt wegen der verwüsteten Gesichter im dunklen Bauch eines Panzers an Francis Ford Coppolas APOCALYPSE NOW, dann wieder aufgrund der räumlichen Beschränkung und Einengung an Wolfgang Petersens DAS BOOT.  Die konzeptuelle Idee des klaustrophobischen Kammerspiels erweist sich als äußerst effektvolles Mittel, die Unwägbarkeiten eines Krieges zu thematisieren. Weit über den konkreten historischen Fall hinaus wächst LEBANON zu einer allgemeingültigen Parabel auf den Krieg. Das beeindruckende Werk erhielt 2010 auf den Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen und im selben Jahr auf internationaler Ebene viele weitere Auszeichnungen für die Regie, das Drehbuch, die Kamera, den Schnitt und die Darsteller.

So. 18.11.2012 / 11:00

anselm kiefer: over your cities grass will grow

Reihe: Kunst und Künstler

Auf dem Gelände “La Ribaute” bei Paris schuf der Künstler einen mythischen Kosmos aus Natur und Kunst. Ein bildmächtiger Dokumentarfilm der britischen Filmemacherin Sophie Fiennes über das Werk Anselm Kiefers.

Di. 13.11.2012 / 20:00

monsieur lazhar

VHS / Cinema Francais – Französisch mit deutschen Untertiteln

Die Schüler einer Grundschule protestieren gegen einen anspruchsvollen Text von Honoré  de Balzac „in diesem prähistorischen Französisch“.  Aber Monsieur Lazhar lässt sich nicht durch derlei Einflüsse beirren. Auch wenn sein erster Tag als Ersatzlehrer dieser Klasse einen komplizierten Anfang nimmt. Einfach ist ohnehin nichts in diesem wunderbaren Film, denn sowohl der literaturbeflissene Pädagoge als auch seine Klasse bringen weitaus größere Probleme als die Rechtschreibung mit in den Unterricht: die vorherige Lehrerin der Kinder hatte sich in ihrem Klassenzimmer das Leben genommen. Ohne falsche Sentimentalität zeigt der Film sehr intensiv, wie die gezeichneten Kinder und der seelisch versehrte Emigrant Lazhar einander stützen lernen. 2012 war der Film oscarnominiert und erhielt auf den Filmfestspielen in Berlin, Locarno und Toronto mehrere Auszeichnungen.

Mo. 12.11.2012 / 20:00

dame, König, as, spion

Reihe: Literaturverfilmungen

Der Thriller ist die grandiose Verfilmung des gleichnamigen Romans von John le Carré, der die Geschichte eines „Maulwurfs“ beim britischen Geheimdienst während der Zeit des Kalten Krieges in London erzählt. Die suggestive Verfilmung  dekonstruiert  konsequent alle Helden- und Männlichkeitsbilder des üblichen Agentenfilm-Genres. Listenreich, labyrinthisch und betont langsam entwickelt der Film eine unglamouröse Welt der Spionage, in der Misstrauen und Undurchsichtigkeit regieren und das Politische und Professionelle auch privateste Beziehungen unterwandert. Ideale und Loyalitäten bleiben auf der Strecke. Ein total gelungener Genre-Film, mit zahlreichen Oscarnominierungen und vielen internationalen Auszeichnungen für das exzellente Darsteller- Ensemble, das Drehbuch, die Ausstattung und die Musik.

Mo. 05.11.2012 / 20:00

tage des Verrats

zur präsidentenwahl in den usa am 6. september

Es geht um nicht weniger als um die Grundlagen der USA und damit also auch um die der Demokratie. Und vor allem auch um die Beschaffenheit von Politik. Der Film legt universelle Politik-Mechanismen offen, was auf der einen Seite  faszinierend, aber auch irritierend ist. Es geht um Verführung und Verrat, Idealismus und Korruption. Der mit furiosen Dialogen und vorzüglichen Darstellern glänzende Film studiert seine politischen Akteure als Menschen, die im spannungsvollen Spiel der Interessen mit den Grenzen ihrer Integrität konfrontiert werden.

Do. 01.11.2012 / 20:00

mein leben ohne mich

ein Film über den Umgang des Menschen mit dem Tod

Die 23-jährige todkranke Ann (herausragend: Sarah Polley) beschließt, ihr verbleibendes Leben ganz bewusst zu genießen und heimlich und leise für ihre Familie die Zeit nach ihrem Tod vorzubereiten.
Trotz des herausfordernden Themas kein Melodram, sondern das Porträt einer Frau, die in einer ausweglosen Situation nicht den Lebensmut verliert und die antizipierte Trauer ihrer Umgebung über die eigene Verzweiflung stellt. Ein ernster, emotionaler Film, der letztlich Fragen nach den Grundlagen des Lebens stellt. Tragisch, tröstlich und keine Spur pathetisch: die einfühlsame Geschichte eines leisen Abschieds. Die großartige Hauptdarstellerin erhielt viele internationale Auszeichnungen.